Fußball-WM 2026: Boykott? Ex-Fifa-Präsident Blatter rudert zurück

Sepp Blatter, der ehemalige Präsident der FIFA, hat sich zu den aktuellen Diskussionen rund um einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA geäußert. Trotz des Aufrufs des Schweizer Korruptionsexperten Mark Pieth, die WM zu meiden, distanziert sich Blatter von der Unterstützung eines Boykotts. Er betont die Notwendigkevit, dass Fußball unabhängig von politischen Entwicklungen stattfinden sollte.

Franz Beckenbauer (R) erhält den Presidential award von FIFA Präsident Joseph Blatter beim FIFA Ballon d'Or 2013. AFP PHOTO / OLIVIER MORIN
Franz Beckenbauer (R) erhält den Presidential award von FIFA Präsident Joseph Blatter beim FIFA Ballon d’Or 2013. AFP PHOTO / OLIVIER MORIN

Blatter distanziert sich von Boykottaufruf

Der 90-jährige Blatter, der seit seinem Rücktritt im Jahr 2015 die Entwicklungen im Weltfußball aufmerksam verfolgt, stellte klar, dass er nie für einen Boykott der WM plädiert habe. In einem Beitrag auf der Onlineplattform X (ehemals Twitter) zitierte er lediglich Pieth, der die Sicherheitslage und politische Instabilität in den USA thematisierte. „Ich habe doch nie gesagt, ich sei für einen Boykott“, so Blatter.

Er fügte hinzu, dass die Frage, ob Menschen zur WM reisen, nicht entscheidend sei. „Wichtig ist, dass das Spiel ausgetragen wird“, erklärte der Ex-FIFA-Boss. Boykotte wie bei den Olympischen Spielen in den Jahren 1980 und 1984, die seiner Meinung nach keine positiven Ergebnisse gebracht hätten, lehnt er ab.

Kritik an der FIFA unter Infantino

Gleichzeitig übt Blatter scharfe Kritik an seinem Nachfolger Gianni Infantino. Er ist der Meinung, dass die FIFA heute nur noch aus dem Präsidenten bestehe und der FIFA-Rat kaum noch Einfluss habe. Auch die europäische Verbandsproteste sieht er als nicht existent an, da viele Verbandsvertreter gut verdienen und sich dadurch nicht einmischen würden.

Umstrittene Nähe zu Donald Trump

Blatter äußerte sich zudem kritisch über Infantinos enge Beziehungen zu Donald Trump. Die Szene, in der Infantino dem ehemaligen US-Präsidenten den WM-Pokal überreichte, bezeichnete er als „eine Spinnerei“. Die geplante Verleihung eines Friedenspreises an Trump durch die FIFA findet Blatter „schlimm“ und fordert Infantino auf, sich klar gegen mögliche Einreisebeschränkungen auszusprechen, die bestimmte Fans von der WM 2026 ausschließen könnten.

Blatter bleibt der WM fern

Trotz der Spannungen zwischen ihm und Infantino glaubt Blatter an ein mögliches Treffen in der Zukunft. Bislang sei er jedoch nicht zur WM eingeladen worden und plant, die Spiele in den USA nicht zu besuchen. „Ich gehe nicht zur WM. Ich gehe nicht mehr ins Stadion“, betonte er. Auf die Frage, ob die FIFA zu seiner Amtszeit als „mafiöse Organisation“ bezeichnet werden könne, antwortete Blatter, dass dies nicht der Fall gewesen sei, räumte jedoch ein, dass einige Personen Geld angenommen hätten. Bereuen wolle er jedoch nichts von seinen Handlungen.

Quelle: t-online.de