WM-Test Deutschland gegen Polen endet 0:0

Ein Dutzend Frischlinge: Wunder waren nicht zu erwarten

Veröffentlicht: Dienstag, 13. Mai 2014 um 22:34 Uhr

Große Erwartungen haben sicherlich selbst die Hardcore-Fans der DFB-Auswahl an den ersten WM-Test Deutschland gegen Polen nicht gestellt. Wie auch, wenn 20 potenzielle Nationalspieler aus dem WM-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien fehlten. Aber Überraschung: Nicht nur Joachim Löws Jacket saß in der Imtech-Arena mal wieder perfekt. Auch der dritte Anzug der deutschen Elf hinterließ durchaus einen adretten Eindruck. Wie gesagt: Es war eine C-Mannschaft!

Hamburg. An der Waterkant sind sie Kummer und Sorgen gewohnt. Zwei Tage, bevor das Schicksal für ihren HSV im Hinspiel der Relegation über den ersten Abstieg aus der Bundesliga oder doch den Klassenerhalt entscheiden soll, lief Deutschland gegen Polen auf. Und zwar mit einer Aufstellung im ersten von drei Testspielen für die WM 2014, bei der so manchem Pessimisten vermutlich angst und bange wurde. Gleich acht Debütanten schickte der Bundestrainer aufs Feld. Das hatte es zuletzt 1950 im ersten Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Kummer und Sorgen also auch wegen unserer Nationalmannschaft? Mitnichten. Im Spiel Deutschland gegen Polen präsentierte sich die C-Elf des Gastgebers nicht überragend, aber sehr ordentlich. Das Spiel endete zwar 0:0. Aber mit zwölf Debütanten wurde zumindest ein neuer Rekord aufgestellt. Ist ja auch was so vor einer WM.

Deutschland gegen Polen WM Test

Im ersten von drei WM-Testspielen spielte Deutschland gegen Polen 0:0. Quelle: eigenes Archiv

Deutschland gegen Polen – Keine Treffer im ersten Durchgang

Was also gibt es von der ersten Hälfte im WM-Test Deutschland gegen Polen zu berichten? Im Grund genommen wenig. Positiv war sicherlich anzumerken, dass die deutsche Hintermannschaft mit einer Viererkette, die so sicherlich nicht noch einmal auflaufen wird, insgesamt sehr stabil stand. Von den Polen ging kaum Gefahr aus, nur ein Mal musste Keeper Ron-Robert Zieler konsequent einschreiten, als Klich nach einer Körpertäuschung sich versuchte (32.). Im direkten Gegenzug wäre dann um ein Haar das 1:0 für Deutschland gegen Polen gefallen. Einen Eckball von Leon Goretzka köpfte Antonio Rüdiger gefährlich auf den Kasten der Gäste. Pech für den Stuttgarter Debütanten, dass der Kölner Peszko am langen Pfosten den Ball auf der Linie klärte.

Überhaupt wurden die Deutschen mit zunehmender Spieldauer etwas mutiger in ihren Aktionen nach vorne. Julian Draxler, der als jüngster DFB-Kapitän aller Zeiten die DFB-Auswahl anführte, hatte eine gute Szene. Sein Kollege vom FC Schalke 04, Max Meyer, ebenso. Goretzka zeigte ebenfalls einige nennenswerte Aktionen, musste zur Pause aber leider leicht angeschlagen vom Feld. Es war unterm Strich keine berauschende erste Hälfte, aber ebenso alles andere als ein enttäuschender Debütantenball. Das muss an dieser Stelle auch klar gesagt werden.

Kevin Volland wird nicht in Szene gesetzt

Im zweiten Durchgang brachte Joachim Löw dann die geballte Erfahrung aufs Feld. Mit dem Schalker Benedikt Höwedes kam ein Spieler für Jungspund Antonio Rüdiger rein, der immerhin zu den etwas reiferen Jahrgängen gezählt werden darf. Außerdem spielte jetzt Andre Hahn für Leon Goretzka. Darüber hinaus bekam Marc-Andre ter Stegen für seine Nicht-Nominierung in den WM-Kader sein persönliches Trostpflaster vom Bundes-Jogi. An der Ausrichtung auf dem grünen Rasen änderte das freilich alles wenig. Überwiegend plätscherte die Partie Deutschland gegen Polen so vor sich hin, ab und an nahm sie dann leicht an Fahrt auf.

Große Torchancen verzeichnete die DFB-Auswahl kaum. Und die Polen beschränkten sich darauf, auf Fehler des dreifachen Weltmeisters zu lauern. Ein wenig Risiko auf beiden Seiten hätte dem WM-Test sicherlich gut getan. Aber selbst Joachim Löw nahm das Risiko raus, ersetzte Stürmer Kevin Volland, dem viele einen WM-Platz zutrauen, durch Defensivmann Sebastian Jung. Volland war emsig, blieb aber blass, weil kaum in Szene gesetzt.

Die heiße WM-Vorbereitung kommt noch

So näherten wir uns der Schlussviertelstunde. Der WM-Test Deutschland gegen Polen, das war längst klar, blieb eben auch nur ein stinknormales Freundschaftsspiel, dem einige Stammspieler mehr gut getan hätten. Ein Muster ohne Wert. Bestenfalls ein Reinschnuppern für die Debütanten, von denen niemand sonderlich auffiel. Weder positiv noch negativ. Auch nicht Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg, der in der Schlussphase der Partie auch noch zu seinem Länderspieleinsatz kam. Zwei Dinge waren nach der torlosen Nullnummer jedenfalls klar: Polen hat auch im 18. Anlauf die deutsche Mannschaft nicht besiegen können, selbst nicht ihren dritten Anzug. Und die WM-Vorbereitung wird ganz sicher noch brisanter und heißer werden als es der erste WM-Test Deutschland gegen Polen als Vorgeplänkel war.

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