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Oke Goettlich, Präsident von St. Pauli und Mitglied des DFB-Präsidiums, hat eine kontroverse Diskussion über einen möglichen Boykott der diesjährigen Männer-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko angestoßen. In einem Interview äußerte er, dass die Bedrohungen für Menschenrechte aktuell größer seien als während der Boykotte der Olympischen Spiele in den 1980er Jahren. Diese Äußerungen haben in Deutschland eine kritische Debatte ausgelöst.

Goettlich fordert offene Diskussion über Boykott
Oke Goettlich, der seit 2014 Präsident des politisch engagierten Vereins St. Pauli ist, hat in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost die Notwendigkeit einer Diskussion über einen Boykott der bevorstehenden Weltmeisterschaft betont. „Was waren die Rechtfertigungen für die Boykotte der Olympischen Spiele in den 1980er Jahren?“, fragte er. „Meiner Meinung nach ist die potenzielle Bedrohung jetzt größer als damals. Wir müssen diese Diskussion führen.“
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Kritik vom DFB und DFL
Die Reaktionen in Deutschland blieben nicht aus. Bernd Neuendorf, Präsident des DFB, bezeichnete Goettlichs Äußerungen als „vorgegriffen“ und „unpassend“. Bei einer Veranstaltung der Deutschen Fußball Liga (DFL) äußerte Neuendorf, dass die Diskussion zum aktuellen Zeitpunkt „nicht relevant“ sei und dass es sich um eine Einzelmeinung handele. „Wir im DFB sind uns einig, dass wir das an diesem Punkt für vollkommen fehlgeleitet halten“, fügte er hinzu.
Petition: WM 2026 Boykottieren!
Reisebeschränkungen für WM-Teilnehmer
Die Situation wird komplizierter durch die Tatsache, dass Bürger aus Senegal, der Elfenbeinküste, Iran und Haiti, vier Ländern, die sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert haben, derzeit nicht in die USA reisen können. Goettlich äußerte sich besorgt über die aktuellen Reisehinweise des deutschen Auswärtigen Amtes und die Berichte über Menschenrechtsverletzungen in den USA.
Politische Dimension des Fußballs
Goettlich ist bekannt für seine klare Haltung und weist darauf hin, dass Fußball und Politik untrennbar miteinander verbunden sind. „Die Behauptung, dass Fußball nicht politisiert werden sollte, ist einfach nicht mehr glaubwürdig“, so Goettlich. Er betont, dass ein Boykott nicht gegen die US-Amerikaner gerichtet sei, sondern ein Protest gegen die Regierung und deren menschenrechtliche Missstände darstelle. „Es geht darum, mit denjenigen solidarisch zu sein, die von der Trump-Administration bedroht werden“, fügte er hinzu.