WM 2026 Boykott – Gründe, Möglichkeiten, Stimmen & Diskussion

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko steht vor der Tür, doch statt Vorfreude dominiert eine hitzige Debatte: Sollte man das Turnier boykottieren? Vom 11.Juni 2026 bis zum 19.Juli finden 104 WM-Spiele mit 48 WM-Teilnehmer an 16 Austragungsorten statt – eine MammuttXXL-WM der FIFA. Zwischen geopolitischen Spannungen durch US-Präsident Donald Trump, Einreiseverboten und der Sorge um die Sicherheit der Fußballfans steht der Fußball an einem Scheideweg. Wir haben einen Boykott gestartet: WM 2026 Boykott! Boykottieren Sie die Fußball-WM 2026 in USA, Kanada & Mexiko!

WM 2026 Boykott - Gründe, Möglichkeiten, Stimme
WM 2026 Boykott – Gründe, Möglichkeiten, Stimme

Petition: WM 2026 Boykottieren!

Gründe für einen möglichen WM 2026 Boykott

Warum fordern Politiker, Fans und sogar ehemalige Funktionäre ein Fernbleiben? Die Gründe sind vielschichtig:

  • Geopolitische Spannungen: Besonders die Bestrebungen von US-Präsident Trump zur Übernahme von Grönland haben in Europa (vor allem Dänemark) für Empörung gesorgt.
  • Einreiseverbote & Diskriminierung: Neue, willkürliche Einreisebestimmungen der USA betreffen Fans und potenziell sogar Teams (z. B. aus dem Iran oder Senegal). Kritiker befürchten, dass Fans an der Grenze schikaniert werden.
  • Menschenrechte & Polizeigewalt: Vorfälle rund um die US-Einwanderungsbehörde ICE (wie die tödlichen Schüsse in Minneapolis) haben weltweit Proteste ausgelöst.
  • Kommerzialisierung & Klima: Die massive Ausweitung auf 48 Teams führt zu gigantischen Reisebelastungen, einem enormen CO2-Fußabdruck und Ticketpreisen, die für normale Fans kaum bezahlbar sind.

Konsequenzen und Möglichkeiten des WM 2026 Boykotts

Was würde ein Boykott tatsächlich bewirken? Hier muss zwischen verschiedenen Ebenen unterschieden werden:

Ebene Mögliche Maßnahmen Konsequenzen
Sportlich Nichtantritt der Nationalmannschaft Ausschluss von künftigen FIFA-Turnieren, massive finanzielle Strafen.
Politisch Diplomatischer Boykott (keine Staatsgäste) Symbolische Geste ohne direkten Einfluss auf den Spielbetrieb.
Fans & Medien TV-Boykott / Reiseverzicht Sinkende Einschaltquoten, wirtschaftlicher Druck auf Sponsoren und FIFA.

Die „Grönland-Frage“: Ein koordinierter Rückzug der UEFA-Nationen (16 Startplätze) würde das Turnier logistisch und finanziell kollabieren lassen, gilt aber als politisches „nukleares Szenario“.

WASHINGTON, DC - 07. MÄRZ: Gianni Infantino, Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), spricht neben US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung einer Durchführungsverordnung im Oval Office des Weißen Hauses am 07. März 2025 in Washington, DC. Präsident Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung einer Task Force des Weißen Hauses für die Fußballweltmeisterschaft 2026. Anna Moneymaker/Getty Images/AFP (Foto von Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)
WASHINGTON, DC – 07. MÄRZ: Gianni Infantino, Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), spricht neben US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung einer Durchführungsverordnung im Oval Office des Weißen Hauses am 07. März 2025 in Washington, DC. Präsident Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung einer Task Force des Weißen Hauses für die Fußballweltmeisterschaft 2026. Anna Moneymaker/Getty Images/AFP (Foto von Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Stimmen der Institutionen und Personen – Was sagt man zum WM 2026 Boykott?

Wie positionieren sich die Schwergewichte des Fußballs? Stand Januar 2026 ist das Bild gespalten:

FIFA & UEFA

  • FIFA (Gianni Infantino): Hält sich bedeckt und pocht auf die „Neutralität des Sports“. Kritiker werfen der FIFA vor, die Bühne für Trump zu bereiten.

  • UEFA: Hat bisher keine offiziellen Boykott-Drohungen ausgesprochen, beobachtet aber die diplomatischen Spannungen in Europa mit Sorge.

DFB & Deutsche Stimmen

  • Bernd Neuendorf (DFB-Präsident): Bezeichnete die Debatte als „völlig verfehlt“ und zum „falschen Zeitpunkt“. Er warnt vor einem Alleingang.

  • Rudi Völler (Sportdirektor): Möchte keine „Maulkörbe“, warnt aber vor einem Fiasko wie in Katar (One-Love-Binde) und will den Fokus auf dem Sportlichen halten.

  • Oke Göttlich (DFB-Vize & St. Pauli): Er ist der prominenteste Mahner. Er rät offen: „Nicht hinfahren“ und fordert eine ehrliche Debatte über die politischen Grenzen des Sports.

  • Joshua Kimmich (Kapitän): Zeigt sich zurückhaltend und möchte sich nicht mehr an politischen Diskussionen beteiligen, nachdem die Erfahrungen aus Katar nachwirkten.

International

  • Sepp Blatter: Der Ex-FIFA-Chef unterstützt überraschend Fan-Boykotts und rät aufgrund der Sicherheitslage von Reisen in die USA ab.

Pressekonferenz mit Bundestrainer Julian Nagelsmann, Bernd Neuendorf (DFB-Praesident), Rudi Voeller (DFB-Direktor Maenner-Nationalmannschaft), Foto: Thomas Boecker/DFB
Pressekonferenz mit Bundestrainer Julian Nagelsmann, Bernd Neuendorf (DFB-Praesident), Rudi Voeller (DFB-Direktor Maenner-Nationalmannschaft),
Foto: Thomas Boecker/DFB

FAQ: Die Boykott-Debatte zur WM 2026

Hier finden Sie Antworten auf die drängendsten Fragen rund um die Forderungen nach einem Boykott der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.

Grundlagen & Ursachen

Warum wird überhaupt über einen Boykott der WM 2026 diskutiert? Die Diskussion entzündet sich primär an der aggressiven Außenpolitik der USA unter Präsident Donald Trump. Besonders die Bestrebungen zur Übernahme Grönlands (und die damit verbundenen Spannungen mit Dänemark/Europa) sowie willkürliche Einreisebeschränkungen für Fans und Funktionäre bestimmter Nationen (z. B. Iran) haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Zudem sorgen tödliche Vorfälle durch die US-Einwanderungsbehörde ICE für Sicherheitsbedenken.

Ist ein sportlicher Boykott (Nicht-Teilnahme der Teams) wahrscheinlich? Aktuell ist ein kompletter Rückzug großer Nationen wie Deutschland eher unwahrscheinlich, da die sportlichen und finanziellen Sanktionen der FIFA (Ausschluss von künftigen Turnieren) immens wären. Realistischer ist derzeit ein diplomatischer Boykott, bei dem Regierungsvertreter dem Turnier fernbleiben.

Sicherheit & Fans

Was rät die Bundesregierung Fans, die zur WM reisen wollen? Die Bundesregierung (Auswärtiges Amt) mahnt zur erhöhten Vorsicht. Aufgrund der unklaren Lage an den US-Grenzen und der verschärften Kontrollen durch die Border Patrol wird Fans geraten, sich vorab genau über Visa-Bestimmungen zu informieren.

Warum warnt Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter vor der Reise? Blatter hat sich überraschend kritisch geäußert und Fans dazu geraten, den USA fernzubleiben („Bleibt den USA fern“). Er sieht die Sicherheitsrisiken für ausländische Besucher aufgrund der innenpolitischen Instabilität und behördlicher Willkür als zu hoch an.

Positionen der Verbände

Wie steht der DFB zum Thema Boykott? Die Führung ist gespalten:

  • Bernd Neuendorf (Präsident): Hält die Debatte für „völlig verfehlt“ und verweist darauf, dass die Bewertung der politischen Lage Sache der Bundesregierung sei.

  • Oke Göttlich (Vize-Präsident): Er forciert die Debatte aktiv und stellte öffentlich die Frage, wann der Zeitpunkt für einen Rückzug gekommen sei, wenn nicht jetzt.

Was sagen die Spieler der Nationalmannschaft? Kapitän Joshua Kimmich und andere Nationalspieler halten sich mit politischen Aussagen stark zurück. Sie verweisen auf die Lehren aus der WM 2022 in Katar, wo die politische Debatte („One Love“-Binde) die sportliche Leistung überschattete.

Wie reagiert die FIFA auf die Kritik an den USA? Die FIFA unter Gianni Infantino setzt auf Neutralität und betont die Autonomie des Sports. Kritiker werfen dem Verband jedoch Doppelmoral vor, da man bei früheren Turnieren (z. B. Russland 2018) deutlich schneller auf politische Einmischungen der Gastgeber reagiert habe als nun bei den USA.

Folgen & Alternativen

Welche Konsequenzen hätte ein Fernbleiben Deutschlands? Ein Boykott durch den DFB würde vermutlich zu einer mehrjährigen Sperre für alle FIFA-Wettbewerbe führen. Zudem stünden dreistellige Millionenverluste durch entgangene Sponsoring- und TV-Gelder im Raum.

Gibt es Alternativen zum kompletten Boykott? Ja, diskutiert werden:

  • Diplomatischer Boykott: Keine Politiker auf der Ehrentribüne.

  • Sichtbare Proteste: Gesten der Spieler vor Ort (ähnlich dem „Mund-zu“-Foto 2022).

  • TV-Boykott: Fans verzichten konsequent auf das Einschalten der Spiele, um die Quote und damit den Werbewert zu senken.

Linkliste – Das sagen die Medien und andere Institutionen

Petitionen zum WM 2026 Boykott