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UEFA Nationenliga 2018 bis 2022


Die UEFA Nationenliga - ein Überblick

Die UEFA Nations League, zu Deutsch Nationenliga, stellt ein von dem europäischen Fußballverband UEFA organisiertes Turnier von Nationalmannschaften dar, bei welchem die Freundschaftsspiele der europäischen Nationalmannschaften als Turnier ausgetragen werden. Start der Nations League ist für die Spielzeit 2018/19 geplant und soll ab dann im Zweijahresrhythmus fortgesetzt werden. Alle 54 der UEFA angehörigen Fußballverbände nehmen teil.

Die Idee zur UEFA Nationenliga

In den vergangenen Jahren ließ das Interesse an unbedeutenden Freundschaftsspielen der einzelnen Nationen immer mehr nach. Oftmals wurden die Freundschaftsspiele außerhalb von WM – bzw. EM – Qualifikationsspielen von den Mannschaften nicht mehr allzu ernst genommen. Die Folge war eine verminderte Attraktivität. Die Vermarktung dieser Spiele wurde immer schwieriger.

Zwischen UEFA und ihren Mitgliedsverbänden erfolgt ein regelmäßiger Austausch über die Wichtigkeit der Wettbewerbe für die Klubs sowie Nationalmannschaften.

Es wurde dabei klar, dass Verbände, Spieler, Trainer und nicht zuletzt die Fans Testspiele als keinen „adäquaten Ersatz“ für Pflichtspiele sehen.

Die UEFA, sowie ihr Präsident Michel Platini, wünschten sich neuen Schwung für solche Spiele, sodass man auf die Idee der National League kam. Ein Mehr an Qualität und Ansehen der Nationalmannschaften waren die Intention.

Soll heißen: ein zentral vermarktetes Format mit Wettkampfcharakter, ähnlich der Champions League, soll für mehr Spannung sorgen und den einzelnen Verbänden, wie auch der UEFA, Einnahmen in Millionenhöhe garantieren. Dies soll jedoch, laut UEFA, nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen sein. Vielmehr sollen auf „einer größeren finanzielle Stabilität und Planbarkeit“ das Hauptaugenmerk gelegen haben.

Gründung der UEFA Nationenliga

Konkrete Gespräche und Debatten mit dem Ziel der Veränderung und Verbesserung der bisherigen Gegebenheiten begannen 2011. Ein Strategie – Meeting wurde in Zypern abgehalten. Mehrere Treffen des Top Executive Programms (TEP) der UEFA folgten in den nachkommenden drei Jahren.

2013 trafen sich hierfür die UEFA – Generalsekretäre in Stockholm, des Weiteren ein UEFA – Strategie – Meeting in Dubrovnik im Jahre 2014, sowie Treffen der UEFA – Kommission für Nationalmannschaftswettbewerbe und der bereits genannten TEP in ganz Europa.

Abschließend beschlossen beim 38. Ordentlichen UEFA – Kongress am 27. März 2014 die 54 Mitgliedsverbände der UEFA die Einführung der Nationenliga ab 2018.

Dabei stellt diese, einen Teil der „Resolution zum Nationenmannschaftsfußball 2018 – 2022“ dar.

Modus der UEFA Nationenliga

 

nationenliga Struktur (Copyright UEFA)

nationenliga Struktur (Copyright UEFA)

Zunächst ist die Nationenliga erst einmal von 2018 – 2022 geplant, wobei der Sieger in den ungeraden Jahren ermittelt wird.

Die National League wird in vier Ligen unterteilt, infolge dessen jede Liga wiederum in vier Gruppen mit jeweils drei bis vier Mannschaften aufgeteilt wird. Gespielt wird mit Hin- und Rückspiel.

Es wird die Ligen A, B, C und D geben, in welchen die 54 teilnehmenden Nationen je nach Stärke antreten. In Liga A werden die besten Nationen mit den höchsten Koeffizienten, in Liga D die mit den niedrigsten Koeffizienten vertreten sein.

Stand 1.4.2015: Das wäre die Liga A mit den stärksten Teams

UEFA-Nationalliga, Liga A
UEFA-RankingNationPunkte
1Deutschland33.235
2Frankreich32.680
3Spanien29.782
4Niederlande29.318
5England27.682
6Belgien27.502
7Italien27.044
8Portugal27.038
9Kroatien25.401
10Schweiz24.294
11Tschechische Republik23.803
12Bosnien und Herzegowina23.446

Der Koeffizient ergibt sich dabei aus der UEFA – Rangliste, welcher beim Stand nach der Qualifikation für die WM 2018 gewertet wird.

Welche Nation mit wem in einer Gruppe spielt, wird der Stärke entsprechend, offiziell und nachvollziehbar ausgelost, sodass sportlich alles mit rechten Dingen abläuft.

In jeder Liga werden die vier Gruppensieger aufsteigen bzw. die der obersten Liga in das Final Four einziehen. Die vier Gruppenletzten jeder Liga werden absteigen und bei der nächsten Ausgabe im Jahr 2020 eine Liga tiefer antreten.

In einem Final–Four –Turnier der vier Gruppensieger der höchsten Liga spielen diese, nach Beendigung der Gruppenspiele, unter sich den Sieger der Nations League aus.

Eine große Chance bietet die Nations League für eher schwächere Teams. Je ein Team pro Liga darf trotz verpasster Qualifikation 2019 doch noch zur EM 2020 fahren. Diese wird dann zum ersten Mal über ganz Europa ausgetragen. Ausgespielt werden die nachrückenden Teams in einem Play – off – System innerhalb der Gruppen.

Das Ganze klingt verwirrend, weshalb die UEFA weiter an dem Format feilt. Auch soll in baldiger Zukunft eine Trophäe für den Sieger der Nations League präsentiert werden.

nationenliga-finale (Copyright UEFA)

nationenliga-finale (Copyright UEFA)

Datum & Termine

Wie bereits erwähnt werden zwei Ausgaben der Nationenliga zwischen 2018 und 2022 gespielt.

Der genaue Terminplan steht schon fest:
– die sechs Gruppenspieltage finden jeweils an Doppelspieltagen im September, Oktober und November 2018 statt.
– Das Final Four der jeweiligen Gruppensieger von Liga A wird im Juni 2019 gespielt. Der Austragungsort wird vom UEFA – Exekutivkomitee noch festgelegt.
– Die Play-Off-Spiele der nachrückenden Mannschaften für die EM 2020 finden im März 2020 statt.

Änderungen

Für die Europameisterschaft 2020 kann sich nicht mehr nur durch die nach wie vor gespielte Qualifikation qualifiziert werden, sondern auch durch die Play-off-Spiele, welche kleineren Nationen die Chance bieten auch an einem Großevent, wie es die EM 2020 darstellt, teilzunehmen.

Der Beginn der EM – Qualifikationsrunden wird, aufgrund der Austragung der Nations League von September bis November 2018, auf das Frühjahr 2019 verschoben. Die Play-off-Spiele nach der EM – Qualifikation in welchen bisher die letzten Plätze für die EM vergeben wurden wird es nicht mehr geben. Stattdessen werden die vier Startplätze durch die bereits beschriebenen Play-offs ausgespielt, die aus den Ergebnissen der Nations League resultieren.

Durch das Format wird es künftig weniger Testspiele geben. Vor allem solche, die als sportlich unbedeutend angesehen werden. Ganz müssen die Nationen und Trainer jedoch nicht auf Testspiele verzichten. Vor Welt- und Europameisterschaften soll nach wie vor die Gelegenheit bestehen, Tests auszutragen.

Wer sich nun sorgt, in Zukunft keine Duelle mehr zwischen Nationen verschiedener Kontinente sehen zu können, sei beruhigt. Die UEFA will sich dafür einsetzen, dass solche Duelle nicht der Vergangenheit angehören.

Änderungen im Hinblick auf die Belastung der Spieler soll es nicht geben. Die Spiele der Nationenliga sollen in den existierenden internationalen Spielkalender integriert werden, sodass die Klubs nicht ins Hintertreffen geraten. Im Gegenteil: der neue Modus mutmaßt man, könnte sogar die Belastungen der Spieler verringern, da diese nicht mehr so weite und lange Reisen hinter sich bringen müssen und die Nationalmannschaften vermehrt gegen Teams ihrer Leistungsstärke antreten.
Auch kehren die Spieler früher als bisher zu ihren Klubs zurück.

Vorteile der UEFA Nationenliga

Auch wenn die UEFA die Einführung aus finanziellen Gründen offiziell bestreitet, so lassen sich die ergebenden finanziellen Vorteile nicht von der Hand weisen.
Mehr, sowohl für die UEFA wie auch für die einzelnen Verbände, ertragsreiche Duelle können angeboten und vermarktet werden. Dabei sollen wie bisher in der EM – Qualifikation die TV – Rechte der Nationenliga auch zentral von der UEFA vermarktet werden.

Die kleineren Verbände zeigen sich ebenfalls begeistert, dass ihren Partien eine größere Wertigkeit beigemessen wird. Auch Dank der Möglichkeit für die bisher nahezu chancenlosen Nationen sich für die EM zu qualifizieren, brachte der Nations League große Sympathie von den kleineren Verbänden entgegen.

Für die Nationalverbände und -mannschaften

Im Austausch mit der UEFA prangerten viele Nationaltrainer den fehlenden bzw. als nicht angemessen erachteten sportlichen Wert von Freundschaftsspielen an.

Durch die Nations League können die besten Nationen an einem weiteren hochrangigen und sportlich wertvollen Final – Four – Turnier teilnehmen.

Auf Basis der Chance zur Qualifikation für die Europameisterschaft besteht eine größere Motivation bei den schwächsten 16 Teams ihre Leistung in jedem Spiel abzurufen. Bisher fern jedweder Chance auf ein Großturnier, besteht nun die Möglichkeit durch Wille und Ehrgeiz zur Teilnahme zu gelangen. Denn einer von Ihnen wird sich mit Sicherheit einen Startplatz unter den 24 Endrundenteilnehmern sichern können.

Schwächere Nationen werden durch die Balance, welche durch die relative Leistungsdichte der Duelle mit gleichwertigen und vergleichbaren Nationalmannschaften entstehen wird, nicht mehr von Niederlage zu Niederlage gereicht werden. Die Chance auf einen Sieg für diese Nationen wird also größer sein als bisher.

Die in der Einführung beschriebenen finanziellen Aspekte nehmen die Verbände selbstredend gerne an. Sie können durch diesen Modus der Nationenliga mit besser kalkulierten und oftmals höheren Einnahmen rechnen. Auch wird der exakt definierte Spielkalender und eingebaute Puffer zwischen den Großturnieren der EM und WM mit offenen Armen empfangen.

Für die Fans

Zu oft wurden Freundschaftsspiele als unattraktiv und langweilig empfunden. Damit soll jetzt Schluss sein für die Fans. Vielmehr sollen sie die Möglichkeit haben mehr Spiele ihrer Nationalmannschaft unter Spannung und in einem Wettbewerb begutachten zu können. Ein neuer Wettbewerb fördert dazuhin noch die Neugierde der Zuschauer.

Für die Zuschauer und Fans der kleinen Nationen, welche bisher möglicherweise nur die ersten Spieltage einer Qualifikation oder ernüchternd die Freundschaftsspiele ihrer Nation sahen, können nun mit Spannung alle Spiele beobachten und mitfiebern, in der Hoffnung doch noch einen Startplatz für die EM zu ergattern.

Die bisherigen ungeraden Jahre der Langeweile, in welchen kein Titel bei Europa- oder Weltmeisterschaft vergeben wurde, gehören durch die Nationenliga der Vergangenheit an. Im Sport ist alles auf den Wettbewerb, Titel und Trophäen ausgerichtet. Ab 2018 wird es am Ende jeder Spielzeit, gleich wie im Vereinsfußball, die Möglichkeiten auch bei der Nationalmannschaft auf einen Titel geben.

Deutsche Nationalmannschaft bei der UEFA Nationenliga

Anders als die vielen kleinen Nationen, äußerte sich der Deutsche Fußball Bund (DFB), ähnlich wie andere Großmächte des Fußballs, zurückhaltend und eher skeptisch was die Nationenliga anbelangt. Zwar werde man die Entscheidung „akzeptieren und respektieren“, klar ist jedoch auch, dass für den DFB keine so großen Vorteile entstehen werden. Man ist finanziell gut aufgestellt, hat keine allzu großen Probleme als Weltmeister und eine der führenden Nationen im Fußballsport seine Spiele zu vermarkten und auch das Duellieren mit anderen großen Nationen findet auch so schon in regelmäßigen Abständen statt.

Eher hat man die Sorge, dass die Menschen zu viel von großen Spielen bekommen und das Ganze den Reiz verliert. Des Weiteren muss man sich vor den Bundesliga Klubs verantworten, die trotz Ansagen und Bekundungen der UEFA, ihren Unmut und ihre Sorge bekunden. Sie haben bedenken, dass die Spieler durch die vielen kräfteraubenden Spiele, welche im Zuge der Nationenliga auf sie warten, einer zu großen Belastung ausgesetzt werden und ihre Leistungen bei den Vereinen, welche sie bezahlen, leiden.

Der Bundestrainer

Seit 2006 begleitet Jogi Löw das Amt des deutschen Nationaltrainers. Unter ihm wurde Deutschland viel umjubelt 2014 in Brasilien Weltmeister. Erst kürzlich verlängerte er seinen Vertrag bis zur WM 2018.

Ob er jedoch auch noch bis zur Nationenliga im Jahr 2018 Trainer sein wird ist im kurzlebigen Fußballgeschäft müßig zu diskutieren und kann nicht gesagt werden.

Aktuell befragt auf die Nationenliga äußerte er sich jedoch, wie auch der DFB, skeptisch.

Man wolle sich auch in Zukunft weiter mit „Nationen außerhalb Europas messen“.
„Die Termine und Gelegenheiten hierfür zu finden, wird sicher nicht einfacher“, so Löw weiter.

Gleichzeitig sehe er aber auch, durch das permanente Kräftemessen bei der Nations League, eine Chance zur Weiterentwicklung der Mannschaft.

Ob sich Jogi Löw überhaupt jemals direkt mit der Nations League befassen muss, wird die Zukunft zeigen.

Der DFB-Kader

Bereits nach der Weltmeisterschaft und dem Erreichen des Titels kehrten viele Nationalspieler wohlverdient und aus ihrer Sicht am Zenit angelangt, der deutschen Nationalmannschaft den Rücken.

So sagten beispielsweise Miroslav Klose, Per Mertesacker oder Kapitän Philipp Lahm „auf Wiedersehen“.

Diese Fluktuation älterer und ausgedienter Spieler wird es auch in Zukunft Richtung 2018 geben. Ebenso aber auch viele neue Charaktere mit viel Potential den Weg nach oben zu finden. Deutschland ist nicht umsonst bekannt für seine gute Jugendarbeit.

Wer aus dem heutigen Kader noch 2018 bei der Nationenliga dabei sein wird, vermag, wie auch im Blick auf den Trainer, im schnelllebigen Fußballgeschäft niemand zu prophezeien.

Betrachtet man jedoch den aktuellen Kader rein auf Basis des Alters der Spieler, so fällt auf, dass nahezu der komplette Kader noch bei der National League mit dabei sein könnte:
Manuel Neuer (derzeitiges Alter: 29),
Ron-Robert Zieler (26),
Holger Badstuber (26),
Jerome Boateng (26),
Jonas Hector (24),
Benedikt Höwedes (27),
Mats Hummels (26),
Skhodran Mustafi (22),
Sebastian Rudy (25),
Karim Bellarabi (24),
Ilkay Gündogan (24),
Sami Khedira (27),
Christoph Kramer (24),
Toni Kroos (25),
Thomas Müller (25),
Mesut Özil (26),
Marco Reus (25),
Andre Schürrle (24),
Mario Götze (22),
Max Kruse (27).

Allein bei Roman Weidenfeller (34), Lukas Podolski (29) und Bastian Schweinsteiger (30), dürften kleine Zweifel angemeldet werden.

Schaut man sich mögliche kommende Nationalspieler, die aus dem scheinbar endlos vorkommenden Repertoire an jungen talentierten Spielern aufsteigen an, so muss einem als deutscher Fußballfan nicht Angst und Bange werden. Verteidiger Antonio Rüdiger (22) zeigte bereits gegen Spanien eine ansprechende Leistung. Für die Offensive warten bereits der Stuttgarter Timo Werner (19) und der Bremer Davie Selke (20) in den Startlöchern. Auf der Torhüterposition darf man gespannt auf den bei Leverkusen spielenden und angeblich von Real Madrid umworbenen Bernd Leno (23), sowie den erst kürzlich nach Barcelona gewechselten Marc-Andre ter Stegen (22) sein.
Bleibt also nur ungeduldig abzuwarten, wer am Ende für die deutsche Nationalmannschaft tatsächlich bei der Nations League antreten darf.

Quellen:

http://www.uefa.com/community/news/newsid=2079553.html
und nationen-liga.de