Bundesregierung lehnt WM-Boykott ab: „Das unterstützen wir nicht“

In der aktuellen Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat sich die Bundesregierung klar positioniert. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, erklärte, dass ein Boykott nicht unterstützt werde. Dies geschieht in einem Kontext, in dem Sport nicht für geopolitische Konflikte instrumentalisiert werden soll, insbesondere im Hinblick auf die USA.

Präsident erhält den neu geschaffenen FIFA Friedenspreis
Präsident erhält den neu geschaffenen FIFA Friedenspreis

Bundesregierung spricht sich gegen WM-Boykott aus

Die Bundesregierung hat sich eindeutig gegen die Idee eines Boykott der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, ausgesprochen. Christiane Schenderlein betont, dass die Bundesregierung eine einheitliche Linie verfolgt: „Wenn es um einen Boykott geht, sagen wir: Das unterstützen wir nicht“, so die CDU-Politikerin in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Sport und Außenpolitik

Ein zentraler Punkt in der Argumentation der Bundesregierung ist die Überzeugung, dass Sport nicht als Werkzeug für die Gestaltung außenpolitischer Beziehungen genutzt werden darf. Schenderlein hebt hervor, dass die WM nicht ausschließlich in den USA stattfindet, was einen Boykott auch auf die anderen Gastgeberländer ausdehnen würde. Dies könnte zu einer unnötigen Spaltung führen und die positiven Aspekte des Fußballs untergraben.

Erfahrungen aus Katar

Ein weiterer Aspekt, der in die Überlegungen einfließt, ist die kritische Auseinandersetzung mit der WM 2022 in Katar. Damals war die Menschenrechtslage im Land ein großes Thema, und die deutsche Nationalmannschaft machte durch symbolische Gesten auf sich aufmerksam. „Das war keine gute Situation, die da entstanden ist“, kommentiert Schenderlein die damaligen Ereignisse, die auch die Politik und den Sport stark beeinflussten.

DFB gegen Boykott

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich ebenfalls klar gegen einen WM-Boykott ausgesprochen. In einer Erklärung nach einer Sitzung am vergangenen Freitag heißt es: „Ein Fernbleiben ist derzeit kein Thema. Wir glauben an die verbindende Kraft des Sports und an die weltweite Wirkung, die eine Fußball-Weltmeisterschaft entfalten kann.“ Der DFB konzentriert sich darauf, die positive Kraft des Fußballs zu fördern, anstatt sie zu verhindern.