Vizekanzler Klingbeil mit Klartext: WM 2026 Boykott-Debatte ist „Quatsch“

Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil hat einen möglichen Boykott der Fußball-WM im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) klar abgelehnt und die Debatte als „Quatsch“ bezeichnet. Klingbeil betonte gegenüber der Bild am Sonntag, ein Fernbleiben schadete den Spielern und löse keine politischen Konflikte. Auch Staatsministerin Christiane Schenderlein warnte in der Süddeutschen Zeitung davor, den Sport für außenpolitische Auseinandersetzungen zu instrumentalisieren. Gleichzeitig wächst der Druck aus der Politik: EU-Abgeordnete fordern von der UEFA eine eindeutige Stellungnahme beim anstehenden Kongress.

WM 2026 Boykott - Gründe, Möglichkeiten, Stimme
WM 2026 Boykott – Gründe, Möglichkeiten, Stimme

Klingbeil gegen WM-Boykott

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellte sich entschieden gegen Überlegungen zu einem WM-Boykott. Er nannte die Debatte „Quatsch“ und argumentierte, ein Fernbleiben der Nationalmannschaft würde den Spielerinnen und Spielern eine Last „aufdrücken“, die Politik lösen müsse. Klingbeil betonte damit, dass sportliche Großereignisse wie die Weltmeisterschaft nicht zur Bühne für außenpolitische Maßnahmen werden sollten. Seine klare Absage richtet sich gegen Vorschläge, die letztlich die Durchführung des Turniers oder die Teilnahme der Teams infrage stellen könnten.

Sportstaatsministerin: Sport nicht instrumentalisieren

Auch Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, warnte vor einer Instrumentalisierung des Sports für die Gestaltung außenpolitischer Beziehungen, etwa zu den USA. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung unterstrich sie, dass sportpolitische Entscheidungen von sportlichen und nicht von rein diplomatischen Erwägungen geleitet werden sollten. Gleichzeitig macht die politische Entwicklung in den USA — genannt wurden die Politik gegenüber Grönland und die Eskalation bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE — die Debatte über mögliche Reaktionen auf internationaler Ebene schärfer.

EU-Abgeordnete fordern klare Position der UEFA

Mehrere EU-Abgeordnete haben laut Spiegel in einem Schreiben von der UEFA eine klare Position zur Lage in den USA gefordert; die UEFA tritt hierzu an ihrem Kongress am Donnerstag zusammen. Die Abgeordneten baten den Verband, Diskussionen über mögliche Konsequenzen zu unterstützen, „einschließlich koordinierter Boykotte oder anderer Maßnahmen“. Diese Forderung setzte eine politische Debatte in Gang, die nun auch den Fußballverband und Gremien wie die UEFA direkt anspricht und Fragen zur Rolle des Sports in geopolitischen Konflikten aufwirft.

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DFB-Präsidium spricht sich gegen Fernbleiben aus

Nach einem Vorstoß von DFB-Vize Oke Göttlich positionierte sich das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes klar gegen einen WM-Boykott. Der DFB schrieb, ein Fernbleiben sei „derzeit kein Thema“ und bekräftigte das Vertrauen in die verbindende Kraft des Sports. Der Verband betonte, dass die Fußball-Weltmeisterschaft weltweit Wirkung entfalten könne und es Aufgabe des DFB sei, diese positive Kraft zu stärken statt zu verhindern. Damit steht der Verband in dieser Debatte klar aufseiten einer sportlichen Lösung und gegen Boykott-Szenarien.