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Spielbericht: WM-Quali Gruppe C – Deutschland – Norwegen 6:0

Demonstration der Stärke in Stuttgart

Veröffentlicht: Dienstag, 5. September 2017 um 12:38 Uhr

Als der litauische Unparteiische Gediminas Mazeika gestern Abend um 20:45 das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Norwegen in Stuttgart anpfiff, waren viele Zuschauer sehr gespannt: Gespannt darauf ob man sich gegenüber dem ziemlich mittelmäßigen Auftreten gegen Tschechien beim 2:1 Arbeitssieg steigern können würde. Gespannt ob das Publikum sich wieder daneben benehmen würde wie gegen die Tschechen. Gespannt ob Jogi Löw, wie zuletzt schon, wieder auf asymmetrische Aufstellungen setzen würde. Nach 20 Spielminuten und einem Spielstand von 3:0 hatten die Zuschauer Antworten auf all diese Fragen: Das Spielsystem – konventionell, die Zuschauer – großartig, die Leistung – weltmeisterlich. Wir werfen einen Blick zurück auf die Fußball-Gala.

 

Wie haben sie Gespielt?

Deutschland: ter Stegen – Hector, Hummels, Rüdiger, Kimmich – Kroos, Rudy (61. Khedira) – Draxler, Özil, Müller (46. Goretzka) – Werner (66. Gomez)

Tschechien: Jarstein – Elabdellaoui, Nordtveit, Skjelvik, Aleesami – Elyounoussi (58. Svensson), Berge (46 Valsvik), Selnaes (75. Linnes), Möller Daehli – King, Berget

Timo Werner konnte auch gegen Norwegen wieder überzeugen. Der junge Stürmer von RB Leipzig ist ganz klar die Sturmhoffnung für Deutschland in den kommenden Jahren. / AFP PHOTO / Patrik STOLLARZ

Timo Werner konnte auch gegen Norwegen wieder überzeugen. Der junge Stürmer von RB Leipzig ist ganz klar die Sturmhoffnung für Deutschland in den kommenden Jahren. / AFP PHOTO / Patrik STOLLARZ

Wie verlief die 1. Halbzeit?

Die deutsche Mannschaft kam bereits furios aus den Startblöcken: Von der ersten Minute ab wirkte das DFB-Team um Kapitän Müller hochaggressiv und fokussiert. Das Ergebnis: 75% Ballbesitz und 72% gewonnene Zweikämpfe in Halbzeit eins bei einem Spielstand von 4:0. Nach nur 10 Minuten und einigen guten Chancen schaffte es Jonas Hector einen Pass in den Rücken der Abwehr auf Mesut Özil zu bringen der die Norweger völlig überraschte. Özil netzte souverän zum 1:0 ein und der Bann war gebrochen. Nur kurze Zeit später, in der 17. Minute, sorgten ein guter Kopfball von Timo Werner, ein kluger Pass von Mesut Özil und die individuelle Klasse von Julian Draxler für das 2:0. In der 21. Minute legte Thomas Müller mit der Hacke für Timo Werner ab und es stand bereits 3:0. Das Spiel hatte kaum angefangen, da war es auch schon wieder gelaufen, zumindest für die Norweger. Vor allem die Offensivkräfte um den mit seinen klugen Pässen alles leitenden Toni Kroos lieferten in Halbzeit eins ein absolutes Feuerwerk ab. So war es auch kaum verwunderlich, dass man nach dem 3:0 nicht zurücksteckte sondern immer weiter auf das norwegische Tor anrannte. Dass es nach der tollen Flanke von Thomas Müller auf Timo Werner in der 41. Minute nur 4:0 stand war dabei norwegens Schlussmann Jarstein zu verdanken, der zuvor gleich zwei gute Versuche von Werner und Kroos pariert hatte.

Dynamisches Trio: Thomas Müller (L), Julian Draxler (M) und Mesut Özil (R) wussten auch gestern gegen Norwegen wieder zu überzeugen. Gemeinsam waren sie an 5 der 6 deutschen Tore beteiligt. / AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

Dynamisches Trio: Thomas Müller (L), Julian Draxler (M) und Mesut Özil (R) wussten auch gestern gegen Norwegen wieder zu überzeugen. Gemeinsam waren sie an 5 der 6 deutschen Tore beteiligt. / AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

Wie verlief die 2. Halbzeit?

Nach dem Seitenwechsel kam Leon Goretzka für den munter aufspielenden Kapitän Thomas Müller auf den Platz. Die deutsche Mannschaft ließ es in Folge der deutlichen Führung in Halbzeit 2 etwas langsamer angehen und somit kamen auch die Norweger zu einigen Chancen. War es Nötig zog man jedoch das Tempo und die Intensität wieder kurz an, wie zum Beispiel beim 5:0 durch Leon Goretzka, der gut von Julian Draxler in Szene gesetzt worden war. Ein besonders schöner Moment des Spiels: In der 66. Minute wurde Timo Werner unter Standing Ovations und Sprechchören für Mario Gomez ausgewechselt. Sicherlich Balsam für die Seele des sonst oft gescholtenen Jungstars von RB-Leipzig und keine Selbstverständlichkeit. Werner hatte nach dem Abstieg den VfB Stuttgart verlassen und wurde im Zuge seines Wechsels von einigen lokalen Fangruppierungen als Verräter verunglimpft. Der eingewechselte Gomez konnte dann vor seinen ehemaligen Fans des VfB mit seinem 6:0 Kopfballtreffer für den Schlusspunkt einer großartigen Leistung des DFB setzen.

Russia Calling: Vor dem letzten Doppelspieltag der Qualifikation am 05. und 08. Oktober ist Deutschland schon fast sicher qualifiziert.

Russia Calling: Vor dem letzten Doppelspieltag der Qualifikation am 05. und 08. Oktober ist Deutschland schon fast sicher qualifiziert.

Fazit

Das Spiel gegen Norwegen war ohne Frage eine Demonstration der Stärke der deutschen Nationalmannschaft. Das Team wirkte nach dem blutlosen Auftritt gegen Tschechien wie ausgewechselt. Dennoch darf der Sieg gegen Norwegen absolut nicht überbewertet werden. Die Norweger waren mit Deutschlands Offensivkraft völlig überfordert und konnten dem amtierenden Weltmeister und Confed-Cup Sieger zu keinem Zeitpunkt des Spiels ordentlich Paroli bieten. Dies wird gegen die großen Gegner bei der WM wie Frankreich, Spanien, Brasilien oder Italien sicherlich ganz anders sein. Deshalb darf die deutsche Mannschaft sich auf keinen Fall in Sicherheit wiegen sondern muss weiterhin versuchen ihr Spiel zu optimieren, noch facettenreicher im Angriff zu sein und für mehr Stabilität in der Abwehr zu sorgen.

In der Qualifiaktionsgruppe C reicht nun ein Punkt aus zwei Spielen um direkt das Ticket nach Russland lösen zu können. Das nächste Spiel am 05. Oktober ist zugleich das Spitzenspiel der Gruppe, denn man reist zum Zweitplatzierten aus Nordirland. Sollte man jedoch eine ähnlich Leistung wie gegen die Norweger abrufen können, so dürften auch die Nordiren nicht im Stande sein dieses deutsche Team aufzuhalten.