Jean-Marie Pfaff im Interview: Belgien bei der EM 2024

In der Welt des Fußballs hat Torhüter Jean-Marie Pfaff gleichermaßen in Belgien und Deutschland Spuren hinterlassen hat. Mit seiner beeindruckenden Karriere als Torhüter und 64 Länderspielen für Belgien ist Pfaff eine Legende, die nicht nur auf dem Spielfeld Akzente setzte, sondern auch durch seine Verbindungen zu anderen Fußballgrößen wie Maradona, Pelé und Beckenbauer. Seine Expertise ist besonders wertvoll, wenn es um Einschätzungen zu bevorstehenden Großturnieren geht, wie die Europameisterschaft 2024, die in Deutschland stattfinden wird. Im Interview bei web.de gibt er interessante Einschätzungen.

Belgien, Pfaffs Heimatland, steht vor einer spannenden Herausforderung in der Gruppe E der Europameisterschaft. Mit einer starken Mannschaft und der Rolle als Favorit in dieser Gruppe, wird von Belgien erwartet, mit Selbstvertrauen und Geschick die nächste Runde zu erreichen. Pfaffs Einschätzungen zu den Chancen Belgiens sind dabei besonders aufschlussreich. Er sieht in seiner Heimatmannschaft den klaren Gruppensieger, vorausgesetzt, sie treffen auf keine unerwarteten Hindernisse.

Belgiens Cheftrainer Domenico Tedesco gibt am 17. März 2023 im Hauptquartier des Königlich-Belgischen Fußballverbands RBFA in Tubize eine Pressekonferenz, um seinen Kader für die bevorstehenden Qualifikationsspiele zur UEFA-Europameisterschaft 2024 vorzustellen. (Foto von BRUNO FAHY / Belga / AFP) / Belgien OUT
Belgiens Cheftrainer Domenico Tedesco gibt am 17. März 2023 im Hauptquartier des Königlich-Belgischen Fußballverbands RBFA in Tubize eine Pressekonferenz, um seinen Kader für die bevorstehenden Qualifikationsspiele zur UEFA-Europameisterschaft 2024 vorzustellen. (Foto von BRUNO FAHY / Belga / AFP) / Belgien OUT

Belgiens beständiges Ansehen als Geheimtipp

Die belgische Nationalmannschaft, oft als „Rote Teufel“ betitelt, gilt fortwährend als unterschätzte Kraft auf internationaler Fußballbühne, doch ein großer internationaler Triumph fehlt weiterhin in ihrer Geschichte. Mit einem Kader, der von Experten häufig favorisiert wird, ist der Erfolgshunger in der Mannschaft und innerhalb des ganzen Landes unverkennbar. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als das Team weniger auf individuelle Brillanz und mehr auf eine geschlossene Mannschaftsleistung setzte, wird der heutige Ansatz vermehrt hinterfragt.

In den 1980ern feierten individuell weniger herausragende, aber kollektiv stärker verbundene Fußballer Belgiens größte Erfolge. Es ist unbestritten, dass einzelne Spieler wie Kevin De Bruyne die Spiele entscheidend prägen können; jedoch macht erst das Zusammenspiel innerhalb einer Mannschaft, das Füreinander-laufen und -kämpfen, die wahre Stärke aus. Diese Teamdynamik könnte entscheidend dafür sein, ob die „Roten Teufel“ ihren ersehnten Titel erringen werden.

Ein Blick auf die aktuelle Generation

  • Mit Schlüsselfiguren wie De Bruyne und Romelu Lukaku, die die 30 überschritten haben, steht möglicherweise eine der letzten Chancen für diese Generation an, internationale Lorbeeren zu erobern.
  • Ihre Karrierezeiten erreichen bald den Zenit, was den Druck erhöht, insbesondere bei der bevorstehenden Europameisterschaft und vielleicht auch während der kommenden Weltmeisterschaft.
  • Sollten die nächsten Meisterschaften nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist mit einem Generationswechsel im belgischen Fußball zu rechnen.

Die Nachwuchstalente im belgischen Fußball

  • Spieler wie Jérémy Doku und Loïs Openda deuten darauf hin, dass in Belgien eine womöglich noch talentiertere Generation als die von De Bruyne am Aufstieg ist.
  • Diese jungen Spieler verdienen sich bereits Anerkennung in großen Vereinen und sind die Bausteine für die belgische Nationalmannschaft der Zukunft.
  • Der eindrucksvolle Auftritt Belgiens bei Turnieren in den 1980er Jahren, teilweise mit einer zusammengewürfelten Amateurmannschaft, inspirierte unzählige junge Belgier, dem Fußball nachzugehen, und legte den Grundstein für zukünftige „goldene“ Generationen.

Der belgische Nationaltrainer

  • Domenico Tedesco, seit etwa einem Jahr im Amt des belgischen Trainers, überraschte viele mit seiner Ernennung.
  • Unter seiner Führung erwartet die Nation Erfolg und den langersehnten Titel, wodurch er sich einer hohen Erwartungshaltung ausgesetzt sieht.

Die Perspektive auf das deutsche Team

  • Belgien blickt mit Respekt auf die deutsche Mannschaft, die bekannt dafür ist, sich im Verlauf von Turnieren zu steigern.
  • Die EM im eigenen Land könnte für die deutsche Mannschaft einen zusätzlichen Motivationsschub bedeuten.
  • Trotz enttäuschender Spiele in der jüngeren Vergangenheit ist das Potenzial für ein starkes Turnier gegeben, der Heimvorteil könnte entscheidend sein.
  • Bekannte Größen wie Franz Beckenbauer und Gerd Müller genießen in Belgien nach wie vor Heldenstatus.

Insgesamt zeigt sich, dass Belgien sowohl mit Blick auf die kommenden Großereignisse als auch auf die langfristige Fußballentwicklung mit Optimismus und Zuversicht in die Zukunft schaut. Das Zusammenspiel von erfahrenen Profis und aufstrebenden Talenten könnte das Fundament sein, auf dem der ersehnte internationale Titelgewinn der „Roten Teufel“ erwachsen könnte.

England und Frankreich als Favoriten

In der europäischen Fußballlandschaft zeichnet sich ein spannender Wettbewerb ab. Insbesondere Frankreich und England zeigen sich als Mannschaften mit großem Potential und heben sich als Titelfavoriten hervor. Mit exzellenten Spielern wie Kylian Mbappé für Frankreich und Harry Kane für England, die beide Spiele im Alleingang entscheiden können, steht eine ereignisreiche Europameisterschaft bevor.

Neben diesen beiden Nationen darf jedoch nicht die Präsenz weiterer starker Teams unterschätzt werden. Italien als historisch erfolgreiche Fußballnation ist stets ein beachtenswerter Anwärter. Deutschland, Spanien und Belgien erweitern diesen Kreis der Herausforderer. Darüber hinaus sind die Mannschaften aus den Niederlanden und Kroatien bekannt für ihre Fähigkeit, Turniere zu beeinflussen.

Besonders im Blickfeld stehen dabei die kommenden Spiele in Deutschland. Der leichte Zugang und die attraktiven Austragungsorte, wie Köln und München, tragen zu einer hohen Erwartungshaltung bei. Das zweite Gruppenspiel Belgiens gegen Rumänien findet in Köln statt und zieht Fußballfans aus nah und fern an.

In Erinnerung an die jüngsten Verluste der Fußballwelt, insbesondere an Franz Beckenbauer, einen der prägenden Spieler und Förderer des deutschen Fußballs, wird die Meisterschaft ein Wechselspiel zwischen Feier und Gedenken. Beckenbauer hat, wie Pelé und Maradona, den Sport in den vergangenen Jahrzehnten mitgestaltet und wird in ehrender Erinnerung bleiben.

Wer schreibt hier?

    by
  • Nils Römeling

    Nils Römeling, seit 2006 aktiv, hat sich als Autor und Betreiber mehrerer angesehener Fußballwebseiten etabliert. Diese Plattformen bieten umfassende Berichterstattung über diverse Aspekte des Fußballs – von der deutschen Nationalmannschaft über die Bundesliga bis hin zu internationalen Begegnungen und dem Frauenfußball. Er hatte das Privileg, bedeutende Fußballereignisse wie die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2022 sowie die Europameisterschaften 2016 und 2021 live zu erleben und darüber zu berichten. In seiner Freizeit unterstützt er leidenschaftlich den FC Augsburg und besucht regelmäßig Spiele im Stadion.

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