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Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft: Preisanstieg für WM-Tickets treibt Fans in den USA, Kanada und Mexiko die Kosten in die Höhe. Auf der offiziellen Weiterverkaufsplattform der FIFA liegen viele Eintrittskarten um ein Vielfaches über dem ursprünglichen Nennwert. Besonders drastisch: Eine Kategorie-3-Karte fürs Finale wird dort für 143.750 US-Dollar angeboten – das 41‑Fache des ursprünglichen Preises von 3.450 US-Dollar. Auch für das WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika steigen die Preise deutlich, während nur wenige Partien leichter unter Nennwert zu finden sind. Wir haben uns eingeloggt und uns auch die deutschen Spiele angeschaut.

Preisanstieg auf der FIFA-Wiederverkaufsplattform
Auf der offiziellen Wiederverkaufsseite der FIFA notieren sich die Preise vieler Spiele deutlich über dem ursprünglichen Verkaufspreis. Beispiele zeigen die Dimension: Die billigste auf der Plattform verfügbare Final-Karte kostet noch immer 9.775 US-Dollar, während ein anderes Finalticket der Kategorie drei mit 143.750 US-Dollar inseriert ist. Für das Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika bietet die Plattform Tickets bis zu 5.234 US-Dollar an; in der Hauptverkaufsphase im Januar hatten diese Plätze noch 895 US-Dollar gekostet.
Wie groß ist die Nachfrage der deutschen WM-Spiele?
Für Deutschland gegen Curacao in Houston und gegen Ecuador gibt es eine eingeschränkte Verfügbarkeit, gegen die Elfenbeinküste nicht. Wir haben geschaut, was die deutschen WM-Spiele derzeit im Zweitmarkt kosten. Gegen Curacao gibt es derzeit Tickets für ab 671 US-Dollar in der Kategorie 3 – Kategorie 1 und 2, also die besten Plätze sind derzeit nicht verfügbar. Die Preisspanne geht bis 5750 USD in der Kategorie 4.
Gegen die Elfenbeinküste in Toronto geht es bei 1086 und 986 USD in den Kategorien 3 und 4 los. Die teuersten Tickets wurden für 12.633 USD eingestellt. Ursprünglicher Preis: 75 USD.

Gegen Ecuador gibt es noch die besten Tickets in der Kategorie 2 für ab 1380 USD – Ursprünglicher Ticketkaufpreis: 465.00 USD.

Ausnahmen bei einzelnen Partien
Nur für einige wenige Begegnungen liegen die aufgerufenen Preise knapp unter dem Nennwert. Als Beispiel nennt die Quelle das Gruppenspiel Österreich gegen Jordanien, bei dem Wiederverkaufspreise leicht unter dem ursprünglich angesetzten Tarif angeboten werden. Dennoch dominieren auf der Plattform deutlich überhöhte Angebote für hoch nachgefragte Partien.
Warum die Preise steigen: Nachfrage und Wiederverkauf
Die FIFA-Wiederverkaufsplattform erlaubt es Käufern, ihre Tickets erneut anzubieten und dabei selbst die Preise zu bestimmen; die FIFA agiert dabei lediglich als Vermittler und erhebt eine Gebühr von 15 Prozent. Gleichzeitig blieb die Nachfrage enorm: Laut Angaben der FIFA gingen mehr als eine halbe Milliarde Anfragen ein, was Druck auf das System und auf die Verfügbarkeit der Karten erzeugt. In diesem Umfeld setzen viele Interessenten auf Arbitrage – sie kaufen in der Hoffnung, durch Weiterverkauf Gewinn zu erzielen.
Kritik von Fanorganisationen und Folgen für Anhänger
Vertreter von Fanvereinigungen kritisieren die Entwicklung scharf. Guillaume Aupretre, Sprecher der französischen Fanvereinigung „Irresistibles Francais“, sagte gegenüber AFP: Viele Leute kaufen, um weiterzuverkaufen, und die leidenschaftlichen Fans würden „mit unverschämten Angeboten konfrontiert“. Er forderte, dass echte Anhänger Vorrang haben sollten, um ihre Mannschaften vor Ort zu unterstützen, stellte aber fest, dass dies derzeit „leider nicht der Fall“ sei.