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WM-Qualifikation
04.09.2017, 20:45 Uhr
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EM 2016 Spielball „Beau Jeu“ von Adidas


Alle EM Spielbälle bis "Beau Jeu" 2016

Jeder Europameisterschaft seinen eigenen EM-Ball

Neues Design, ein neuer Name und immer ist eines gleich: Die Spielbälle der Europameisterschaften kommen immer vom Hersteller Adidas. Ansonsten versucht man einen immer besseren Spielball mit besserem Verhalten und Speed zu entwickeln. Mittlerweile vergehen locker einmal 2 Jahre, bis ein neuer Fußball ausgereift ist und auf die Fußballplätze kommt. Auch zur Fußball EM 2016 wird es einen extra Spielball geben, sogar  zur Qualifikation gibt es erstmals einen eigenen Ball. Wir informieren dich hier über alle Fußbälle der EM.

Update 28.10.2016: Auch zum Confed Cup 2017 in Russland wird es einen neuen Spielball geben, er heisst „Krasava“.

Update 22.10.2015: Der neue Spielball der Fußball EM 2016 wird „Beau Jeu“ heißen, was auf deutsch „Schönes Spiel“ bedeutet. Wir haben unten die ersten Infos zum neuen Spielball 2016.

Update 23.06.2016: Während man zur Vorrunde mit dem Beau Jeu gespielt hat, gibt es nun einen neuen Spielball zur EM-Ko-Runde, den „Fracas“!

Der Spielball Euro Qualifier OMB zur EM 2016 Qualifikation

In der EM-Qualifikation spielte man mit dem „Euro Qualifier OMB“.

 

Der offizielle adidas Spielball der UEFA 2016 Qualifikation - AFP PHOTO / JACK GUEZ

Der offizielle adidas Spielball der UEFA 2016 Qualifikation – AFP PHOTO / JACK GUEZ

Spielball Beau Jeu zur EM 2016 in Frankreich

Der neue Spielball von adidas zur Fußball EM 2016 wird „Beau Jeu 2016“ heißen. Wie zu jeder Endrunde gibt es ein ganz neues Design, wenn auch die Flugeigenschaften und Bauart und dem Panelsystem zum letzten WM 2014 Spielball Brazuca nicht verändert sein soll. So sieht der neue Spielball aussehen:

Der offizielle Spielball der EM 2016, der "Beau Jeu 2016"

Der offizielle Spielball der EM 2016, der „Beau Jeu 2016“

Die Hauptfarbe des Spielballs wird wieder weiß sein in Kombination mit den Nationalfarben Frankreichs rot und blau. Das EM-Logo  ist ebenso aufgedruckt wie das adidas Emblem. Die 4 Jahreszahlen 2 – 0 – 1 – 6 finden sich mehrmals auf dem Ball wieder. Das Panelsystem als auch die Oberfläche wurde allerdings nicht verändert, deshalb vermutet man, dass der Ball die selben Eigenschaft wie Brazuca 2014 aufweist.

Spielball Fracas zur EM Endrunde – Ko.-Runde

Die Vorstellung des neuen Fußballs erfolgte in der französischen Hauptstadt Paris. Bei der Erfindung des Namens „Fracas“ waren die Verantwortlichen sehr einfallsreich, denn der Name konstituiert eine Mischung aus Popkultur, Musik und Mode. Mit seinen Farben Rot und Schwarz auf dem weißen Leder soll „Fracas“ die Phase aus hoher Dramatik und gesteigertem Tempo reflektieren. „Beau Jeu“ hingegen wies einen cleanen Design auf. Er kostet EUR 29,50 bei Amazon:

 

Paul Pogba und der neue EM-Ball Fracas für die EM-Endrunde (presse adidas)

Paul Pogba und der neue EM-Ball Fracas für die EM-Endrunde (presse adidas)

Alle EM Spielbälle der letzten Fußball EM

EM Ball NameEM JahrAustragungsland
Telstar DurlastEM 1972Belgien
Telstar DurlastEM 1976Jugoslawien
Tango ItaliaEM 1980Italien
Tango MundialEM 1984Frankreich
Tango EuropaEM 1988Deutschland
Etrusco UnicoEM 1992Schweden
Questra EuropaEM 1996England
Terrestra SilverstreamEM 2000Belgien & Niederlande
RoteiroEM 2004Portugal
EuropassEM 2008Österreich & Schweiz
Tango 2012EM 2012Polen & Ukraine
Beau Jeu 2016EM 2016Frankreich
Offizielle Spielbälle der Europameisterschaften bis 2012 (AFP PHOTO/CHRISTOF STACHE)

Offizielle Spielbälle der Europameisterschaften bis 2012 (AFP PHOTO/CHRISTOF STACHE)

Frankreich 1960, Spanien 1964 – ohne Deutschland

Die Europameisterschaft wurde erst viel später eingeführt, nämlich erst in der Nachkriegszeit im Jahre 1960 in Frankreich. Das mag vielen nicht bekannt sein, denn bedeutende Mannschaften wie Deutschland oder Italien waren nicht dabei. Die Teilnehmerzahl beschränkte sich auf vier Länder. Unter diesen Vier gewann die Sowjetunion. Bei der EM in Spanien waren bereits mehr Teilnehmer anzufinden. Der Gastgeber wurde Europameister. Einen offiziellen EM-Ball gab es erst seit 1972. Oftmals glichen die EM-Spielbälle denen der Weltmeisterschaften sehr stark, wiederholt wurden sogar die identen Spielbälle verwendet.

Italien 1968 – die erste offizielle EM

Die wirklich erste offizielle Fußball-Europameisterschaft fand dann in Italien 1968 statt, Deutschland nahm nun neben vielen anderen wichtigen Mannschaften erstmals ebenfalls teil. Die Premiere war allerdings nicht erfolgreich, das Viertelfinale blieb unerreicht. Die Deutschen waren bekleidungstechnisch – man ahnt es schon – in schwarz-weiß unterwegs. Italien wurde dafür mit dem ersten Europameistertitel belohnt.

Belgien 1972 – der erste offizielle EM-Ball

Die deutsche Mannschaft der EM 1968 fiel mit namhaften Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller oder Günther Netzer auf. Auf diese Jungs in schwarz-weiß war Verlass, weshalb Deutschland schon bei seinem zweiten Antritt zu dieser Großveranstaltung als Sieger hervorging. Beckenbauer wurde Europas Fußballer des Jahres. Wie schon bei den Weltmeisterschaften der FIFA ab 1970 in Mexiko wurde das deutsche Unternehmen adidas mit der Entwicklung des offiziellen Turnierballs betraut. Präsentiert wird der Spielball jedenfalls bei der Gruppenauslosung zur EM Endrunde. Den Anfang machte der Telstar Durlast, der auch 1970 in Mexiko verwendet wurde. Dies war der erste Ball, der nun nicht mehr aus Lederstreifen sondern aus Sechs- und Fünfecken bestand. Es ist ein legendäres Design, das bis heute unser Bild des Fußballs prägt. Der Name steht für den Kommunikationssatelliten, der von nun an für eine neue Ära der Telekommunikation stand, die naturgemäß eng mit dem Erfolg des Fußballs zusammenhing. Der EM-Ball sorgte für ein flüssiges Spiel und wurde durch das schwarz-weiße Design in den damals noch vorhandenen Schwarz-weiß-Fernsehern gut erkannt.

Jugoslawien 1976 – der Telstar Durlast bewährt sich

Der Telstar Durlast war so bewährt, dass er ebenfalls Spielball der EM 1976 war. Zu seiner Zeit war er durch die 32 handgenähten Panels der rundeste Ball. Die deutsche Nationalmannschaft konnte an die Erfolge der letzten EM anknüpfen, verpasste nur knapp die Titelverteidigung und wurde 2.. Torschütze war Dieter Müller, und dies auch in Grün, das lange Zeit die Farbe des Auswärtstrikots der Nationalmannschaft war.

Italien 1980 – Tango Italia

Die EM 1980 war auch Einsatzgebiet von Lothar Matthäus, denn hier absolvierte der Rekordspieler das erste seiner 150 Länderspiele für Deutschland. Abermals stand die deutsche Nationalelf im Finale, diesmal gegen Belgien. Mit dem Sieg im Finale von Rom verzeichneten die Deutschen den zweiten Europameistertitel. Mitglieder der Siegesmannschaft waren Profis wie Karl-Heinz Rummenigge oder Felix Magath. Sie trugen gewohnt schwarz-weiß, jedoch mit neuem Kragen und drei Streifen an den Ärmeln. Das Design des Tango Italia war geprägt durch 20 gleiche Triaden, die wiederrum zwölf identische Kreise ergaben. Dieses Grunddesign war für viele folgende Großveranstaltungen Grundlage. Die zusammengefügten Sechs- und Fünfecke blieben jedoch erhalten.

Andy Brehme bei der EM 1984 (Foto AFP)

Andy Brehme bei der EM 1984 (Foto AFP)

Frankreich 1984 – Tango Mundial

Herausragend bei der EM 1984 war Michel Platini, der jetzige Präsident der UEFA. Er traf neun Mal und setzte sich damit mit großen Abstand seiner Mitstreiter an die Spitze der Torschützenliste. Damit war er maßgeblich am EM-Titel der Franzosen beteiligt. Für die Deutschen endete der Spaß bereits in der Vorrunde. Da brachte auch das neue Kragendesign der schwarz-weißen Trikots nichts. Der Spielball trug den Namen Tango Mundial und war eine Kopie des Tango Durlast, der zur WM 1978 in Argentinien zum Einsatz gekommen war. Dieser Fußball wurde bereits durch eine Polyurethanschicht vom Regen geschützt. Wasser- und Gewichtsaufnahme wurden daher minimiert. Die lange Verwendung beweist die hohe Qualität des Tango Durlast.

Deutschland 1988 – die Ära der synthetischen Stoffe

Bei der Heimeuropameisterschaft von 1988 musste sich die deutsche Nationalelf gegen den Lieblingsrivalen die Niederlande im Halbfinale geschlagen geben. Die Oranje feierten ihren ersten Titel und Marco van Basten war glücklichstes Gesicht dieses Turniers. Die Heim-EM ließ die Nationalfarben der Deutschen auf Brust und Ärmeln erstrahlen. Das Design war ausgesprochen modern für deutsche Verhältnisse. Der Spielball Tango Europa war ebenfalls vom Vorgänger der WM geprägt. Dies war der Azteca Mexico, der wie der Tango Europa durch ein synthetisches Material eine neue Ära der Fußballbälle einläutete. Von nun an waren die Spielbälle nicht mehr aus Leder, sondern vollständig aus synthetischen Stoffen geformt. Weniger Flüssigkeitsaufnahme sowie hohe Strapazierfähigkeit und eine Anpassung an verschiedene Höhenlagen waren revolutionär. Eine derartige Stabilität und Festigkeit waren zuvor unerreicht.

Schweden 1992 – bewährte Qualität

Deutschland erreichte unter Berti Vogts im skandinavischen Norden das Finale und schließlich Platz 2, obwohl durch die Wiedervereinigung vielversprechende Namen wie Matthias Sammer zur Nationalelf gelangten. Der Underdog Dänemark wurde Europameister, der interessanterweise nur durch den Ausschluss Jugoslawiens überhaupt in das Teilnehmerfeld rückte. Dennoch war das Ergebnis zufriedenstellend, es änderte sich also nur wenig zu den Erfolgen zuvor. Das gilt auch für die Trikots, bei denen die Nationalfarben beibehalten wurden, nun jedoch die Ärmel zierten und die Nummern auf der Brust prangerten. Der Fußball trug den Namen Etrusco Unico, der gleichsam WM-Spielball für den deutschen Triumph in Italien war. Auch er wurde hochgelobt, denn nun waren die Spielbälle vollends wasserabweisend. Garant dafür war die innere Schicht aus schwarzem Polyurethan-Schaum. Latex war für nötige Stabilität und Festigkeit verantwortlich und die Hülle außen versprach einen perfekten Rücksprung sowie wenig Abtrieb.

England 1996 – Kopfballerprobt

Der offizielle Spielball von adidas für die EM 1996 war nun erstmals auch farblich gestaltet. Der Questra Europa war wieder an seinem WM-Vorgänger von 1994 orientiert. Der Name wurde angepasst, die exzellenten Eigenschaften beibehalten. So war er bei Spielern für sein angenehmes Spielgefühl bekannt, die Hightech-Schicht aus weißem Polyethylen wies eine hohe Energierückgabe auf und sorgte darunter durch eine geschäumte, kompressionsfähige Schicht für kopfballstoßdämpfende Eigenschaften. Statt der Sterne für die WM in den USA zierten die Triaden nun die Three Lions mit roter Rose auf blauem Hintergrund als Symbol für das Gastgeberland. Deutschlands Erfolgsgeschichte setzte sich in England fort. Unter Berti Vogts wurde die Elf zum dritten Mal Europameister. Mittlerweile waren nun schon 16 Mannschaften bei der Großveranstaltung, um gegeneinander anzutreten. So kam es zum spannenden Halbfinale gegen den Gastgeber, das nur durch Elfmeterschießen entschieden werden konnte. Selbstredend verlor England diese Entscheidung. Gareth Southgate verschoss den Elfmeter, während Andreas Möller für Deutschland ins Netz traf. Tschechien war der Endgegner, und der Questra Europa konnte im Finale seine Qualitäten unter Beweis stellen. Denn Oliver Bierhoff gelang der Ausgleich in der 73. Minute per Kopfball und in der 95. Minute das erste Golden Goal aller Zeiten. Die Offensive der deutschen Nationalelf spiegelte sich nicht wirklich in den eher schlicht gehaltenen Trikots wieder. Die Farben waren verschwunden, und Nummern waren nun erstmals in Serifenschrift gedruckt. Nur der goldene Kragen verriet die edle Qualität der Mannschaft.

Belgien und Niederlande 2000 – ein Ball für die Franzosen

Das Millennium brachte viele Neuheiten. So waren es bereits im Jahr 1 des neuen Jahrtausends erstmals zwei Gastgeberländer, die zur Europameisterschaft luden. Alle namhaften Fußballmannschaften des Kontinents waren vertreten und das Turnier glänzte durch Offensivfreude. Frankreich konnte nach dem WM-Titel auch den EM-Titel für sich beanspruchen. Diesmal war es David Trezeguet, der in die Fußstapfen von Oliver Bierhoff trat und das zweite Golden Goal der Fußballgeschichte in einem Finale erzielte. Für Deutschland war diese EM nach dem großen Erfolg in England ernüchternd. Als historischer Tiefpunkt wird dieses Turnier gerne bezeichnet, da die Nationalelf bereits in der Gruppenphase ausschied. Deutschland wurde Gruppenletzter. Manch böse Zunge mag behaupten, dass das Trikot mit schwarzen Ärmeln und den drei Streifen die desaströse Platzierung vorwegnahm. Modisch wohl eines der weniger erfolgreichen Designs. Ein ansprechenderes Design als die Bekleidung der Nationalelf konnte wohl der Terrestra Silverstream aufweisen. Die blauen Silberstreifen erinnerten an das Leuchten der Morgensonne, so erklärten es die Einwohner. Laut Fifa waren die „Silverstreams“ eine Hommage an die Flüsse Belgiens und der Niederlande. Technisch gesehen konnte er mit dem Ball der WM 1998 in Frankreich verglichen werden. Für die französischen Nachbarn ging der Tricolore bzw. der Terrestra Silverstream wohl als beliebtester offizieller Spielball in die Geschichte ein, konnten sie doch mit beiden Bällen die zwei Turniere gewinnen. Eine Besonderheit technisch gesehen war eine neu entwickelte Schicht, die aus syntaktischem Schaum bestand. Er war dicht und mit regelmäßig angeordneten Mikrobällen gefüllt, die jeweils mit Gas versetzt waren. Das sorgte für eine noch bessere Strapazierfähigkeit und Formbeständigkeit, als es die adidas-Bälle mittlerweile ohnehin schon gewährleisteten. Höhere Fluggeschwindigkeiten waren nun möglich. Trotz dieser hohen Qualität war der Terrestra Silverstream der letzte seiner Art. Denn alle nachkommenden Spielbälle sollten eine weitere Innovation aufweisen.

Kinas, das Maskottchen der UEFA Euro 2004 championship poses mit dem official match Ball in Portugal. AFP PHOTO / LLUIS GENE.

Kinas, das Maskottchen der UEFA Euro 2004 championship poses mit dem official match Ball in Portugal. AFP PHOTO / LLUIS GENE.

Portugal 2004 – kontroverse Neuerungen

Auf den Trikots dieser EM waren die Nationfarben wieder stärker vertreten, auf das vorherige Grau verzichtete man vollends, die Nummern in futuristischer Schrift zierten die Brust. Es gab schon schlechtere Designs, es gab aber kaum schlechtere Platzierungen als bei dieser Großveranstaltung. Die Nationalelf unter Rudi Völler schied in der Vorrunde aus. Diese Europameisterschaft sollte der große Triumph eines Außenseiters werden. Die Griechen sorgten für eine riesige Sensation, als sie unter Otto Rehhagel den Pokal holten. Bester Spieler im heißen Land wurde Theodoros Zagorakis. Der Italiener Francesco Totti hatte weniger Annahme zur Freude, er wurde wegen einer Spuckattacke gegen einen Dänen für drei Spiele gesperrt. Ebenfalls für Aufsehen sorgte der EM-Spielball Roteiro. Dessen Nähte waren nun erstmals nicht mehr zusammengenäht sondern mit einer thermischen Klebetechnik zusammengefügt. Er bestand vollständig aus Polyurethan, einem Kunststoff, der die Aufnahme von Wasser verhinderte. Somit wurde der Ball langlebiger. Man erinnere sich an die Spielbälle der ersten Fußball-Weltmeisterschaften, die teilweise nicht einmal ganze Halbzeiten durchstanden. Wer einen detaillierteren Blick auf den Ball werfen möchte, wird erfahren, dass gegenüber dem Ventil ein kleines Gegengewicht angebracht wurde, um die Unwucht zu kompensieren. Somit wurde die Flugbahn verbessert. Benannt wurde diese Neuerung Power Balance Technologie. Hört sich eigentlich ganz gut an. Nur wurde seitens der Spieler starke Kritik laut. Von „Katastrophe“, „Murmel“, „wie mit Fett eingerieben“ oder „Spielgerät für den Strand“ war die Rede. Das Design war weniger kontrovers. Eher schlicht gehalten, in Silber und mit schwarzen Streifen versehen, erinnerte es, auch was den Namen betrifft, an den wichtigsten Seefahrer Portugals, Vasco da Gama. Der Roteiro wurde nach dem Logbuch des Entdeckers benannt. Die aqua-metallische Grundfarbe sollte das Meer und den Himmel widerspiegeln, die blauen Linien das Koordinatensystem.

Österreich und Schweiz 2008 – Relaunch

Nach den Niederlanden und Belgien acht Jahre zuvor gab es nun wieder zwei Gastgeberländer. Die Nachbarstaaten Deutschlands boten ein interessantes Turnier, in der letztendlich mit dem EM-Sieg die spanische Ära begann. Daran konnte auch Deutschland nichts ändern, für sie reichte es schließlich nur für Silber. David Villa wurde Torschützenkönig, dicht gefolgt unter anderem übrigens von Lukas Podolski. Die Mannschaft Österreichs hoffte gegen die deutsche Nationalelf zuvor noch an ein zweites Cordoba, scheiterte jedoch am Freistoßtor durch Michael Ballack, welches in Deutschland zum Tor des Jahres gekürt wurde. Die Trikots waren den Vorgängern nicht unähnlich. Nun waren die Nationalfarben aber bereits auf der Brust vertreten. Schwarz-weiß wurde natürlich wie immer beibehalten. Umfangreiche Neuerungen gab es jedoch beim offiziellen Spielball von adidas. Möglicherweise war auch die harsche Kritik durch die Spieler, die in der vorherigen EM 2004 geäußert wurde, ein Grund dafür, dass man sich einem Relaunch zuwendete. Gleich auf den ersten Blick auf den Spielball Europass ist erkennbar, dass er sich designtechnisch einerseits an den Fußballbällen orientiert, die damals für die ersten Weltmeisterschaften verwendet wurden, und andererseits natürlich auch an das weltberühmte Design vorhergegangener adidas-Bälle. Aus 14 Panels bestehend, waren davon sechs in Propellerform und die restlichen acht in Form eines dreigliedrigen Rotors. Erstere wurden an den Enden mit schwarzen Kreisen versehen. Gleich wie Roteiro wurde auch der Europass nicht mehr genäht sondern zusammengeschweißt. Ein Griff auf die Oberfläche des Balles verriet eine strukturierte Gestaltung, die in der Fachwelt als eine Gänsehautstruktur bezeichnet wurde. Sie sorgte für mehr Griff zwischen Ball und Fußballschuh, aber auch verbesserte Flugeigenschaften und die Möglichkeit für Spieler, auch bei schlechten Wetterbedingungen perfekte Kontrolle zu haben. Dies war gerade bei der EM 2008 von Vorteil, litt man doch oft unter den starken Unwettern. Der Name Europass ist naheliegend, so waren ja die beiden Gastgeberländer Teile Europas. Außerdem stand der Name für den Pass am Spielfeld – zwischen Europäern in einem Turnier vereint.

UEFA Präsident Michel Platini mit dem UEFA EURO 2008 Fußball . AFP PHOTO / DIETER NAGL

UEFA Präsident Michel Platini mit dem UEFA EURO 2008 Fußball . AFP PHOTO / DIETER NAGL

Polen und Ukraine 2012 – Tests im Windkanal für optimale Aerodynamik

Spanien war amtierender Weltmeister zu dieser Zeit, und auch Titelverteidiger der Europameisterschaft. Dieser entsprechend starken Favoritenrolle wurden die Spanier gerecht und ließen sich in Osteuropa als Sieger feiern. Diese Titelverteidigung eines Europameisters gelang bislang niemanden. Torschützenkönig war Fernando Torres, der auch in dieser EM wieder für entscheidende Tore sorgte. Deutschland versäumte die Chance, sich für das verlorene Finale in Wien 2008 gegen die Spanier zu rächen, und unterlag im Halbfinale gegen Italien. An den Trikots kann es nicht gelegen haben, waren sie nämlich äußert elegant, wenn auch etwas zurückhaltend. Schwarz-weiße Trikots mit drei diagonal verlaufenden dünnen Streifen in den Nationalfarben machten einen ordentlichen Eindruck. Weniger dezent war der offizielle Spielball von adidas. Der Tango 12 hielt, was der Name versprach. Inspiration für das Design war der Tango von 1978, farbliche Vorgabe waren die Nationalfarben der beiden Gastgeberländer. Im Zentrum befindet sich das Logo der Großveranstaltung, eine Blume. Die Entwicklung beanspruchte zwei Jahre, darunter gab es auch Tests mit dem FC Bayern München oder Real Madrid. Technisch gesehen hat er viele Ähnlichkeiten mit dem WM-Ball von 2010 in Südafrika, dem Jabulani. Beide bestehen aus 12 3D-Panels, die mithilfe von Wärme miteinander verklebt wurden, also abermals nicht mehr genäht. Durch Tests im Windkanal und aerodynamischen Rillen wurde die Flugeigenschaft perfektioniert, und durch die nicht vorhandenen Nähte – der Ball ist somit ein einziges Stück – sorgt er für ausgezeichnete Präzision.