Aufstellung Länderspiele Deutschland 2014


Alle Deutschland Länderspiele & Aufstellungen 2014

TerminTeam I-Team IIOrtErgebnisArt
05.03.2014-ChileStuttgart1:0 (Spielbericht)Freundschaft
13.05.2014-Hamburg0:0 (Spielbericht)Freundschaft
01.06.2014-KamerunMönchengladbach2:2 (Spielbericht)Freundschaft
06.06.2014-Mainz6:1Freundschaft
16.06.2014-PortugalSalvador4:0WM 2014 Vorrunde
21.06.2014-GhanaFortaleza2:2WM 2014 Vorrunde
26.06.2014-USARecife1:0WM 2014 Vorrunde
30.06.2014-Porto Alegre1:0WM 2014 1/8-Finale
04.07.2014-Rio de Janeiro0:1WM 2014 1/4-Finale
08.07.2014-Belo Horizonte1:7WM 2014 1/2-Finale
13.07.2014ArgentinienRio de Janeiro0:1 n.V.Weltmeister!
03.09.2014DeutschlandArgentinienDüsseldorf 2:4Freundschaft
07.09.2014Deutschland Dortmund 2:1EM2016-Quali
11.10.2014DeutschlandWarschau 2:0EM2016-Quali
14.10.2014DeutschlandGelsenkirchen1:1EM2016-Quali
14.11.2014DeutschlandGibraltar Nürnberg4:0EM2016-Quali
18.11.2014Spanien Deutschland 0:1Freundschaft

Aufstellung Deutschland 2014

Spanien – Deutschland vom 18.11.14 (20.45 Uhr) 0:1

Die Aufstellung: Zieler – Rüdiger, Mustafi, Höwedes – Rudy, Durm – Khedira – T. Müller, T. Kroos, Volland – M. Götze
Die Einwechslungen: 22. Bellarabi für T. Müller, 84. M. Kruse für M. Götze, 90. + 2 L. Bender für Khedira

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Foto: Spanien – Deutschland (AFP)

Die Taktik:
Angesichts der angespannten Personalsituation und dem Fehlen etlicher Stammkräfte würfelte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft im Testspiel gegen Spanien ordentlich durcheinander. Vor Schlussmann Ron-Robert Zieler bildeten Sebastian Rudy, Antonio Rüdiger, Skhodran Mustafi, Benedikt Höwedes und Erik Durm eine Fünferkette. Im defensiven Mittelfeld agierte Kapitän Sami Khedira, während in der Offensive Thomas Müller und Kevin Volland auf den Flügeln spielten und Toni Kroos im Zentrum hinter Mario Götze die Zügel in den Händen hielt. Löw verpasste der DFB-Auswahl eine sehr defensive Grundausrichtung, da Spanien für ihre Spielweise mit hohen Anteil an Ballbesitz bekannt ist und entsprechend erwartet wurde. Auf dem Rasen sah das dann so aus, dass Deutschland bei eigenem Ballbesitz eine Dreierkette und bei gegnerischen Ballbesitz eine Fünferkette in der Abwehr bildete, bei der die Außen Rudy und Durm eine Reihe nach hinten rückten. Obwohl die DFB-Elf in dieser Konstellation noch nie zusammenspielte und auch die gewählte Taktik eher untypisch ist, stand man zumindest hinten über weite Strecke der Partie recht sicher, da die Räume gut verdichtet wurden. Lediglich im Spiel nach vorne haperte es anfänglich und der Ball ging oftmals schnell verloren. Auch wenn das Spielniveau insgesamt überschaubar war, wusste der Weltmeister durchaus zu überzeugen und im zweiten Durchgang hatte man gegen die ebenfalls von Personalsorgen geplagten Spanier phasenweise deutlich mehr Ballbesitz. Den Iberern fehlte die klare Spielidee, um den deutschen Abwehrriegel in Verlegenheit zu bringen und falls es doch gefährlich wurde, war im DFB-Kasten auf Zieler Verlass.

Als sich alles schon auf ein torloses Remis im Prestigeduell zwischen Deutschland und Spanien eingestellt hatten, sorgte Kroos mit einem flachen Distanzschuss aus 25 Metern für die Entscheidung, wobei Spaniens Ersatzkeeper Casilla beim Gegentreffer nicht unbedingt die beste Figur machte. Sei es drum: Nach zuvor eher enttäuschenden Auftritten war der Sieg gegen Spanien ein versöhnlicher Abschluss unter einem überragenden Jahr der deutschen Nationalmannschaft!

Torfolge: T. Kroos (89., Rechtsschuss, M. Kruse)

Deutschland – Gibraltar vom 14.11.14 (20.45 Uhr) 4:0

Die Aufstellung: Neuer – Mustafi, J. Boateng, Durm – T. Kroos – Khedira, M. Götze – Bellarabi, Podolski – T. Müller, M. Kruse

Die Einwechselungen: 60. Volland für Khedira, 72. Hector für Durm, 79. L. Bender für T. Kroos

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Foto: AFP

Die Taktik:

Im Vergleich zum letzten EM-Qualifikationsspiel gegen Irland (1:1) gab es in der deutschen Aufstellung vier Veränderungen. Für Antonio Rüdiger, Mats Hummels, Matthias Ginter und Julian Draxler rückten Shkodran Mustafi, Sami Khedira, Lukas Podolski und Max Kruse in die Startelf.

Wie im Vorfeld angekündigt wählte Bundestrainer Joachim Löw gegen den extrem defensiv eingestellten Fußballzwerg aus Gibraltar eine sehr offensive Aufstellung und entschied sich für ein 3-1-4-2 System. Da mit Jerome Boateng, Mustafi und Erik Durm drei Mann auf der letzten Linie standen, rutschte mit Kruse ein zweiter Stürmer in die Startelf, der zusammen mit Thomas Müller die Doppelspitze bildete. Mit dieser Maßnahme wollte Löw außerdem eine numerische Hoheit im Mittelfeld erzielen. Auffallend: Statt Khedira wurde das defensive Mittelfeld alleine von Toni Kroos besetzt, während sein Real-Teamkollege auf der ungeliebten offensiveren Halbposition agierte. Es scheint so, als habe Khedira seinen Platz auf der Sechs endgültig verloren.

Getreu der von Löw vorgegebenen Marschroute „Wir wollen ein hohes Ergebnis erzielen“ befolgte die Mannschaft die offensive Grundausrichtung und konnte sich vor allem zu Beginn der Partie reihenweise gute Tormöglichkeiten erspielen, von denen auch drei ihren Weg ins Ziel fanden. Die Südeuropäer waren dagegen beschränkt, mit einer massiven Abwehrreihe aus meist neun Spielern den Weltmeister vom eigenen Kasten weg zu halten. Die Folge war, dass über weite Strecke des Spiels alle Feldspieler in der Hälfte der Gibraltarer waren und Boateng oder Kroos den Part des letzten Mannes meist nur 30 Meter vor dem egnerischen Tor übernahmen. Torwart Neuer war hingegen oftmals in seiner Hälfte am Mittelkreis zu finden.

Trotz der eindeutigen Feldhoheit und fußballerisch überlegenen Qualität konnte sich Deutschland – vor allem im zweiten Durchgang – zu wenige starke Chance kreieren. Dabei versuchte man es viel zu häufig durch die Mitte, während die linke Seite mit Durm und Podolski kaum Akzente setzte. Insbesondere nach dem Wechsel bot die DFB-Auswahl eine äußerst schwache Vorstellung, in der die Zuschauer zahlreiche Distanzschüsse und kaum noch spielerische Kreativität zu Gesicht bekamen. Zudem schien auch die Lust und Motivation gegen den taktisch disziplinierten Fußballzwerg nachzulassen. So konnte Gibraltar sein gestecktes Ziel realisieren. Denn man wollte gegen Deutschland besser abschneiden, als Brasilien beim WM-Halbfinale (1:7). Mit dem 0:4 wurde das erreicht.

Torfolgen: 1:0 T. Müller (12., Rechtsschuss, Mustafi), 2:0 T. Müller (29., Rechtsschuss, Podolski), 3:0 M. Götze (38., Linksschuss, M. Kruse), 4:0 Santos (67., Eigentor, Rechtsschuss, Podolski)

Deutschland – Irland 1:1 vom 14.10.2014 (20:45 Uhr)

Die Aufstellung: Neuer – Rüdiger, J. Boateng, Hummels, Durm – Ginter, T. Kroos – Bellarabi, M. Götze, Draxler – T. Müller

Die Einwechselungen: 46. Podolski (4,5) für Ginter, 70. M. Kruse für Draxler, 86. Rudy für Bellarabi

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Foto: Deutschland – Irland (AFP)

Die Taktik:

Im Vergleich zur Pleite in Polen musste Bundestrainer Joachim Löw zwei Veränderungen vornehmen. Die erkrankten Andre Schürrle und Christoph Kramer wurden durch Matthias Ginter und Julian Draxler ersetzt, wobei Löw weiter auf das 4-2-3-1-System setzte. Gegen die biederen Iren entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, wobei die Deutschen es aber nicht verstanden, sich einmal in den Rücken der gegnerischen Abwehr zu kombinieren. Zudem muss festgehalten werden, dass Ginter im defensiven Mittelfeld eine klare Fehlbesetzung war. Der BVB-Verteidiger war zwar bemüht, wirkte aber auf seiner Position vollkommen verloren, zumal Ginter gegen extrem defensiv eingestellte Iren fast ausschließlich offensiv gefragt war. Und die offensiv Qualitäten von Ginter sind nun mal überschaubar. Aber Ginter kann nicht als Sündenbock dienen, da auch andere Spieler wie Thomas Müller, Julian Draxler oder Karim Bellarabi viel schuldig blieben. Gleiches gilt auch für die beiden Außenverteidiger Antonio Rüdiger und Erik Durm. Es fehlte an der zündenden Idee, sobald sich Deutschland dem Strafraum näherte, so dass die Adlerträger ihr Glück in Flanken oder Distanzschüssen suchten.

Nach dem Wechsel richtete Löw die DFB-Elf weiter offensiv aus und brachte Lukas Podolski für Ginter. Podolski nahm gleich auf seiner angestammten Position auf dem linken Flügel Platz, während Draxler etwas zurück versetzt wurde. Der Schachzug ging zumindest kurzweilig auf und Podolski belebte das Spiel des Weltmeister. Aber auch nur für ein paar Minuten. Deutschland hatte trotz Powerplay und deutlich mehr Spielanteilen Schwierigkeiten Chancen zu kreieren. Vielleicht wurde ein Spieler wie Mesut Özil doch stärker vermisst, als so manch einer zugegeben würde. Symptomatisch ging Deutschland durch einen Distanzschuss von Toni Kroos, der aus einer schwachen Mannschaft noch herausstach, in Führung. Im Anschluss waren die Adlerträger vergebens bemüht, die knappe Führung auszubauen. In der Schlussphase begann unerklärlicherweise das große Zittern und Deutschland brachte Irland wieder ins Spiel. Selbst erfahrene Spieler wirkten plötzlich völlig verunsichert. Die Quittung gab es prompt, als Irland quasi mit dem Schlusspfiff den Ausgleich markierte und Deutschland den Sieg verschenkte. Wie beim legendären 4:4 gegen Schweden – bloß in klein.

Im Nachhinein muss sich auch Löw die Kritik gefallen lassen, dass er keinen Spieler trotz einiger Ausfälle nicht nachnominierte. So saßen nur vier Feldspieler auf der Bank, während es bei den Iren zehn waren. Somit hat sich Löw zumindest selbst einiger Waffen beraubt.

Torfolgen: 1:0 T. Kroos (71., Rechtsschuss, M. Kruse), 1:1 O’Shea (90. + 4, Rechtsschuss, Hendrick)

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Polen – Deutschland vom 11.10.14 (20:45 Uhr) 2:0

Die Aufstellung: Neuer – Rüdiger, J. Boateng, Hummels, Durm – Kramer, T. Kroos – Bellarabi, M. Götze, Schürrle – T. Müller

Die Einwechselungen: 71. Draxler für Kramer, 77. Podolski für Schürrle, 83. M. Kruse für Rüdiger

Die Taktik:

In einer ersatzgeschwächten deutschen Nationalmannschaft hatte Löw im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Schottland im September drei Änderungen vorgenommen. Karim Bellarabi feierte sein Debüt im DFB-Trikot, zudem kehrte Mats Hummels nach überstandener Verletzung ins Abwehrzentrum zurück und Antonio Rüdiger durfte sein erstes Pflichtspiel für Deutschland bestreiten. Andre Schürrle begann links, während Mario Götze im zentralen offensiven Mittelfeld für den verletzten Mesut Özil spielte und Thomas Müller als Sturmspitze agierte.

Deutschland war von Beginn an die tonangebende Mannschaft, wobei man gegen sehr defensiv spielende und auf Konter lauernde Polen auf einen geduldigen Spielaufbau mit viel Ballbesitz und Passspiel setzte. Doch trotz aller Überlegenheit, war das deutsche Angriffsspiel in den ersten 30 Minuten zu statisch. Nach einem kleinen taktischen Schachzug, bei dem Löw Bellarabi und Schürrle die Seiten tauschen ließ, lief es im Angriff besser und die DFB-Auswahl verzeichnete eine Reihe guter Tormöglichkeiten. Im ersten Durchgang wussten auch Rüdiger und Durm als Außenverteidiger-Duo noch zu überzeugen, konnten sie doch viele Zweikämpfe für sich entscheiden.

Nach dem Wechsel gingen die Polen nach einem Konter und Fehlern in der Abwehr wie aus dem Nichts in Führung. Deutschland steckte den Rückstand aber gut weg und drückte auf den Ausgleich. Hierfür standen die Adlerträger höher und man zog ein regelrechtes Powerplay auf, während sich die Hausherren ausschließlich auf das Verteidigen beschränkten. Die DFB-Truppe konnte sich fast im Minutentakt gute Chancen erspielen, wobei man aber immer wieder am eigenen Unvermögen oder am überragenden Polen-Keeper Wojciech Szczesny scheiterte. In der Schlussphase erhöhte Löw das Risiko und brachten mit Julian Draxler für den angeschlagenen Christoph Kramer einen weiteren offensiv ausgerichteten Spieler und kurz darauf später auch noch Lukas Podolski für Schürrle sowie Max Kruse für Rüdiger. Dieser Schuss ging aber nach hinten los und Polen nutzte kurz vor Schluss den nächsten Defensiv-Patzer, um den historischen Sieg gegen Deutschland perfekt zu machen. Denn noch nie zuvor gewann Polen gegen eine DFB-Auswahl.

Torfolgen: 1:0 Milik (51., Kopfball, Piszczek), 2:0 Mila (88., Linksschuss, Lewandowski)

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Deutschland – Schottland vom 07.09.14 (20:45 Uhr) 2:1

Die Aufstellung: Neuer – Rudy, J. Boateng, Höwedes, Durm – Kramer, T. Kroos – T. Müller, Reus, Schürrle – M. Götze

Die Einwechselungen: 83. Podolski für Schürrle, 90. + 2 Ginter für Reus

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Foto: Deutschland – Schottland (AFP)

Die Taktik:

Im ersten Pflichtspiel nach dem WM-Titel und im ersten Spiel der EM-Qualifikation gegen Schottland gab es im deutschen Team ein paar Umstellungen. So kehrte Jerome Boateng nach der 2:4-Testspielpleite gegen Argentinien in die Startelf zurück und bildet an der Seite von Benedikt Höwedes die Innenverteidigung vor Stammkeeper Manuel Neuer. Als Rechtsverteidiger gab Löw überraschend Sebastian Rudy vor dem Dortmunder Kevin Großkreutz den Vorzug, während auf links erneut Erik Durm verteidigte. Toni Kroos und Christoph Kramer besetzten die Doppelsechs, während in der offensiven Dreierreihe Thomas Müller (rechts), Marco Reus (zentral) und Andre Schürrle (links) begannen. Im Angriff durfte Mario Götze als hängende Spitze wirbeln, für den zuletzt unglücklich agierenden Mario Gomez blieb hingegen nur die Bank.

Löw hatte seine Mannschaft gut eingestellt und vom Anstoß weg agierte die DFB-Elf entschlossen und ballsicher im Signal Iduna Park zu Dortmund. Müller brachte Deutschland schnell und verdient in Führung und drückte auch nach dem 1:0 weiter auf den Kasten der Bravehearts. Dabei versuchte es der Weltmeister auffällig oft mit Flanken, während man aus dem vielen Ballbesitz und hohem Spieltempo aber zu wenig Kapital schlagen konnte.

Die Schotten kamen mit mehr Biss aus der Kabine und Deutschland agierte dagegen unkonzentrierter. Die Löw-Elf leistete sich mehr Ballverluste und Ungenauigkeiten, die letztendlich zum verdienten Ausgleich der Gäste führten. Doch diesen steckte Deutschland gut weg und so dauerte es keine 120 Sekunden, bis Müller den Weltmeister mit seinem zweiten Treffer erneut in Front und auf die Siegerstraße brachte. Schottland, die stark aufspielten und die Adlerträger vor allem bei schnellen Vorstößen immer wieder vor Probleme stellten, konnten sich in der Schlussphase aber nicht mehr aufraffen und so brachte die deutsche Elf den knappen Vorsprung über die Zeit.

Am Ende war es ein hart umkämpfter 2:1-Sieg für Deutschland, die zumindest vom Ergebnis einen optimalen Start in die EM-Qualifikation erwischten. Neben Müller wusste insbesondere Kroos als abkippender Sechser zu gefallen, der mit seinen Querbällen das Spiel immer wieder klug eröffnete. Dafür fand Götze an alter Wirkungsstätte kaum Bindung zum Spiel und ansonsten hatte die DFB-Auswahl mit dem direkten und schnellen Spiel der Schotten ihre liebe Mühe.

Torfolgen: 1:0 T. Müller (18., Kopfball, Rudy), 1:1 Anya (66., Rechtsschuss, S. Fletcher), 2:1 T. Müller (70., Rechtsschuss, Höwedes)

Deutschland – Argentinien vom 03.09.14 (21:00 Uhr) 2:4

Die Aufstellung: Neuer – Großkreutz, Höwedes, Ginter, Durm – Kramer, T. Kroos – Schürrle, Reus, Draxler – Gomez

Die Einwechselungen: 34. Podolski für Draxler, 46. Weidenfeller für Neuer, 57. T. Müller für Schürrle, 58. M. Götze für Gomez, 71. Rudy für T. Kroos, 77. Rüdiger für Höwedes

Die Taktik:

52 Tage nach dem WM-Finale standen sich Deutschland und Argentinien in einem Testspiel erneut gegenüber, diesmal mit dem besseren Ende für die Südamerikaner. Im Vergleich zum Finale musste Bundestrainer Joachim Löw seine Startelf aufgrund zahlreicher verletzter und angeschlagener Weltmeister sowie der zurückgetretenen Spieler deutlich durcheinanderwirbeln. So standen nur noch vier Starter (Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Christoph Kramer, Toni Kroos) aus dem Endspiel in Rio de Janeiro auf dem Platz. Bemerkenswert: Kein Feldspieler von Bayern München war in der Startelf.

Zudem entschied sich Löw anders als noch bei der Weltmeisterschaft wieder zu einer klassischen Viererkette in der Abwehr mit zwei „echten“, wenn auch nicht gelernten, Außenverteidigern in Person von Erik Durm und Kevin Großkreutz. Doch allein diese Entscheidung war ein Griff ins Klo, da das BVB-Duo mit den Argentiniern (vor allem Angel di Maria) vollkommen überfordert war. Und in der Zentrale machte Matthias Ginter neben Höwedes, der einige Fehler seiner Nebenleute ausbügelte, eine unglückliche Figur. Insgesamt bot die neuer formierte Viererkette eine ganz schwache Vorstellung, in der weder die Abstimmung noch das Herausrücken und gemeinsame Verschieben funktionierte.

Aber nicht nur die Abwehr erlebte im ersten Spiel nach der WM-Party einen gebrauchten Tag. Denn auch Gomez, der nach über einjähriger Abstinenz sein Comeback im DFB-Trikot feierte, enttäuschte und erwies sich als Chancentod. Ganz anders die Albiceleste, die im Spiel mit einer brutalen Effizienz glänzte und nach 50 Minuten mit 4:0 vor einem verdutzten Publikum in Düsseldorf in Front lag. Doch auch wenn das Zwischenergebnis eine andere Sprache spricht, konnte sich Deutschland zahlreiche gute Torchancen erarbeiten, die aber größtenteils ungenutzt blieben. Nachdem Schürrle verkürzte und Löw dem deutschen Spiel durch die Einwechselungen von Thomas Müller und Mario Götze zu mehr Spielanteilen verhalf, gelang am Ende immerhin noch ein bisschen Ergebniskosmetik zum 2:4-Endstand.

Unterm Strich kein weltmeisterliche Auftritt der DFB-Elf, die im Spiel Licht und Schatten zeigten. Somit ging die erste Pleite nach zuvor 18 ungeschlagenen Spielen auch vollkommen in Ordnung.

Torfolgen: 0:1 Aguero (21., Rechtsschuss, di Maria), 0:2 Lamela (40., Linksschuss, di Maria), 0:3 F. Fernandez (47., Kopfball, di Maria), 0:4 di Maria (50., Linksschuss, Zabaleta), 1:4

Schürrle (52., Linksschuss), 2:4 M. Götze (78., Rechtsschuss)

WM-Finale: Deutschland – Argentinien vom 13.07.14 (22:00 Uhr) 1:0 n.V.

Die Aufstellung: Neuer – Lahm, J. Boateng, Hummels, Höwedes – Schweinsteiger – Kramer, T. Kroos – T. Müller, Özil – Klose

Die Einwechselungen: 32. Schürrle für Kramer, 88. M. Götze für Klose, 120. Mertesacker für Özil

wm2014finale

Foto: Die Weltmeister-Aufstellung (AFP)

Die Taktik:

Im WM-Finale gegen Argentinien wollte Bundestrainer Joachim Löw der gleichen Elf vertrauen, die zuvor Brasilien im Halbfinale (7:1) und Frankreich im Viertelfinale (1:0) bezwang, doch kurz vor dem Anpfiff musste Sami Khedira aufgrund von Wadenproblemen passen. Für ihn rückte Christoph Kramer in die Startformation, der somit im Finale sein erstes WM-Spiel von Beginn machte.

Ansonsten bekamen die Zuschauer das erwartete Spiel zu sehen, in dem sich Argentinien auf die Verteidigung konzentrierte und der DFB-Elf den Ballbesitz überließ. Deutschland agierte nach kurzer Anfangsnervosität geduldig und ließ Ball und Gegner laufen. Die Strategie ging durchaus auf, zumal sich auch Lücken in der argentinischen Abwehr auftaten, lediglich der entscheidende Pass in die Spitze fand nicht sein Ziel. Darüber hinaus versuchte Deutschland die einzige Sturmspitze Miroslav Klose immer wieder mit Flanken in Szene zu setzen, während die Argentinier auf schnelle Konter setzten. Hierbei waren es vor allem Lionel Messi und Lavezzi die mit nicht zu verteidigendem Tempo wirbelten und wo Mats Hummels in Eins-gegen-eins Situationen klar im Nachteil war und ein ums andere Mal große Schwierigkeiten bekam. Insgesamt hinterließen die Südamerikaner über weite Strecken einen gefälligeren und gefährlicheren Eindruck. Nach einer guten halben Stunde sah sich Löw zu einer Umstellung gezwungen, als Kramer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste. Der Bundestrainer brachte Edeljoker Andre Schürrle, der auf den linken offensiven Flügel rückte, während Toni Kroos zurück auf die Sechs gezogen wurde und Mesut Özil das offensive Zentrum besetzte. Nach der Umstellung fehlte dem DFB-Team ein wenig die Balance.

Nach dem Wiederanpfiff war Argentinien am Drücker und Deutschland mangelte es hingegen an Tempo und Ideen im Vorwärtsgang. Dabei erwies sich die deutsche Abwehr um den überragenden Jerome Boateng aber weitestgehend als sattelfest und fehlerlos. Mit zunehmender Spieldauer scheuten beide Teams das Risiko und somit verlor das Finale im Vergleich zum ersten Durchgang an Tempo. Stattdessen wurde es auf dem Rasen des legendären Maracana Stadion ruppiger. Zum Ende der regulären Spielzeit hatte Deutschland leichtes Oberwasser, aber die Entscheidung im Nervenkrimi musste in der Verlängerung fallen. In einer kämpferischen Verlängerung, in der beide Teams auf dem Zahnfleisch gingen, war es letztendlich der eingewechselte Mario Götze, der nach Vorarbeit von Schürrle das entscheidende Tor markierte und Deutschland zum vierten WM-Titel schoss.

Am Ende war es ein etwas glücklicher Sieg für Deutschland, die sich dank einer kämpferischen Leistung zum verdienten Weltmeister 214 krönten.

Torfolge: 1:0 M. Götze (113. Linksschuss, Schürrle)


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