Fußball-WM 2026: Iran verlangt Verlegung seiner WM-Spiele nach Mexiko

90 Tage vor dem WM-Start verlangt der Iran Verlegung seiner WM-Spiele nach Mexiko und stellt damit die Teilnahmebedingungen seines Teams infrage. Sportminister Ahmed Donjamali öffnet die Tür für eine Teilnahme – allerdings nur, wenn die Spiele aus den USA in mexikanische Austragungsorte verlegt werden. Die Möglichkeit werde mit dem Weltverband FIFA geprüft, sagte Donjamali und betonte, man wolle alle sportlichen Aspekte nutzen, um eine Teilnahme zu ermöglichen. Bislang hat die FIFA keine Stellungnahme abgegeben.

Ein Fußballspieler im Trikot der iranischen Nationalmannschaft steht mit einem Fußball in der Hand vor einer großen iranischen Fahne, im Hintergrund jubelnde Fans im Stadion. (Copyright Depositphotos.com)
Ein Fußballspieler im Trikot der iranischen Nationalmannschaft steht mit einem Fußball in der Hand vor einer großen iranischen Fahne, im Hintergrund jubelnde Fans im Stadion. (Copyright Depositphotos.com)

Iran verlangt Verlegung seiner WM-Spiele nach Mexiko

Sportminister Ahmed Donjamali machte deutlich, dass eine WM-Teilnahme des Iran von einer Verlegung der Spiele in mexikanische Stadien abhängt. „Ich hoffe, dass die Bedingungen geschaffen werden, damit unsere Jungs doch noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen können“, sagte Donjamali und erklärte, die Angelegenheit werde mit dem Weltverband FIFA geprüft. Die Forderung zielt konkret auf eine Änderung des Spielplans und der Austragungsorte ab, um Sicherheits- und politische Bedenken zu umgehen.

Geplanter Spielplan und mögliche Verlegungen

Der aktuelle Spielplan sieht für den Iran Gruppenspiele am 16. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland, am 21. Juni erneut in Los Angeles gegen Belgien und am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten vor. Bei einer Verlegung müssten diese Termine und Orte organisatorisch mit der FIFA und den Turnierveranstaltern abgestimmt werden, was logistische Fragen zu Reisewegen, Spielbetrieb und Stadionkapazitäten aufwirft. Dennoch betonte Donjamali, dass alle sportlichen Aspekte sorgfältig genutzt werden sollen, um eine Teilnahme doch noch zu ermöglichen.

Interne Debatte im iranischen Fußball

Im iranischen Fußball gibt es innerhalb kurzer Zeit widersprüchliche Signale: Verbandschef Mehdi Tadsch hatte zuletzt einen WM-Verzicht ins Spiel gebracht und gefragt: „Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht – wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken?“ Hintergrund sind Vorfälle rund um die Frauen-Nationalmannschaft beim Asien-Cup in Australien, bei denen mehrere Spielerinnen nach dem Vorrunden-Aus in Australien geblieben und mit humanitären Visa versorgt wurden. Diese Entwicklungen haben die Debatte über eine Teilnahme am Turnier und die außen- und sicherheitspolitischen Implikationen für den Verband zusätzlich verschärft.

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Politische und sicherheitspolitische Einwände

Die politischen Spannungen spielen eine zentrale Rolle: In einem früheren TV-Interview hatte Donjamali die USA scharf kritisiert und gesagt: „Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.“ US-Präsident Donald Trump verwies seinerseits auf Sicherheitsrisiken und erklärte, es sei nicht angemessen, dass der Iran bei der WM dabei sei. Der iranische Verband wies solche politischen Vorgaben zurück und verwies darauf, dass die FIFA über die Teilnahme entscheide. Bislang blieb die FIFA zu allen Anfragen zur möglichen Verlegung der iranischen Spiele kommentarlos.