Südkorea: Klinsmann als Nationaltrainer entlassen

Gestern hatten wir schon darüber berichtet, nun ist es soweit: Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Trainer der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft. Der KFA-Präsident Chung Mong-Gyu kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass nach detaillierter Analyse eine neue Richtung eingeschlagen werde. Die Entscheidung folgt auf das Scheitern beim Asien-Cup, bei dem Südkorea unter den Erwartungen blieb und gegen Jordanien im Halbfinale ausschied. In seiner Abschiedsmitteilung erwähnte Klinsmann seine Erfolge, darunter die ungeschlagene Serie von 13 Spielen und den Einzug ins Halbfinale des Asien-Pokals. Er dankte allen Beteiligten für ihre Anstrengungen und forderte das Team auf, weiterzukämpfen.

Asiacup: Klinsmann & Südkorea nur 3:3 - Gruppensieg verspielt!
Asiacup: Klinsmann & Südkorea nur 3:3 – Gruppensieg verspielt!

Kritik von Anfang an in Südkorea

Die Amtszeit Klinsmanns seit Ende Februar 2023 war von Kritik geprägt. Er wurde für sein Fernbleiben von Südkorea und mangelnde Präsenz im Land kritisiert. Sein Wohnsitz in den USA und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit waren Diskussionsthemen, die seinen Rückhalt im Land schwächten.

Nach dem Ausscheiden Südkoreas aus dem Asien-Cup, das in den Medien als katastrophales Versagen dargestellt wurde, wuchs die Ablehnung gegenüber Klinsmann. Der Druck erhöhte sich weiter nach internen Konflikten innerhalb des Teams. Laut Berichten kam es zu einem physischen Zwischenfall zwischen den Spielern Heung-Min Son und Kang-In Lee, der in einer Verletzung resultierte.

Obwohl Klinsmanns Vertrag bis zur WM 2026 vorgesehen war, schlossen ein bedeutender Anteil der Öffentlichkeit, Medien und Fans eine Fortführung seiner Vertragsausführung aus. Der Ruf nach Veränderung wurde lautstärker und mündete letztendlich in Klinsmanns Entlassung.

Fehlende Führungsqualität und Einstellung: Südkoreas Abrechnung mit Klinsmann

Nach weniger als einem Jahr hat sich also der südkoreanische Fußballverband (KFA) von Jürgen Klinsmann als Nationalcoach getrennt. Die Presseerklärung des KFA zeichnete ein Bild mangelnder Führungsstärke und Einstellung Klinsmanns, insbesondere im Bereich der Taktik und Personalführung. Präsident Chung Mong-Gyu äußerte sich entschieden über die Unzulänglichkeiten und bekräftigte die Überzeugung des Verbandes, dass keine Besserung in Sicht sei.

Die Südkoreaner hatten ihre Hoffnungen in Klinsmann gesetzt, der das Team zu ihrem ersten Kontinentaltitel nach 64 Jahren führen und für die Weltmeisterschaft 2026 wettbewerbsfähig machen sollte. Doch die Mission endete abrupt nach einer unerwarteten Niederlage gegen Jordanien im Asien-Cup-Halbfinale.

Die Kritik an Klinsmann während seiner Amtszeit war fortwährend spürbar. Ihm wurde vorgeworfen, nur kurzzeitige Aufenthalte im Land zu absolvieren und die Öffentlichkeit zu ignorieren, was zu einem Verschleiß des Vertrauens führte. Seine Entscheidung, weiterhin in den USA zu leben, trug zur anhaltenden Kritik bei. Nach der Niederlage gegen Jordanien, die in den Medien als „Desaster“ bezeichnet wurde, wuchs der Druck auf Klinsmann.

Nach einer dreijährigen Pause von Trainerämtern und einem wenig ruhmreichen Abschied von Hertha BSC, endete auch Klinsmanns jüngstes Engagement abrupt. Der KFA hat noch keinen Nachfolger für den Posten des Bundestrainers benannt, während Klinsmann wohl eine großzügige Abfindung erhält. Der Vorfall und die folgende Trennung haben eine Debatte über die Führungskultur und die Auswahlkriterien für das Amt des Nationaltrainers angestoßen.

FAQ’s

Wie sieht die Zukunft der südkoreanischen Nationalmannschaft aus?
Nach Klinsmanns Aus muss der Verband eine sorgfältige Auswahl für die nächste Führungspersönlichkeit treffen. Die Suche nach einem Trainer, der sowohl die taktischen als auch die menschlichen Aspekte des Teams stärken kann, ist entscheidend für den Erfolg in zukünftigen Wettbewerben.

Was bedeutet Klinsmanns Entlassung für den südkoreanischen Fußball?
Diese Wende könnte eine Chance für eine Neuausrichtung und einen Neubeginn bedeuten. Der neue Trainer wird die Aufgabe haben, das Vertrauen wiederherzustellen und die Mannschaft auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten.

Wer könnte Klinsmann als Nationaltrainer folgen?
Spekulationen über Klinsmanns Nachfolger sind weit verbreitet, aber eine offizielle Entscheidung steht noch aus. Der ideale Kandidat sollte sowohl internationale Erfahrung mitbringen als auch eine starke Bindung zum südkoreanischen Fußball haben.

Wer schreibt hier?

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  • Nils Römeling

    Nils Römeling, seit 2006 aktiv, hat sich als Autor und Betreiber mehrerer angesehener Fußballwebseiten etabliert. Diese Plattformen bieten umfassende Berichterstattung über diverse Aspekte des Fußballs – von der deutschen Nationalmannschaft über die Bundesliga bis hin zu internationalen Begegnungen und dem Frauenfußball. Er hatte das Privileg, bedeutende Fußballereignisse wie die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2022 sowie die Europameisterschaften 2016 und 2021 live zu erleben und darüber zu berichten. In seiner Freizeit unterstützt er leidenschaftlich den FC Augsburg und besucht regelmäßig Spiele im Stadion.

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