ZDF Interview: Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF Sportstudio

Julian Nagelsmann betrat das ZDF-Sportstudio in grauen Sneakers scheinbar entspannt, doch sein Auftreten war trügerisch. Der Bundestrainer war nach Mainz gekommen, um Klarheit zu schaffen und Dinge aufzuräumen. In einem ausführlichen nächtlichen Interview mit ZDF-Moderator Jochen Breyer hinterfragte Nagelsmann vermeintlich feststehende Annahmen, gab Experimenten den Laufpass und vollzog einen Kurswechsel beim viel diskutierten Thema der letzten Wochen: Nun betrachtet er Joshua Kimmich als Option auf der Position des Rechtsverteidigers. „Josh ist hinten rechts eine Möglichkeit“, so der Bundestrainer – und bestätigte, das bereits mit dem Bayern-Spieler besprochen zu haben.

ZDF Interview: Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF Sportstudio
ZDF Interview: Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF Sportstudio
  • Julian Nagelsmann im ZDF-Sportstudio: Diskussion über Taktiken und Spielerrollen in der Nationalmannschaft.
  • Positionswandel für Joshua Kimmich: Nagelsmann sieht Kimmich nun als Rechtsverteidiger; Gespräch mit Kimmich bereits geführt.
  • Defensivere Ausrichtung geplant: Fokus auf verstärkte Defensive; Änderungen in der Startelf; Beendigung des Experiments mit Kai Havertz als Flügelspieler.
  • Torhüterentscheidung: Manuel Neuer bevorzugt für kommende Spiele gegen Frankreich und die Niederlande; Lob für seine Leistungen und Comeback.
  • Optimistischer Ausblick auf die EM: Nagelsmann betont Bedeutung von Freude und Ehre bei der Heim-EM; offensivere Rolle für Ilkay Gündogan; mögliche Rückkehr von Toni Kroos nicht ausgeschlossen.

Defensive Nachdenklichkeit – Neuer wieder vorne

Nagelsmann plant generell, seine Startformation künftig deutlich defensiver aufzustellen – zum Beispiel durch ein verstärktes Augenmerk auf die Defensive. Folglich beendet er auch die kurze Phase von Kai Havertz als Flügelspieler auf der linken Seite. „Wir müssen einige Veränderungen im Kader vornehmen“, sagte Nagelsmann und rückt damit ab von dem Ziel, die elf besten Spieler aufzubieten.

Auch in Bezug auf die Torhüterposition scheint eine Entscheidung getroffen worden zu sein. Der langjährige Kapitän Manuel Neuer liegt zumindest für die Länderspiele gegen Frankreich (23.3.) und die Niederlande (26.3.) deutlich vor seinem Kontrahenten Marc-André ter Stegen. „Manuel macht das außergewöhnlich gut, sein Comeback war ein sehr emotionaler Moment. Ich finde seine Leistungen außerordentlich gut“, lobte Nagelsmann und verwies zudem auf ter Stegens Rücken-Operation. Somit dürfte Neuer im März wieder das DFB-Tor hüten.

Den aus Barcelona kommenden Kapitän Ilkay Gündogan sieht Nagelsmann nun offensiver – als Spielmacher vor zwei defensiv orientierten Sechsern. Überraschend schloss er sogar eine Rückkehr des Weltmeisters von 2014, Toni Kroos, nicht aus: „Es kann sein, dass ich ihn noch mal anrufe.“

Mehr Fokus auf Verteidigung: Nagelsmann sucht „Verteidigungsexperten“

Bundestrainer Julian Nagelsmann beabsichtigt, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für eine stärkere Defensivleistung umzugestalten. Nagelsmann äußerte am Samstagabend im ZDF-Sportstudio den Wunsch, Veränderungen hinsichtlich der Kaderstruktur vorzunehmen, um so ein „Verteidigungsmonster“ zu erschaffen.

Eine zentrale Frage für Nagelsmann ist die Zusammensetzung der Startelf. Hierbei muss abgewogen werden, wie viele offensiv denkende Spieler eingesetzt werden, und wie viele Plätze mit defensiv orientierten Spielern besetzt werden sollen. Laut Analyse des Bundestrainers passt die aktuelle Verteilung nicht optimal zum derzeitigen Status der Mannschaft.

Anpassungen in der Struktur der ersten Elf sind geplant, einschließlich taktischen Vereinfachungen, um den Fokus auf die Defensive zu erhöhen. Die jüngsten Niederlagen gegen die Türkei (2:3) und in Österreich (2:0) haben Zweifel an einer schnellen Verbesserung unter dem neuen Bundestrainer aufkommen lassen. Nach dem Spiel in Wien räumte Nagelsmann ein, dass die Mannschaft vielleicht keine „Verteidigungsmonster“ mehr werden könne, versicherte aber, dass aus diesen Spielen Lehren gezogen wurden.

Eine dieser Lehren betrifft den Einsatz von Kai Havertz als linker Verteidiger, ein Experiment, das Nagelsmann nun für beendet erklärt hat.

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Nagelsmann: Kimmich jetzt rechts hinten

Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann ändert seine Meinung und sieht Joshua Kimmich für die Nationalmannschaft nun als Rechtsverteidiger. Nagelsmann äußerte im ZDF-Sportstudio, dass er bereits mit dem Bayern-Profi über diese Entscheidung gesprochen hat.

Kimmich ist bereit, dort zu spielen, wo er der Mannschaft am meisten nützt. Laut Nagelsmann stellt er sich immer in den Dienst des Teams und kann auch Einfluss nehmen, wenn er nicht im defensiven Mittelfeld, sondern auf der rechten Verteidigerposition spielt. Zuvor hatte Nagelsmann Kimmich klar zu den defensiven Mittelfeldspielern gezählt.

Für Ilkay Gündogan, den Kapitän des FC Barcelona, sieht Nagelsmann in der Zukunft eine Position weiter vorne, unterstützt von zwei eher defensiven Sechsern.

Nagelsmann: Neuer im März wieder im Deutschland-Tor

Der erfahrene Kapitän Manuel Neuer wird voraussichtlich im März wieder die Position des Torwarts in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft übernehmen. Nagelsmann lobte Neuers Leistungen und betonte im ZDF-Sportstudio, wie außergewöhnlich gut er sei und dass sein Comeback ein sehr emotionaler Moment war.

Zwar sind sowohl Neuer als auch Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) außergewöhnliche Torhüter, ter Stegen ist jedoch momentan aufgrund einer Rücken-OP verletzt. Wenn alles wie geplant verläuft, würde Neuer im März sein Comeback im DFB-Tor feiern, sagte Nagelsmann.

Im aktuellen Länderspielfenster trifft die deutsche Nationalmannschaft am 23. März in Lyon auf Frankreich und spielt drei Tage später in Frankfurt am Main gegen die Niederlande.

Nagelsmann plädiert für Optimismus bei der EM

Bundestrainer Julian Nagelsmann mahnt trotz jüngsten Misserfolgen zu einem positiven Blick auf die bevorstehende Heim-EM im Sommer. Nagelsmann betonte im ZDF-Sportstudio am Samstagabend die Bedeutung von ungetrübter Vorfreude. Sobald die Mannschaft in München zum Eröffnungsspiel antritt, solle sie vor allem Freude verspüren und die Ehre zu schätzen wissen, bei einer EM im eigenen Land spielen zu dürfen.

Schon vor Antritt seines Amtes sei Nagelsmann sich der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst gewesen. Er erklärte jedoch, dass dies eine äußerst reizvolle Herausforderung sei, die gemeinsam bewältigt werden könne. Nagelsmann und viele andere Trainer werden wohl keine weitere Heim-EM erleben, daher sollte die Gelegenheit besonders geschätzt werden.

In der ZDF Mediathek ist das Interview anzuschauen

Fragen und Antworten

Welche neue Rolle sieht Julian Nagelsmann für Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft vor?

Nagelsmann betrachtet Joshua Kimmich nun als Option für die Position des Rechtsverteidigers.

Was plant Nagelsmann hinsichtlich der Startaufstellung und der taktischen Ausrichtung der Nationalmannschaft?

Nagelsmann plant, die Startformation der Nationalmannschaft künftig defensiver aufzustellen, mit einem verstärkten Fokus auf die Defensive.

Wie sieht Nagelsmann die Rolle von Manuel Neuer im Hinblick auf die kommenden Länderspiele?

Nagelsmann sieht Manuel Neuer als Torwart für die kommenden Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande, vor allem wegen seiner herausragenden Leistungen und der Tatsache, dass Marc-André ter Stegen aufgrund einer Rücken-OP ausfällt.

Welche Position plant Nagelsmann für Ilkay Gündogan in der Zukunft und was sagte er über eine mögliche Rückkehr von Toni Kroos?

Nagelsmann sieht Ilkay Gündogan in einer offensiveren Rolle als Spielmacher. Zudem schließt er eine Rückkehr von Toni Kroos nicht aus und erwägt, ihn eventuell noch einmal anzurufen.

Was ist Nagelsmanns Ansicht über die EM und welche Botschaft vermittelt er?

Nagelsmann mahnt trotz jüngster Misserfolge zu Optimismus und Vorfreude auf die bevorstehende Heim-EM. Er betont die Wichtigkeit, die Ehre und Freude zu schätzen, bei einer EM im eigenen Land spielen zu dürfen.

Wer schreibt hier?

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  • Nils Römeling

    Nils Römeling, seit 2006 aktiv, hat sich als Autor und Betreiber mehrerer angesehener Fußballwebseiten etabliert. Diese Plattformen bieten umfassende Berichterstattung über diverse Aspekte des Fußballs – von der deutschen Nationalmannschaft über die Bundesliga bis hin zu internationalen Begegnungen und dem Frauenfußball. Er hatte das Privileg, bedeutende Fußballereignisse wie die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2022 sowie die Europameisterschaften 2016 und 2021 live zu erleben und darüber zu berichten. In seiner Freizeit unterstützt er leidenschaftlich den FC Augsburg und besucht regelmäßig Spiele im Stadion.

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