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Fußballnationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina


Bosnien auf dem Weg zur Fußball EM 2016 durch die Playoffs

Die Fußballnationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina

So wie bei allen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens ist auch die Geschichte des bosnischen Fußballverbandes in zwei Teile gespalten. Zwischen 1919 und 1995 spielten die bosnischen Spieler offiziell in der jugoslawischen Nationalmannschaft, auch wenn es für einige Zeit auch eine inoffizielle nicht anerkannte bosnische Nationalmannschaft gab. Nach der Unabhängigkeit des Landes wurde auch der bosnische Fußballverband offiziell in die FIFA aufgenommen und nahm erstmals an den Qualifikationen zu den großen Turnieren teil. Dabei konnte die Mannschaft einen kontinuierlichen Aufwärtstrend initiieren. Scheiterte man zu Beginn noch regelmäßig schon in der Qualifikationsgruppe, schaffte man es später immerhin in die Relegationsspiele der Gruppenzweiten. Bei der WM 2014 gelang dann sogar erstmals die Qualifikation für ein großes Turnier. In der EM 2016 steht man nun in den Playoffs und muß gegen Irland antreten.

Die Startelf von Bosnien-Herzegowinavor dem Länderspiel gegen Israel am 16. November 2014. AFP PHOTO / JACK GUEZ

Die Startelf von Bosnien-Herzegowinavor dem Länderspiel gegen Israel am 16. November 2014. AFP PHOTO / JACK GUEZ

Die Anfänge der Mannschaft

Erstmals gegründet wurde der bosnische Fußballverband 1908. Bosnien-Herzegowina war zu diesem Zeitpunkt allerdings kein eigenständiges Land, sondern wurde durch das Königreich Österreich-Ungarn annektiert. Bereits zuvor waren es bosnische Studenten gewesen, die den Fußballsport aus Wien nach Bosnien gebracht hatten. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs endete allerdings zunächst auch der organisierte Spielbetrieb in dem Land. Anschließend wurde der bosnische Verband formal in den jugoslawischen Fußballverband eingegliedert. Allerdings wurden zu den Weltmeisterschaften 1950 und 1954 keine bosnischen Spieler nominiert, weshalb diese eine eigene inoffizielle Nationalmannschaft bildeten und auch Freundschaftsspiele bestritten. Diese wurden von der FIFA allerdings nicht anerkannt. Das erste offizielle Länderspiel Bosniens fand daher erst am 30. November 1995 gegen Albanien statt und ging mit 0:2 verloren. Bis heute hat die bosnische Nationalmannschaft mehr Niederlagen kassiert, als Siege errungen. Die Bilanz ist allerdings denkbar knapp: Sie steht bei 70 Siegen, 38 Unentschieden und 72 Siegen Niederlagen.

Europa- und Weltmeisterschaftsteilnahmen

Zu Beginn der 1990er Jahre litt Bosnien-Herzegowina unter den Wirren der Balkankriege. So waren bei der Fußball-Europameisterschaft 1992 explizit alle am jugoslawischen Bürgerkrieg beteiligten Parteien ausgeschlossen. Ein erster Aufnahmeantrag in die FIFA 1994 wurde zudem abschlägig beschieden. Auch die ersten Länderspiele fanden unter schwierigen Bedingungen statt. So reisten zur Länderspielpremiere gegen Albanien nur zwölf bosnische Spieler an. 1996 schließlich gelang die Aufnahme in den Fußballweltverband, so dass Bosnien-Herzegowina an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1998 teilnehmen konnte. In den ersten Jahren musste die Mannschaft allerdings viel Lehrgeld zahlen. Spätestens zur Weltmeisterschaft 2010 hatte sich Bosnien-Herzegowina aber zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten um die Turnierplätze gemausert. Belohnt wurde diese Verbesserung schließlich durch die erstmalige Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014 in Südafrika.

Erfolge Bosnien-Herzegowinas

Offiziell ist die bosnische Nationalmannschaft eine Neugründung, das heißt, sie darf die Erfolge der jugoslawischen Nationalmannschaft nicht für sich beanspruchen. Unstrittig ist aber, dass Bosnier immer wieder einen großen Anteil an den Erfolgen Jugoslawiens hatten. So war es etwa der bosnische Trainer Ivica Osim, der Jugoslawien bei der WM 1990 bis ins Viertelfinale führte und erst dort am amtierenden Weltmeister Argentinien scheiterte. Wenig später brach die Hölle des Jugoslawienkrieges los und der Staat zerfiel in seine ethnischen Einzelheiten.

Edin Dzeko (2. von links) feiert gegen Andorra. AFP PHOTO / PASCAL PAVANI

Edin Dzeko (2. von links) feiert gegen Andorra. AFP PHOTO / PASCAL PAVANI

Die bosnische Nationalmannschaft erreichte dann bei der WM-Qualifikation 2010 und der EM-Qualifikation 2012 jeweils den zweiten Gruppenplatz. In den Entscheidungsspielen um die Turnierteilnahme scheiterte das Team aber beide Male an Portugal. Besser machte man es dann im Vorfeld der WM 2014 als Bosnien-Herzegowina sich aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Griechenland direkt für die Endrunde qualifizierte. In Brasilien scheiterte man dann allerdings direkt in der Vorrunde an Argentinien und Nigeria. Im letzten Gruppenspiel gegen den Iran gelang aber immerhin noch der erste WM-Sieg in der vergleichsweise kurzen Historie des Landes.

Bosnisch-herzegowinische Fußballstars – früher und heute

Es waren die Wirren des Jugoslawienkrieges, die Sergej Barbarez nach Deutschland verschlugen. Eigentlich spielte er in seiner Heimat sowohl Basketball, als auch Fußball in der höchsten Liga des Landes. Als der Krieg allerdings ausbrach, befand sich Barbarez auf Deutschlandbesuch bei seinem Onkel. Weil er nicht in seine Heimat zurückkehren konnte, entschloss er sich zu einem Probetraining bei Hannover 96. Dort erhielt er gleich einen Vertrag und gewann mit dem Klub 1992 den DFB-Pokal. Anschließend spielte der schlitzohrige Stürmer bei Union Berlin, Hansa Rostock und Borussia Dortmund. Seine erfolgreichste Station folgte dann allerdings von 2000 bis 2006 beim Hamburger SV. Gleich in seinem ersten Jahr dort wurde er mit 22 Toren Torschützenkönig der Bundesliga. Auch in der Champions League war Barbarez mit dem HSV aktiv und dabei ein Teil jener Hamburger Mannschaft, die im Heimspiel gegen Juventus Turin einen 1:3-Rückstand in eine 4:3-Führung verwandelte. Zwar kassierten die Hamburger kurz vor Schluss noch den Ausgleichstreffer, doch die Partie gilt bis heute als eine der größten Spiele des Vereins. Nachdem ihm 2006 nur noch ein Vertrag mit verringerten Bezügen angeboten wurde, wechselte Barbarez noch einmal zu Bayer Leverkusen und beendete im Jahr 2008 seine Karriere.

Bosnien im weißen Auswärtstrikot 2015. AFP PHOTO / PASCAL PAVANI

Bosnien im weißen Auswärtstrikot 2015. AFP PHOTO / PASCAL PAVANI

Unmittelbar nach Barbarez Karriereende schwang sich dann ein weiterer Bosnier auf, um der Bundesliga seinen Stempel aufzudrücken. Zvjezdan Misimović wurde in der Jugend des FC Bayern München ausgebildet, schien dann aber nicht für die ganz große Fußballbühne geschaffen. Zwar galt er als technisch beschlagen und fähig, den tödlichen Pass zu spielen – gleichzeitig war er aber auch langsam und immer etwas lauffaul. Viele Beobachter meinten, dieses Profil eines klassischen Spielmachers passe nicht mehr in den modernen Fußball. In der Saison 2008/09 allerdings bewies Misimović, dass er sehr wohl in der Lage war, auch auf höchstem Niveau eine Mannschaft zu prägen. Als Spielmacher des VFL Wolfsburg führte er die Mannschaft nicht nur zur Deutschen Meisterschaft, sondern fügte dem FC Bayern auf dem Weg dorthin auch eine der demütigendsten Niederlagen der Vereinsgeschichte zu. Der 5:1- Sieg, gekrönt durch einen unvergessenen Hackentreffer des Wolfsburger Stürmers Grafite, bedeute den Anfang vom Ende für Bayerntrainer Jürgen Klinsmann. Mit insgesamt 83 Länderspielen ist Misimović zudem der Rekordnationalspieler Bosniens. Nach dem er sich seinen Traum von der WM-Teilnahme 2014 erfüllt hatte, trat er aus dem Nationalteam zurück.

Vedad Ibisevic ist in der Bundesliga bestens bekannt – derzeit bei Hertha SC Berlin unter Vertrag. Er spielte bei 1899 Hoffenheim und traf in 123 Spielen 48 Mal, für den Vfb Stuttgart spielte er 2 Jahre und traf 33 Mal in 86 Pflichtspielen. Mit 63 Länderspielen und 23 Tore ist er auch in der Nationalmannschaft eine feste Stütze.

Wales' Joe Ledley (R) gegen Bosniens Vedad Ibisevic (L) im blauen Bosnien-Trikot. AFP PHOTO / ELVIS BARUKCIC

Wales’ Joe Ledley (R) gegen Bosniens Vedad Ibisevic (L) im blauen Bosnien-Trikot. AFP PHOTO / ELVIS BARUKCIC

Bosnien in der EM Qualifikation 2016

Als WM-Teilnehmer galt Bosnien-Herzegowina eigentlich als ein sicherer Kandidat für eines der 23 EM-Tickets. In der ausgeglichenen Qualifikationsgruppe B mit Belgien, Wales, Israel, Zypern und Andorra tat sich die Mannschaft bisher allerdings schwer und lag lange nur auf dem fünften Platz. Zumindest Platz drei, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen führen würde, hat die Ukraine am Ende erreicht.

 TeamSpieleGUVToreDiff.Punkte
1Belgien Belgien1072117:031423
2Wales Wales1063111:02921
3Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina1052314:13117
4Israel Israel1041514:11313
5Zypern Zypern1040512:13-112
6Andorra Andorra10001003:31-280

Alle EM 2016 Qualifikationstabellen.

Bosnien in den Playoffs zur EM 2016

EM Playoff Spiele für die EM 2016

DatumTeam 1-Team 2Ergebnis
Do 12.11.2015
(20:45)
Norwegen -Ungarn Ungarn0:1
Fr 13.11.2015
(20:45)
Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina-Irland 1:1
Sa 14.11.2015
(18:00)
Ukraine -Slowenien 2:0
Sa 14.11.2015
(20:45)
Schweden -Dänemark 2:1
So 15.11.2015
(20:45)
Ungarn Ungarn-Norwegen 2:1
Mo 16.11.2015
(20:45)
Irland -Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina2:0
Di 17.11.2015
(20:45)
Slowenien -Ukraine 1:1
Di 17.11.2015
(20:45)
Dänemark -Schweden 2:2

Bosnien in der WM-Qualifikation 2018

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland wird die bosnische Mannschaft in jedem Fall ein Wiedersehen mit dem belgischen Team erleben. Außerdem sind Griechenland, Estland und Zypern in Gruppe H vertreten.

WM 2018 Qualifikation Gruppe H

Team Nr.NationFIFA-PunkteTopf
1Belgien Belgien12441
2Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina8192
3Griechenland Griechenland6613
4Estland Estland4204
5Zypern Zypern3915

Alle WM 2018 Qualifikationstabellen.

Das Trikot von Bosnien-Herzegowina

Die bosnischen Trikots sind stets in den Farben blau und weiß gehalten. Traditionell war dabei das Heimtrikot weiß und das Auswärtstrikot blau. Nach der Übernahme des Ausrüstervertrages durch Adidas wurde dies allerdings geändert. Nun ist das Heimtrikot blau und das Auswärtstrikot weiß.

 

Das Heimtrikot zur EM 2016

Bosnens Edin Dzeko (L) gegen Belgien im blauen Heimtrikot am 13.Oktober 2014. AFP PHOTO / ELVIS BARUKCIC

Bosnens Edin Dzeko (L) gegen Belgien im blauen Heimtrikot am 13.Oktober 2014. AFP PHOTO / ELVIS BARUKCIC

Das Auswärtstrikot zur EM 2016

Bosnens Avdija Vrsajevic in der EM 2016 Qualifikation gegen Zypern Ende 2014 im weißen Auswärtstrikot. AFP PHOTO ELVIS BARUKCIC

Bosnens Avdija Vrsajevic in der EM 2016 Qualifikation gegen Zypern Ende 2014 im weißen Auswärtstrikot. AFP PHOTO ELVIS BARUKCIC

Daten über die Fußballnationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina

Spitzname:  nicht bekannt

Weltrangliste:  30. (Stand Oktober 2015)

WM-Teilnahmen: WM 2014

Größte Erfolge: –

Europäische Erfolge: –

letztes Spiel gegen Deutschland: Freundschaftsspiel am 03.06.2010 in Frankfurt: Deutschland – Bosnien-Herzegowina 3:1

Bisherige Länderspiele gegen Deutschland

Länderspiel Nr.DATUMORTPAARUNGERGEBNISANMERKUNG
82903.06.2010FrankfurtDeutschland - Bosnien-Herzegowina03:01F-Spiel
72411.10.2002SarajevoBosnien-Herzegowina - Deutschland01:01F-Spiel

Fotogalerie der  Fußballnationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina

Alle Fotos Copyright AFP


Das WM 2018 Trikot