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Die Fußball Europameisterschaft 2020


Die Fußball Europameisterschaft 2020 in Europa

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 findet erstmals nicht nur in einem oder zwei Austragungsländer, sondern in verschiedenen Metropolen in ganz Europa statt. Der Grund dafür ist der 60. Geburtstag des Turniers, das 1960 noch als „Europapokal der Nationen“ erstmals in Frankreich veranstaltet wurde. So entschied sich die UEFA, das 60. Jubiläum auf dem gesamten Kontinent zu feiern und benannte London, Baku, Rom, München, St. Petersburg, Kopenhagen, Bukarest, Amsterdam, Dublin, Bilbao, Budapest, Brüssel und Glasgow als Spielorte.

Die Idee zur Fußball EM 2020

Zunächst bekundete die Türkei ihr Interesse, als Gastgeber für dieses Turnier zu fungieren. Darüber hinaus beabsichtigten sowohl Schottland, Irland und Wales als auch Georgien und Aserbaidschan sich gemeinsam als Austragungsort für die EM 2020 zu bewerben. Keiner diese Interessensbekundungen konnte die UEFA jedoch so recht überzeugen, besonders da die Türkei als bevorzugter Gastgeber ebenfalls beabsichtigte, Istanbul ins Rennen um die Olympischen Spiele 2020 zu schicken.

Der Pokal der Fußballeuropameisterschaft bei der Abstimmung zur Endrunde der EM 2020 in ganz Europa (Foto AFP)

Der Pokal der Fußballeuropameisterschaft bei der Abstimmung zur Endrunde der EM 2020 in ganz Europa (Foto AFP)

Einen Tag vor dem Finale der EM 2012 äußerte UEFA-Präsident Michel Platini dann den Vorschlag, die Europameisterschaft im Jahre 2020 nicht in ein, zwei oder sogar drei Gastgeberländern auszutragen, sondern sie über 12 Städte auf dem gesamten Kontinent zu verteilen. Dieser Vorschlag sorgte europaweit für Aufsehen, aber auch für viel Zustimmung. Da das Teilnehmerfeld für eine Fußball-Europameisterschaft bereits 2015 von 16 auf 24 Nationen aufgestockt werden sollte, kamen für die Austragung ohnehin nur noch wenige große Nationen mit modernen Stadien wie Deutschland, Frankreich oder England in Frage, die die Organisation eines solch großen Turniers stemmen können und so den immer größeren Anforderungen des Kontinental-Wettbewerbs gerecht werden können. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könne man nicht erwarten, dass die Länder die großen Investitionen, die die Austragung der Fußball-Europameisterschaft erfordert, tätigen, befand die UEFA.

Somit gab der Verband dann am 6. Dezember 2012 offiziell bekannt, dass der 60. Geburtstag der Fußball-Europameisterschaft nicht in einem Gastgeberland, sondern in mehreren Städten in ganz Europa gefeiert werden soll. Dies sei angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation in Europa eine logische Konsequenz, teilte UEFA-Präsident Platini mit. Am 25. Januar 2013 gab er Verband dann die Bewerbungskriterien für die Austragungsorte bekannt. So würden 12 Städte in einem sogenannten Standardpaket jeweils vier Spiele austragen, nämlich drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinale. Hinzu kam ein Paket, das die Austragung der Halbfinals sowie des Endspiels beinhaltete. Jeder von den insgesamt 54 Landesverbänden konnte sich mit nur einem Austragungsort bewerben, was bedeutete, dass jedes Spiel, das in einem Paket enthalten ist, in ein und demselben Stadion ausgetragen werden soll. Allerdings konnte sich jedes Land zwei Bewerbungen abgeben, sowohl für das Standardpaket als auch für die Austragung der Halbfinals und des Endspiels. Bis April 2014 sollten die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, sodass schließlich im September 2014 die Austragungsstädte durch das UEFA-Exekutivkomitee bestimmt werden konnten.

Hinsichtlich der Austragungsorte gab die UEFA dann weitere Anforderungen bekannt. Die Mindestkapazität des Stadions, in dem ein Halbfinale oder ein Endspiel stattfindet, beträgt 70.000 Plätze. Ein Stadion, in dem ein Viertelfinale ausgetragen wird, soll mindestens 60.000 Zuschauern Platz bieten, für die Gruppenspiele und Achtelfinals gilt eine Mindestanforderung von 50.000 Plätzen. Bis zu zwei Ausnahmen würden außerdem für Stadien mit einer Mindestkapazität von 30.000 Plätzen gewährt werden. Ferner wurden Neubauten gewährt, die Bauarbeiten sollten aber spätestens 2016 begonnen werden. Im Gegensatz zum üblichen Modus sind die 13 Gastgeber logischerweise nicht für das Turnier qualifiziert. In allen sechs Gruppen können maximal zwei Ausrichterverbände vertreten bei der Europameisterschaft sein, und jeder qualifizierte Ausrichter darf in der Gruppenphase zwei Heimspiele bestreiten. In der K.O.-Phase gibt es allerdings keine Heimspielgarantie mehr. Die Gruppen werden wie immer ausgelost, allerdings soll bei der Einteilung der Ausrichterteams in die Gruppen den Reisedistanzen so weit wie möglich Rechnung getragen, so dass die Fans nicht länger als zwei Stunden fliegen müssen. Darüber hinaus gab UEFA-Präsident Michel Platini bekannt, dass er es vorziehen würde, wenn die Euro 2020 in Städten ausgetragen werden würde, die noch nie Gastgeber einer Fußball-Europameisterschaft waren.

Die deutsche Bewerbung für die Euro 2020

In Deutschland erwägte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach aufgrund der Vorgaben bezüglich der Mindestkapazität, sich mit Berlin, München, Stuttgart oder Dortmund für das Standardpaket zu bewerben. Der Teammanager der Nationalmannschaft Oliver Bierhoff sprach sich hingegen für eine Bewerbung um die Austragung der Halbfinals und des Endspiels aus, da er davon ausging, dass Deutschland an diesen Spielen teilnehmen wird. Von Beginn an flossen auch internationale sportpolitische Aspekte mit in die Entscheidung ein und so machte der DFB auch vieles abhängig von der Vergabe der Olympischen Spiele 2020. Wenn Istanbul nicht den Zuschlag als Austragungsort für Olympia bekäme, so wäre es wahrscheinlich, dass die Hauptstadt der Türkei die Ausrichtung der Halbfinals und des Endspiels der Euro 2020 zugesprochen bekäme. Dann würde sich der DFB nur um das Standardpaket bemühen.
Schließlich wurden München mit der Allianz Arena und Berlin und sein Olympiastadion als die beiden geeignetsten Bewerber erachtet und somit als Bewerber ins Rennen geschickt. Beide Städte hatten in der jüngeren Vergangenheit bereits ähnliche sportliche Großveranstaltungen bravourös gemeistert. In Berlin fand unter anderem das Finale der WM 2006 ab, München war Austragungsort des Champions League-Endspiels im Jahre 2012. München galt jedoch von Anfang an als Favorit, da die südlichen Bundesländer im DFB-Präsidium stärker vertreten sind und sie Allianz Arena im Besitz des FC Bayern ist. Das bedeutet, dass die Einnahmen der Spiele dem FC Bayern München und der Bundesliga zugutekommen und nicht, wie es in Berlin der Fall wäre, dem Land. Somit war es dann auch wenig überraschend, dass das DFB-Präsidium am 30. August 2013 ankündigte, sich mit München für die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2020 zu bewerben.

Englands Fußballchef Greg Dyke (L) mit dem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei der Verkündung der Austragungsorte der EURO 2020 ( AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI)

Englands Fußballchef Greg Dyke (L) mit dem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei der Verkündung der Austragungsorte der EURO 2020 ( AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI)

Die europäischen Bewerberstädte für die Euro 2020

Bis zum Stichtag am 12. September 2013 hatten insgesamt 32 Mitgliedsverbände der UEFA ihr Interesse bekundet, von denen 19 Verbände bis zum 25. April 2014 ihre Bewerbung einreichten. Zuvor hatten einige Länder ihre Bewerbung aus verschiedensten Gründen zurückgezogen. So entschied sich Finnland, sich nicht mit dem Olympiastadion in Helsinki zu bewerben, da man es nicht ausbauen wollte. Die tschechische Regierung hingegen konnte den Bau eines neuen Stadions nicht garantieren, was den Fußballverband dazu zwang, sich nicht um die Austragung der Euro 2020 zu bemühen. In anderen Nationen rechnete man sich nur geringe Chancen aus, da man in der jüngeren Vergangenheit Gastgeber einer Europameisterschaft gewesen war. Daher zog die Schweiz, Gastgeber der Euro 2008, seine Bewerbung ebenso zurück wie die Ukraine und Polen, wo die Euro 2012 ausgetragen worden war. Auch Frankreich als Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2016 entschied sich, bei der Austragung des folgenden Turnieres lieber anderen Ländern den Vorzug zu geben. Aufgrund finanzieller Probleme und mangelnder Unterstützung der Regierung zogen des Weiteren auch Portugal, Kroatien, Serbien, Armenien, Griechenland und Kasachstan ihre Bewerbung zurück.
Etwas überraschend entschied sich auch die Türkei gegen die Bewerbung als Austragungsort für die Euro 2020, obwohl man auf die Olympischen Spiele verzichten muss. Der türkische Verband entschloss sich trotzdem, sich voll und ganz auf die Bewerbung um die Euro 2024 zu konzentrieren, da man sich aufgrund der Struktur in der Lage sehe, ein ganzes Turnier und nicht nur ein Spiele auszutragen. Somit rückte dann auch wieder die Bewerbung des DFB für das Final-Paket in den Vordergrund.

Die endgültige Liste der Bewerber sah dann wie folgt aus: Aserbaidschan (Baku: Baku Olympiastadion – Neubau mit 68.000 Plätzen), Belgien (Brüssel: Neues Nationalstadion – Neubau mit 60.000 Plätzen), Bulgarien (Sofia: Wassil-Lewski-Nationalstadion mit 46.340 Plätzen), Dänemark (Kopenhagen: Telia Parken mit 38.076 Plätzen), Deutschland (München: Allianz Arena – Ausbau mit 71.000 Plätzen), England (London: Wembley Stadion mit 90.000 Plätzen), Irland (Dublin: Aviva Stadion mit 51.700 Plätzen), Israel (Jerusalem: Teddy-Kollek-Stadion mit 50.000 Plätzen),Italien (Rom: Olympiastadion mit 72.698 Plätzen), Mazedonien (Skopje: Philip-II-Arena mit 36.400 Plätzen), Niederlande (Amsterdam: Amsterdam Arena mit 52.960 Plätzen), Rumänien (Bukarest: Neues Nationalstadion – Neubau mit 65.000 Plätzen), Russland (Sankt Petersburg: Gazprom-Arena mit 69.501 Plätzen), Schottland (Glasgow: Hampden Park mit 52.500 Plätzen), Schweden (Stockholm: Friends Arena mit 50.000 Plätzen), Spanien (Bilbao: Estadio de San Mamés mit 50.000 Plätzen), Ungarn (Budapest: Neues Nationalstadion – Neubau mit 65.000 Plätzen), Wales (Cardiff: Millennium Stadium mit 74.500 Plätzen) und Weißrussland (Minsk: Traktar-Stadion – nach Renovierung mit 30.000 Plätzen).
Deutschland und England bewarben sich als einzige Nationen für das Finalpaket, wobei sich der DFB ebenfalls für das Standardpaket bewarb. Allerdings beschloss Deutschland dann, seine Bewerbung für die Austragung der Halbfinals und des Endspiels wenige Wochen vor der Vergabe am 19. September 2014 zurückzuziehen. Grund hierfür war abermals eine sportpolitische Entscheidung, denn man hatte sich auf einen Deal mit den Engländern eingelassen. So verzichtete Deutschland auf die Bewerbung für das Finalpaket, womit London automatisch Austragungsort der beiden Halbfinals und des Endspiels um den Titel des Europameisters 2020 wurde. Im Gegenzug sieht England von einer Bewerbung als Gastgeber der Euro 2024 und wird hingegen Deutschland unterstützen, das sich um die Ausrichtung des Turniers bemühen will.

Die Austragungsorte der Euro 2020

Neben London als Gastgeber der Halbfinals und des Endspiels fiel die Wahl des UEFA-Exekutivkommittees am 19. September 2014 auf folgende Städte als Austragungsort:
Aserbaidschan: Baku – drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
Belgien: Brüssel – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Dänemark: Kopenhagen – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Deutschland: München – drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
Ungarn: Budapest – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Italien: Rom – drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
Niederlande: Amsterdam – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Republik Irland: Dublin – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Rumänien: Bukarest – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Russland: St. Petersburg – drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
Schottland: Glasgow – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
Spanien: Bilbao – drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale

UEFA President Michel Platini hält die Karte für München hoch, in der drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale stattfinden werden. ( AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI )

UEFA President Michel Platini hält die Karte für München hoch, in der drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale stattfinden werden. ( AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI )

Mit der Entscheidung für London für die Austragung der Halbfinals und des Endspiels fiel die Wahl auf das nach dem Camp Nou in Barcelona zweitgrößte Fußballstadion Europas und die Kirche des Fußballs, wie Pele Wembley einmal ehrfürchtig nannte. Es wurde 2007 an derselben Stelle eröffnet, an der das alte Webley-Stadion 2000 geschlossen und 2003 abgerissen worden war. Das Wembley ist das National Stadium der Engländer, in dem alle Länderspiele der Nationalmannschaft ausgetragen werden. Darüber hinaus finden hier auch die Finalrunden der englischen Pokalwettbewerbe statt. Vielen Deutschen ist das Stadion noch in besonderer Erinnerung, da hier am 25. Mai 2013 das Finale der Champions League stattfand, in dem sich Bayern München und Borussia Dortmund gegenüber standen. Im altehrwürdigen Wembley verlor die deutsche Nationalmannschaft außerdem das Finale um die Weltmeisterschaft 1966, in dem ein äußerst fragwürdiges Tor fiel, das nach dem Stadion benannt wurde, in dem es (nicht) fiel: das Wembley-Tor.

Die Qualifikation zur Euro 2020

Der Start der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 ist voraussichtlich im September 2018, also im Anschluss an die WM 2018 in Russland. Alle 54 Nationalmannschaften inklusive der 13 Gastgeber der Euro 2020 müssen dann antreten, um sich für einen der 24 Startplätze für das Turnier zu qualifizieren. Da 2018 allerdings auch die UEFA Nations League beginnt, wird diese mit der EM-Qualifikation gekoppelt, so dass die Teams eine zweite Chance auf die EM bekommen. Die normale Qualifikation, die in zehn Gruppen fünf Doppelspieltagen erfolgt, findet von März bis November 2019 statt. Die beiden Ersten jeder Gruppe qualifizieren sich automatisch für die Euro 2020, so dass nach dieser Qualifikationsphase 20 der insgesamt 24 Teilnehmer feststehen. Die restlichen vier Mannschaften, die zur EM fahren dürfen, werden aus Teilnehmer der UEFA Nations League ermittelt. Da diese entsprechend der UEFA-Fünfjahreswertung in vier Ligen unterteilt ist, wird jeder dieser Ligen ein Startplatz bei der EM zugeteilt. Um diesen Startplatz spielen jeweils vier Mannschaften aus jeder Liga, die sich noch nicht für die Euro 2020 qualifizieren konnten, im März 2020 in sogenannten Play-Offs, in denen sie in einem Halbfinale und einem anschließenden Endspiel den Sieger ihrer Liga ermitteln, der dann zur Europameisterschaft fahren darf.
Da die UEFA Nations League sich an der Fünfjahreswertung orientiert, werden in der Liga D die schwächsten der 54 UEFA-Länder zu finden sein. Diese haben den Vorteil, dass sie untereinander dann die Qualifikation für die EM ausspielen können, falls sie diese während der regulären Gruppenphase nicht geschafft haben, und können so den großen Fußballnationen wie Deutschland, Spanien oder den Niederlanden bei diesen Play-Offs komplett aus dem Weg gehen. Das erhöht natürlich auch die Chancen dieser Nationen auf eine EM-Teilnahme. Ob dies auch die Qualität des Teilnehmerfelds bei dem Turnier erhöht, wird sich zeigen.

Die EM 2020 im TV

Im Oktober 2016 einigte sich SportA, die Rechteagentur der ARD und des ZDF, mit der UEFA über die Senderechte aller 51 Spiele. Somit werden wieder alle EM-Spiele in den öffentlich-rechtlichen Programmen ausgetragen. Es ist aber auch wieder möglich, dass die Parallelspiele am letzten Gruppenspieltag der Vorrunde an Pro7 / Sat 1 weiterverkauft werden. Ob RTL die Qualifikationsspiele zur EM 2020 wie in den vergangenen Jahren überträgt, ist derzeit nicht bekannt.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft auf dem Weg zur EURO 2020

Unabhängig von der UEFA Nations League ist zu erwarten, dass sich die DFB-Elf wie immer seit 1972 auch für die Euro 2020 qualifizieren wird. Wie die Mannschaft dann aussehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber natürlich noch völlig ungewiss. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat einen Vertrag bis 2020 und es ist zu erwarten, dass er diesen auch erfüllen wird, sollte Deutschland nicht bei der Euro 2016 in Frankreich oder der WM 2018 in Russland überraschend schlecht abschneiden, so dass man sich im DFB-Präsidium zu großen Veränderungen gezwungen sieht. Der Vertrag von Bundestrainer Jogi Löw gilt lediglich bis 2018 und eine erneute Verlängerung dürfte sowohl von möglichen Erfolgen als auch von potenziellen Misserfolgen der Nationalmannschaft abhängen. Sollte diese 2016 eine erfolgreiche oder zumindest gute EM in Frankreich spielen, wird Löw seinen Vertrag auch erfüllen. Es ist allerdings denkbar, dass Löw nach der WM 2018 in Russland sein Amt zur Verfügung stellt, egal, wie das Turnier ausgeht. Denn ein frühzeitiges Scheitern würde bedeuten, dass es wohl Zeit für einen Umbruch ist. Sollte es der Löw-Elf hingegen gelingen, erneut die WM nach 2014 zu gewinnen und den Titel des Weltmeisters zu verteidigen, wäre der Trainer endgültig auf dem Zenit angekommen und würde sich dann vermutlich eine Auszeit gönnen oder sich neuen Aufgaben widmen.
Wer also bei der Euro 2020 an der Seitenlinie stehen wird, ist noch äußerst ungewiss. Noch unklarer ist allerdings, wie die Mannschaft aussehen wird, die dann auf dem Feld stehen wird. Nach jedem Turnier erfolgt meist ein gewisser Umbruch, der umso größer bei dem Gewinn eines Titels ausfällt. Dies konnte man nach der WM 2014 sehen, als sowohl Kapitän Philipp Lahm als auch der Routinier Miroslav Klose und der Abwehrhüne Per Mertesacker zurücktraten. Nach der EM 2016 könnte dann der nächste Schnitt erfolgen, denn auch Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski werden dann vermutlich ihre internationale Karriere beenden. Manuel Neuer wird bei der Europameisterschaft 2020 bereits 34 Jahre alt sein, aber da dies für einen Torhütern kein hohes Alter ist und auch Oliver Kahn und Jens Lehmann mit Mitte 30 noch auf höchstem Niveau spielten, ist es durchaus möglich, dass Neuer auch 2020 noch zwischen den Pfosten stehen wird. Einige andere aktuelle Weltmeister wie Thomas Müller, Mario Götze, Jerome Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos oder Sami Khedira werden bei der Euro 2020 um die 30 sein, was normalerweise als „bestes Fußballalter“ gilt. Ob aber alle bis dahin noch im Kader der Nationalmannschaft vertreten sein werden, vom Verletzungspech verschont bleiben und ihre Form halten können, bleibt abzuwarten. Denn beim DFB rücken stets neue Talente nach und der Bundestrainer hat eine so große Auswahl wie wohl nie zuvor. Spieler wie Marco Reus, Holger Badstuber und Ilkay Gündogan, die bei der WM 2014 noch verletzungsbedingt fehlten, dürften 2020 ebenso zu Leistungsträgern zählen wie Spieler, die bei der letzten WM noch nicht so im Fokus standen, wie beispielsweise Andre Schürrle oder Julian Draxler. Hinzu kommen vielleicht aktuelle Jungstars wie Karim Bellarabi oder aufstrebende Talente wie Wolfsburgs Maximilian Arnold, Max Meyer vom FC Schalke 04, der Leverkusener Julian Brandt oder Werder Bremens U19-Europameister Davie Selke.
Aber natürlich werden bis zur EM 2020 auch noch zahlreiche Talente in den Fokus rücken, die jetzt noch niemand auf dem Zettel und die aktuell noch in den Jugendmannschaften eines Bundesligisten spielen. Wenn man sich die Entwicklung der DFB-Elf seit 2004 ansieht, erkennt man, wie viele Riesentalente seitdem den Weg in die Nationalmannschaft gefunden haben: Özil, Götze, Hummels, Müller, Badstuber, Kroos, Neuer, Boateng und viele mehr. Sie alle debütierten vor einigen Jahren als junge Talente unter Löw und sind aus der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. So besteht große Hoffnung, dass zu den Talenten, die eine große Karriere in der Nationalmannschaft hinlegten, bis zur Euro 2020 noch das ein oder andere hinzukommt.


Das WM 2018 Trikot