Klopp kritisiert FIFA-Pläne: „Keine neuen Turniere mehr im Sommer!“

Jürgen Klopp hat sich deutlich gegen die Überlegungen der FIFA ausgesprochen, die Fußball-Weltmeisterschaft auf 64 Teams aufzustocken. Der Ex-Liverpool-Coach sieht die Belastung der Spieler längst am Limit – und fordert ein radikales Umdenken im internationalen Fußballkalender.

Liverpool manager Jürgen Klopp (Photo by Conor Molloy/News Images)
Liverpool manager Jürgen Klopp
(Photo by Conor Molloy/News Images)

Erweiterung der WM: Klopp zeigt klare Kante

Die Diskussion über eine erneute Erweiterung der Weltmeisterschaft ist in vollem Gange. Nachdem die FIFA das Turnier 2026 bereits auf 48 Teilnehmer ausgedehnt hat, wird nun über eine Aufstockung auf 64 Teams bei der WM 2030 nachgedacht. Präsident Gianni Infantino traf sich dazu kürzlich mit Politikern und Funktionären in New York. Doch Jürgen Klopp hat wenig Verständnis für solche Pläne. „Ich wollte gar nicht erst darüber nachdenken“, sagte er im Interview mit The Athletic. „Ehrlich gesagt, ich habe es nur gesehen und dachte: Oh nein, darauf lasse ich mich nicht ein.“

Spieler am Limit: „Warum nicht acht Wochen Urlaub?“

Vor allem die zunehmende Belastung der Spieler ist für Klopp ein zentraler Kritikpunkt. Der frühere Bundesliga-Trainer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. „Was auch immer ich sage, ich könnte es genauso gut meiner Mikrowelle erzählen. Es hat denselben Effekt“, so der 58-Jährige. Die Argumentation, dass der Fußball nun einmal viel Geld verdiene, lässt Klopp nicht gelten. Stattdessen stellt er eine einfache Frage: „Warum setzen wir uns nicht an einen Tisch und sagen den Spielern, dass sie acht Wochen Urlaub im Jahr haben?“ Eine Diskussion über mehr Regeneration sei überfällig, so Klopp.

Kritik an Klub-WM und FIFA-Struktur

Nicht nur die Pläne zur WM-Erweiterung stoßen bei Klopp auf Widerstand – auch die neue Klub-WM, die zuletzt mit 32 Teams ausgetragen wurde, hält er für problematisch. Das Turnier fand im vergangenen Sommer erstmals im neuen Format statt, den Titel holte der FC Chelsea. Doch Klopp verzichtete bewusst darauf, sich die Spiele anzuschauen. „Es gibt keine andere Lösung, als keine neuen Turniere mehr in der Sommerpause zu organisieren“, stellt er klar. Für die Top-Spieler gebe es ohnehin keine echte Pause mehr. „Man würde auch keinen Künstler jeden Abend auftreten lassen, bis er umfällt. Und dann sagen: Tut uns leid, er hat seine Konzentration verloren.“

WM 2030: Viel Symbolik, wenig Pause

Die nächste Weltmeisterschaft 2026 wird in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen – erstmals mit 48 Mannschaften. Für das 100-jährige Jubiläum des Turniers 2030 ist ein symbolisches Dreier-Eröffnungsspiel in Uruguay, Argentinien und Paraguay geplant. Die restlichen Spiele sollen dann in Spanien, Portugal und Marokko stattfinden. Ob diese Aufteilung den ohnehin überfrachteten Kalender entlastet, bleibt fraglich. Für Klopp jedenfalls ist klar: Der Fußball muss seine Stars besser schützen – und nicht weiter auspressen.