Nachbericht: Deutschland – San Marino 7:0

Der DFB am 6. Spieltag der WM-Qualifikation

Veröffentlicht: Sonntag, 11. Juni 2017 um 13:44 Uhr

Nach einem ordentlichen 1:1 einige Tage zuvor gegen Dänemark musste der DFB nun am 6. Spieltag der WM-Qualifikationsgruppe C gegen San Marino ran. Die Rollen waren klar verteilt und auch das Ergebnis war bereits vor Anpfiff klar. San Marino ist ein Staat der Größenordnung einer deutschen Kleinstadt, seine Nationalspieler sind fast allesamt Amateure. Deutschland verfügt mit dem DFB über den größten Sportverband der Welt. Ein Sieg war klar, erwartet und nie gefährdet. Die Art und Weise war trotzdem aller Ehren wert.

Amin Younes (r.) kam gegen San Marino nicht nur zu seinem ersten Startelfeinsatz sonder auch noch zu seinem ersten Treffer für die A-Nationalmannschaft. / AFP PHOTO / Christof STACHE

Wie waren die Aufstellungen?

San Marino musste aufgrund einiger personaler Ausfälle gleich auf vier Positionen umstellen.Kapitän Vitaioli, Domeniconi, Simoncini und Gasperoni konnten nicht Auflaufen. Trainer Manzaroli musste also umstellen.

So haben sie gespielt: Benedettini – Cesarini (87.Brolli), Biordi, Della Valle, Bonini – Cervellini, Palazzi, Zafferani, Mazza (69. Bernardi), Golinucci – Rinaldi (78. Hirsch)

Deutschland lief mit einer Abwandlung ihres bereits gegen Dänemark getesteten 3-4-1-2 Systems auf, ein 3-1-4-2. Anstatt drei Innenverteidiger gegen die sehr defensiv auflaufenden San Marinesen auflaufen zu lassen beschloss Löw Mustafi als einzigen Innenverteidiger spielen zu lassen und ihm Kimmich und Hector als offensivere Außenverteidiger an die Seite in die Dreierkette, die bei Ballbesitz mehr eine „Einserkette“ war, zu stellen. Stindl und Wagner bekamen wieder die Chance im Sturmzentrum zu spielen, Amin Younes wurde mit seinem ersten Startelfeinsatz belohnt. Emre Can ersetzte den gegen Dänemark glanzlos wirkenden Rudy im zentralen Mittelfeld. Im Tor startete ter Stegen statt Trapp.

So haben sie gespielt: ter Stegen – Kimmich, Mustafi, Hector (55. Plattenhardt) – Can – Younes, Draxler (76. Demme), Goretzka, Brandt – Stindl (55. Werner), Wagner

Germany’s midfielder Julian Draxler (R) feiert sein Tor zum 1:0 mit der Mannschaft im Spiel gegen San Marino am 10.06.2017. / AFP PHOTO / Christof STACHE

Wie verlief das Spiel?

Die erste Halbzeit

Wie zu erwarten war setzte Jogi Löw auf eine starke geballte Offensive. San Marino verteigte mit 11 Spielern in und um den eignen Sechzener. Interessant war wie das Team von beginn an auf gechippte Bälle über die Abwehr setzte um die San Marinesen in Verlegenheit zu bringen. Dies gelang auch ein ums andere Mal und der Druck auf San Marino stieg von Minute zu Minute. Nach 11 Minuten war es dann schließlich geschehen. Nach einer schönen Kimmich Flanke an die Sandro Wagner nicht ganz heran kam verunglückte der Klärungsversuch von San Marinos Abwehr derart, dass der Ball direkt vor den Füßen von Julian Draxler landete. Der Kapitän verwandelte trocken zum 1:0 ins rechte Eck. Nur fünf Minuten später feierte Sandro Wagner seinen Toreinstand. Nach wieder guter Vorarbeit von Joshua Kimmich Köpft der Stürmer der TSG 1899 Hoffenheim zu seinem Inaugurationstreffer für den DFB ein. Kurz darauf spielte Kimmich Draxler wieder gut an, der war jedoch bei seinem Pass in den 5-Meter Raum knapp im Toraus. Das 3:0 folgte dann in der 29. Minute. Kurios vor allem die Vorarbeit. Kimmich führt nur eine Sekunde nach einem Handschlag mit dem Gegenspieler der ihn gefoult hatte den Freistoß schnell aus. Seine Flanke findet Amin Younes der den Ball kurz für Wagner querlegt, Tor! Das ging zu schnell für San Marino. Kurz vor der Halbzeit erhöht die Nationalmannschaft dann noch auf 4:0. Nach einer Ecke von Stindl bei der sich Benedettini arg verschätzt kommt Amin Younes frei an den Ball und schiebt souverän ein. Sein erstes Tor für die A-Nationalmannschaft und gleichzeitig der Pausenstand.

Julian Brandt (l.) konnte einen Treffer beim 7:0 der Nationalmannschaft gegen San Marino beitragen. / AFP PHOTO / Christof STACHE

Die zweite Halbzeit

Auch in der zweiten Hälfte war die deutsche Mannschaft drückend überlegen, kein einziger Torschuss gelang San Marino im ganzen Spiel. Bereits in der 47. Minute war die Mannschaft wieder auf Betriebstemperatur. Nach einer Ecke rutscht der Ball fast durch den ganzen 16er bis ihn sich Mustafi, wohl etwas regelwidrig mit dem Arm, stoppt und auf 5:0 erhöht. In der 55. Minute wechselt Löw doppelt. Hector und Stindl gehen nach einem ruhigen Einsatzabend, für sie dürfen Plattenhardt und Werner ins Spiel. Das Spiel flachte infolge der Wechsel auf beiden Seiten merklich ab. Erst in der 72. Minute konnte der DFB den Spielstand auf 6:0 erhöhen. Wieder ist Kimmich beteiligt. Nach einer Traumflanke in den Strafraum verwandelt Julian Brandt spektakulär per Flugkopfball. Einige Minuten später wird es dann Kurios. Nach einer Flanke von Kimmich kommt Timo Werner zum Kopfball und alles sieht nach Tor aus. Die spieler Jubeln, Musik läuft im Stadion, die Anzeige im Fernsehen wird umgestellt. Doch der Ball war gar nicht drin und alles muss wieder auf Anfang gesetzt werden. Schade für Werner, es wäre sein erster Treffer für den DFB gewesen.  In der 76. Minute durfte nun auch der letzte Spieler ohne Einsatz sein Debüt feiern. Diego Demme ersetzte Julian Draxler und darf sich nun auch A-Nationalspieler nennen. Den Schlusspunkt der Partie setzte dann in der 85. Minute Sandro Wagner. Mit seinem dritten Treffer rundet er einen für ihn sicherlich tollen Abend ab. Joshua Kimmich ist wieder der Vorlagengeber, er war sicherlich der Spieler des Spiels.

Emre Can hatte beim Spiel gegen San Marino im defensiven Mittelfeld wenig zu tun, konnte aber auch nur wenig Akzente setzen. / AFP PHOTO / Christof STACHE

Das Fazit

Sicherlich kann man darüber streiten, wie viele und wie aussagekräftige Schlüsse man aus einer Partie gegen San Marino ziehen kann. Doch kann man als Fan der deutschen Nationalmannschaft mit dem gestrigen Abend durchaus zufrieden sein. Das junge Team arbeitete gut zusammen, offensiv funktioniert das Spielsystem Löws gut. Der Sieg und die vielen Tore geben den jungen Spielern sicherlich ein bisschen Selbstvertrauen für die schweren Aufgaben, die beim Confed-Cup in Russland auf sie warten werden. Vor allem Kimmich, Draxler und Goretzka sind spieler auf die wir uns in den nächsten Jahren, auch wenn das Team in Bestbesetzung antreten wird, freuen dürfen.

Wer schoss die Tore für Deutschland?

Wie geht es weiter bei der Nationalmannschaft?

Nach dem Spiel gegen San Marino bekommen die Spieler einige Tage frei. Am Dienstag den 13. Juni trifft man sich dann und reist gemeinsam nach Sotschi. Dort wird man einige Tage Trainieren, bevor es dann am 19. Juni auch für das deutsche Team beim Confed-Cup richtig losgeht. Man trifft zuerst auf das Team aus Australien, dann am 22. Juni auf Arturo Vidal und seine Chilenen und zum Abschluss der Gruppenphase am 25. Juni auf Afrikameister Kamerun.

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