Frauen Nationalmannschaft: Stürmerin Dzsenifer Marozsán tritt zurück

Die 30Jährige Olympique Lyon Spielerin Dzsenifer Marozsán hat heute bekannt gegeben ihre Karriere in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zu beenden. Die deutsche Mittelfeldspielerin  teilte der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ihre Entscheidung in einem persönlichen Gespräch per Telefon mit. Sie verzichtet somit auf die kommende Fußballweltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland und steht nach mehreren Verletzungen nicht mehr zur Verfügung. Das Frauen Länderspiel gegen Brasilien am 11. April (ab 18 Uhr, live in der ARD) in Nürnberg gegen Brasilien soll das Abschiedsspiel für die ehemalige Spielführerin werden. und damit ihr 112. und letzter Einsatz im DFB-Trikot werden.

  • 111 Länderspiele im DFB Trikot für die Frauen in 12 Jahren
  • Erzielte 33 Tore
  • Olympiasiegerin 2016 und Europameisterin 2013
  • Durch Knie-Verletzung verpasst sie die Frauen Fußball EM 2022
  • Durchlief alle U-Nationalmannschaften
  • Deutschlands Fußballerin des Jahres 2017 bis 2019
Die deutsche Frauen Fußballnationalmannschaft beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Brasilien am 8.April 2015 in Fürth: vordere Reihe von links aus: Mittelfeldspielerin Sara Daebritz, Abwehrspielerin Tabea Kemme, Abwehrspielerin Babett Peter, Abwehrspielerin Jennifer Cramer, Stürmerin Alexandra Popp. Hintere Reihe voin links nach rechts: Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan, Torfrau Nadine Angerer,Stürmerin Celia Sasic, Mittelfeldspielerin Melanie Leupolz, Abwehrspielerin Annike Krahn und MittelfeldspielerinSimone Laudehr ( AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE )
Die deutsche Frauen Fußballnationalmannschaft beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Brasilien am 8.April 2015 in Fürth: Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan mit der Nummer 10 hinten links. ( AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE )

Verletzungen werfen Marozsán zurück

„Durch meine schwere Knieverletzung im Frühjahr 2022 habe ich gemerkt, dass es sich richtig anfühlt, in der Nationalmannschaft aufzuhören. Die verpasste EM in England war eines von vielen Zeichen. Ich erinnere mich gut, wie ich bei der WM 2011, als ich ebenfalls verletzt war, nicht mal ein Spiel anschauen wollte. Jetzt war ich am Fernseher der größte Fan der Mädels, ohne dass es weh tat, nicht dabei zu sein. Hinzu kommt die Doppelbelastung, die nicht optimal wäre. Ich bin zwar im Verein wieder gut dabei, aber das Knie ist nicht mehr das alte – ich muss enorm viel arbeiten, damit ich alle Trainingseinheiten und Spiele absolvieren kann. Ich glaube, es wäre einfach zu viel, dann noch Länderspiele, Vorbereitung und das Turnier zu machen.“<span class="su-quote-cite">Dzsenifer Marozsán zu ihrem DFB Rücktritt</span>

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg  mit Respekt zum Rücktritt

„Ich habe allergrößten Respekt vor der Entscheidung von Dzsenifer Marozsán. Sie ist eine großartige Persönlichkeit und überragende Fußballerin, die unglaublich viel für den deutschen Fußball geleistet hat. An den Erfolgen der Frauen-Nationalmannschaft hatte sie als Führungsspielerin, aber auch als Identifikationsfigur und Vorbild einen großen Anteil. Wir alle bei der Nationalmannschaft schätzen sie sehr und können ihr nur für alles danken. Sie soll in einem würdigen, bestmöglichen Rahmen verabschiedet werden. Dafür werden wir sie im April noch mal einladen und ihr einen letzten Spieleinsatz gegen Brasilien geben.“

Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, sagt: „Dzsenifer Marozsán ist eine der brillantesten Fußballerinnen, die für Deutschland gespielt haben. Sie wird uns nicht nur als Persönlichkeit auf und neben dem Platz fehlen, sondern auch als technisch hervorragend ausgebildete und intuitive Fußballerin, mit besonderer Ballfertigkeit und einzigartigem Spielverständnis. In der Nationalmannschaft hat sie eine Ära geprägt, gekrönt von großen Titeln für Deutschland. Ich wünsche ihr für ihren weiteren Karriere- und Lebensweg alles Gute.“

Dzsenifer Marozsán gehörte mehr als zwölf Jahre zum Frauen-Nationalteam. Ihr Debüt gab sie bereits in der U 15-Nationalmannschaft. Bei einem 2:0 gegen England am 11. April 2007 kam sie erstmals für den DFB zum Einsatz und erzielte gleich ihr erstes Länderspieltor. Danach folgten Berufungen in die U 17-, U 19- und U 20-Nationalmannschaft. Mit der U 17-Auswahl wurde sie 2008 in der Schweiz Europameisterin, mit der U 20 feierte sie 2010 durch einen 2:0-Finalsieg gegen Nigeria den WM-Titel im eigenen Land. Wenige Monate später, am 28. Oktober 2010, kam Marozsán gegen Australien zu ihrem ersten Länderspieleinsatz in der A-Nationalmannschaft, für die sie 111 Länderspiele absolvierte und 33 Tore erzielte.

Große Erfolge im DFB Trikot

Zu ihren großen Erfolgen im DFB-Dress zählen der EM-Sieg 2013 in Schweden und der Gewinn der Goldmedaille bei Olympia 2016 in Brasilien. Mit einem 1:0 gegen Norwegen gewann Marozsán mit dem DFB-Team das EM-Endspiel am 28. Juli 2013 im schwedischen Solna. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erzielte Marozsán am 19. August 2016 beim 2:1 gegen Schweden einen Treffer selbst und leitete damit den Finalsieg ein. Von 2017 bis 2019 wurde Dzsenifer Marozsán dreimal in Folge zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt.

Wer schreibt hier?

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  • Nils Römeling

    Nils Römeling, seit 2006 aktiv, hat sich als Autor und Betreiber mehrerer angesehener Fußballwebseiten etabliert. Diese Plattformen bieten umfassende Berichterstattung über diverse Aspekte des Fußballs – von der deutschen Nationalmannschaft über die Bundesliga bis hin zu internationalen Begegnungen und dem Frauenfußball. Er hatte das Privileg, bedeutende Fußballereignisse wie die Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2022 sowie die Europameisterschaften 2016 und 2021 live zu erleben und darüber zu berichten. In seiner Freizeit unterstützt er leidenschaftlich den FC Augsburg und besucht regelmäßig Spiele im Stadion.

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