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Die UEFA plant derzeit keine Rückkehr russischer Mannschaften in ihre Wettbewerbe. Präsident Aleksander Ceferin bekräftigte nach dem Kongress in Brüssel, die Position der UEFA habe sich nicht verändert, schränkte aber ein, dass die Lage schnell verändere und man die Zukunft abwarten müsse. FIFA-Chef Gianni Infantino hatte zuletzt eine Aufhebung des Banns zumindest im Jugendbereich gefordert und damit eine heftige Debatte ausgelöst. Die Aussagen Infantinos stießen in der Ukraine auf scharfe Kritik, während aus dem Kreml Zustimmung kam.

UEFA hält an Sperre gegen Russland fest
Nach dem UEFA-Kongress in Brüssel stellte Präsident Aleksander Ceferin klar: Die Position der UEFA sei unverändert. „Die Position der UEFA ist klar, sie hat sich nicht verändert“, sagte der Slowene und betonte dennoch die Dynamik der Lage: „Die Welt ändert sich so schnell. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“ Damit signalisiert die UEFA weiterhin, den Ausschluss russischer Teilnehmer aus dem europäischen Spielbetrieb beizubehalten, zumindest für den Moment.
Infantino fordert Prüfung der Rückkehr — Reaktionen fallen unterschiedlich aus
FIFA-Chef Gianni Infantino hatte sich offener gezeigt und gesagt: „Das müssen wir“ — und präzisierte, eine Prüfung sei „auf jeden Fall – zumindest im Jugendbereich“ nötig. Seiner Ansicht nach habe das Verbot „nichts gebracht“ und nur „Frustration und Hass hervorgerufen.“ Diese Äußerungen lösten in der Ukraine scharfe Kritik aus; Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Infantino als „moralisch degeneriert.“ Zeitgleich meldete der Kreml Lob für Infantinos Vorstoß.
Hintergrund: Sperre seit Russlands Überfall 2022
Unmittelbar nach Russlands völkerrechtswidrigem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hatten FIFA und UEFA russische Teilnehmer aus ihren laufenden Wettbewerben ausgeschlossen. Ceferin kommentierte die Debatte um Infantinos Worte als zum Teil übertrieben: Die Aussagen seien „grundlos zu groß“ gemacht worden, räumte er ein, gab dem FIFA-Boss aber teilweise Recht: „Natürlich sollten wir uns die Sache ansehen.“ Damit bleibt die Frage einer möglichen Rückkehr offen — zumindest theoretisch — während die praktische Entscheidung bei der UEFA liegt.
Schewtschenko lädt Infantino in die Ukraine ein
Der ukrainische Verbandschef Andrij Schewtschenko suchte das Gespräch mit Infantino und lud ihn in das kriegsgeplagte Land ein. „Wir warten darauf, dass er in die Ukraine kommt“, sagte der frühere Nationalspieler dem norwegischen Medium Idrettspolitikk. Schewtschenko berichtete, er habe sich am Tag vor dem Kongress mit dem Schweizer getroffen: „Er hörte zu. Ich konnte meine wichtigsten Punkte darlegen. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, sie zurückzuholen oder ihnen vorzuschlagen, zurückzukommen.“