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Die Diskussion über einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist entfacht. Auslöser sind politische Spannungen rund um US-Präsident Donald Trump, der durch kontroverse Aussagen und internationale Alleingänge Kritik auf sich zieht. Doch wie realistisch ist ein Boykott wirklich – und wer könnte ihn überhaupt durchsetzen?

Politischer Zündstoff statt sportlicher Vorfreude
In den vergangenen Monaten hat Donald Trump mit provokativen außenpolitischen Positionen erneut für Aufsehen gesorgt – etwa mit der Forderung, die USA müssten über Grönland herrschen. Auch innenpolitisch sorgen seine Methoden, wie der Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten, für Empörung. Vor diesem Hintergrund fordern einige Stimmen – insbesondere aus Fankreisen und politischen Lagern in Europa – einen Boykott der WM 2026, die Trump als Bühne für Amerikas „Größe“ nutzen will.
Erste Boykott-Rufe – aber ohne Rückhalt der Fußballverbände
Prominentester Befürworter eines Boykotts ist Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Vizepräsident im DFB-Präsidium. Er forderte eine ernsthafte Diskussion über eine Nicht-Teilnahme. Der DFB reagierte jedoch prompt: Präsident Bernd Neuendorf bezeichnete die Debatte als „verfrüht“ und „nicht relevant“. Auch in Frankreich erteilten Sportministerin Marina Ferrari und Verbandspräsident Philippe Diallo einem Boykott eine klare Absage. In Spanien, England oder Österreich spielt das Thema aktuell keine Rolle. Die Botschaft ist eindeutig: Fußballverbände setzen weiterhin auf die Trennung von Sport und Politik.
Wie würde ein echter Boykott aussehen?
Ein WM-Boykott wäre nur durchsetzbar, wenn er politisch gewollt und organisiert wäre – vergleichbar mit dem Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau unter US-Präsident Jimmy Carter. Damals überredeten die USA über 60 Länder, den Spielen fernzubleiben – ein symbolischer Akt gegen die sowjetische Invasion in Afghanistan. Ähnliches wäre 2026 nur denkbar, wenn mehrere europäische Staaten gemeinsam handeln würden. Gerade Nationen wie Deutschland, Frankreich, England oder Spanien könnten mit einem kollektiven Ausstieg den Druck auf die USA massiv erhöhen.
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Denkbares Szenario, aber derzeit sehr unwahrscheinlich
Aktuell ist ein Boykott reine Spekulation. Nachdem Trump seine Grönland-Pläne zurückgezogen hat, ist die Debatte bereits wieder abgeflaut. Selbst Kritiker wie Göttlich räumen ein: Es kommt darauf an, wie sich die kommenden Monate politisch entwickeln. Sollte es tatsächlich zu einer Eskalation zwischen den USA und NATO-Partnern kommen, könnte ein Boykott wieder auf den Tisch kommen. Bis dahin bleibt er jedoch unwahrscheinlich – zu hoch ist das sportliche, wirtschaftliche und symbolische Interesse an einer Teilnahme.
Boykott durch Fans oder Diplomaten wahrscheinlicher
Was realistischer erscheint: Einzelne Fangruppen oder diplomatische Delegationen könnten dem Turnier fernbleiben – ähnlich wie bei den Winterspielen 2022 in China. Die englische LGBTQ+-Fangruppe „Three Lions Pride“ kündigte bereits an, in den USA nicht sichtbar vertreten zu sein. Auch Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter forderte Fans auf, die USA zu meiden. Ein sportlicher Boykott durch Nationalteams ist jedoch – Stand jetzt – nicht in Sicht.
Quelle: https://www.nytimes.com/athletic/7002048/2026/01/28/world-cup-2026-boycott-trump-usa-mexico-canada/