WM 2026: Der Stürmer-Check – Wer schießt Deutschland zum WM-Titel?

Noch sind es einige Monate bis in den USA, Mexiko und Kanada die nächste Weltmeisterschaft startet, doch das Turnier rückt immer näher und mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft sind einige Fragen noch ungeklärt. Neben der Torwartposition steht diesbezüglich besonders der Mittelsturm im Fokus. Wer soll die DFB-Elf zum Titel schießen? 

Der deutsche Stürmer Nr. 11 Nick Woltemade (rechts) jubelt nach dem ersten Tor seiner Mannschaft während des Fußballspiels der Gruppe A der FIFA-WM-Qualifikation 2026 zwischen Deutschland und der Slowakei in der Red Bull Arena in Leipzig, Ostdeutschland, am 17. November 2025. (Foto: Odd ANDERSEN / AFP)
Der deutsche Stürmer Nr. 11 Nick Woltemade (rechts) jubelt nach dem ersten Tor seiner Mannschaft während des Fußballspiels der Gruppe A der FIFA-WM-Qualifikation 2026 zwischen Deutschland und der Slowakei in der Red Bull Arena in Leipzig, Ostdeutschland, am 17. November 2025. (Foto: Odd ANDERSEN / AFP)

Die Ausgangslage: Viele Kandidaten ohne Stammplatzgarantie

Glücklicherweise ist die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann auch im Sturmzentrum ziemlich breit. Gleichzeitig fehlt der eine Top-Star, der ohne Frage gesetzt wäre. So herrscht im Mittelsturm der DFB-Elf bisher ein ziemlich offener Wettbewerb. Kein Wunder also, dass viel diskutiert wird. 

Die Besetzung der Spitze ist auch mit Blick auf die Taktik der deutschen Nationalmannschaft von großer Bedeutung. Jeder Kandidat bringt etwas mit, das für die Mannschaft wertvoll sein kann. Während mitspielende Stürmer wie Woltemade und Havertz besondere Qualitäten in der Spielanlage haben, bringen reine Knipser wie Füllkrug oder Kleindienst noch mehr Abschlussqualitäten und somit eine eingebaute Tor-Garantie mit.

Noch ist das Rennen um die Sturmspitze im deutschen Team völlig offen. Klar dagegen ist: Eine realistische Chance auf den WM-Titel hat Deutschland nur mit einem erfolgreichen Stürmer. Dementsprechend beobachten nicht nur Fans und Experten die Diskussionen, sondern auch alle Freunde von Sportwetten. Ein Tipp auf Deutschland als kommenden Weltmeister hängt nämlich auch davon ab, wie Nagelsmann die Stürmerfrage beantwortet. 

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Julian Nagelsmann will als Bundestrainer 2026 die Weltmeisterschaft holen (Foto Depositphotos.com)
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Deniz Undav: Dank Formstärke zum Stammplatz bei der WM?

Deniz Undav dürfte sich aktuell große Hoffnungen auf das Sturmzentrum der DFB-Elf machen. Nach seiner Verletzungsrückkehr im vergangenen Herbst hat der VfB-Angreifer schnell wieder den Rhythmus gefunden und zeigte sich in den vergangenen Wochen extrem formstark.

Generell überzeugt Undav vor allem durch Effizienz und Spielintelligenz. Er bewegt sich clever zwischen den Linien, beteiligt sich aktiv an Kombinationen und taucht immer wieder in gefährlichen Abschlusspositionen auf, die der 29-Jährige meist auch eiskalt zu nutzen weiß. Undav ist also kein klassischer Strafraumstürmer, aber dennoch einer, der weiß, wo das Tor steht.

In der aktuellen Form gehört Deniz Undav wohl an die Spitze des internen Rankings der DFB-Stürmer. Doch es bleibt die Frage, ob seine Formstärke bis zum Sommer anhält und auch, ob Julian Nagelsmann bei der Weltmeisterschaft am Ende nicht doch auf einen anderen Spielertypen setzt.

Deutschlands Stürmer #13 Deniz Undav (L) jubelt neben Deutschlands Mittelfeldspieler #17 Florian Wirtz während des UEFA-Nations-League-Spiels um den dritten Platz zwischen Deutschland und Frankreich in Stuttgart, Südwestdeutschland, am 8. Juni 2025. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)
Deutschlands Stürmer #13 Deniz Undav (L) jubelt neben Deutschlands Mittelfeldspieler #17 Florian Wirtz während des UEFA-Nations-League-Spiels um den dritten Platz zwischen Deutschland und Frankreich in Stuttgart, Südwestdeutschland, am 8. Juni 2025. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)

Nick Woltemade: Ein moderner Mittelstürmer mit Fragezeichen

Nick Woltemade bringt eigentlich alle Voraussetzungen für einen modernen Mittelstürmer mit: Größe, Präsenz und Strafraumnähe machen ihn zum idealen Zielspieler. Nach seinem Wechsel zu Newcastle United in die Premier League schien Woltemade endgültig der Durchbruch zu gelingen. Mittlerweile findet sich der ehemalige Stuttgarter allerdings in seiner ersten kleineren Formkrise auf der Insel wieder. 

Trotzdem dürfte Woltemade auf den WM-Zug aufspringen. Gelingt es ihm, seine Form bis dahin wiederzufinden, wäre sogar ein Stammplatz denkbar. Zu gut ist der gebürtige Bremer, der Bälle festmachen kann, Zweikämpfe annimmt, das Kombinationsspiel mitgestaltet und selbst Abschlüsse sucht. Dabei wirkt Woltemade stets technisch sauber. Im Nationalteam profitiert der junge Angreifer besonders vom Zusammenspiel mit den kreativen Offensiv-Assen hinter ihm. 

Niclas Füllkrug: Dank Winterwechsel zur WM?

Niclas Füllkrug bringt als Stürmer etwas mit, das schwer zu ersetzen ist: Turniererfahrung und das Gespür für entscheidende Momente. Das zeigte er nicht zuletzt bei der Heim-EM 2024. Seine Stärken liegen ohne Frage im Strafraum, insbesondere per Kopf. Doch in den letzten Monaten konnte Füllkrug seine Qualitäten nur selten auf dem Platz zeigen. Bei seinem Ex-Klub West Ham United kosteten ihn Verletzungen immer wieder Spielrhythmus und -praxis. 

Sein Wechsel im Winter nach Mailand soll seine WM-Chancen nun retten. Schafft es Füllkrug, sich dort erfolgreich einen Stammplatz zu sichern, dürfte sich der ehemalige Dortmunder realistische Hoffnungen auf einen Platz im WM-Kader der DFB-Elf machen. Gerade als situative Waffe könnte Füllkrug dann eine entscheidende Rolle bei der anstehenden Weltmeisterschaft einnehmen.

Kai Havertz vom FC Arsenal macht sich vor dem Premier-League-Spiel FC Arsenal gegen FC Southampton im Emirates Stadium in London, Großbritannien, am 5. Oktober 2024 warm. (Foto: Izzy Poles/News Images)
Kai Havertz vom FC Arsenal macht sich vor dem Premier-League-Spiel FC Arsenal gegen FC Southampton im Emirates Stadium in London, Großbritannien, am 5. Oktober 2024 warm.
(Foto: Izzy Poles/News Images)

Kai Havertz: Mittelstürmer-Hybrid im Dienste des Systems

Kai Havertz ist ein Sonderfall. Ursprünglich als Zehner gedacht, wurde der ehemalige Leverkusener immer wieder in die Sturmspitze geschoben. Von dort gibt das Offensiv-Ass dem Spiel viel Struktur. Nach einer langwierigen Verletzung feierte Havertz Anfang des Jahres sein Comeback im Trikot des FC Arsenal London und lieferte sofort ab. 

Bleibt Havertz körperlich stabil, ist er im Kader von Nagelsmann gesetzt. Er bringt enorme Vorteile im Pressing, in der Raumaufteilung und im Kombinationsspiel mit. So öffnet der 26-Jährige immer wieder Wege für seine Mitspieler, zieht Gegenspieler heraus und öffnet so gefährliche Räume in der Verteidigung des Gegners. 

Bereits bei der Heim-EM startete der Arsenal-Star in der Sturmspitze der DFB-Elf. Bleibt er gesund und spielt weiter so wie aktuell, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Deutschland auch bei der kommenden WM mit ihm im Sturmzentrum beginnt.

Stürmer mit Außenseiterchancen: Burkardt, Kleindienst, Gnabry & Co 

Abseits dieser vier Top-Favoriten auf einen Stammplatz in der Sturmspitze der deutschen Nationalmannschaft bei der kommenden WM lauern einige weitere Angreifer auf ihre Chance. Während Jonathan Burkardt und Tim Kleindienst vor allem Verletzungssorgen zurückhalten, dürften Serge Gnabry und Maximilian Beyer eher in anderen Positionen gefragt sein. 

Burkhardt, der vor der Saison zu Eintracht Frankfurt gewechselt war, liefert auf dem Platz eigentlich immer konstant ab. Doch seine Verletzungsanfälligkeit könnte ihm mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Ähnlich sieht es aktuell bei Tim Kleindienst von Borussia Mönchengladbach aus. Zwischenzeitlich gelang ihm im DFB-Trikot eine bemerkenswerte Torquote, doch auch ihn bremst in dieser Saison eine hartnäckige Verletzung aus, die seine WM-Chancen mächtig schmälern dürften.

Nicht mit Verletzungen zu kämpfen haben Maximilian Beier und Serge Gnabry. Trotzdem dürften beide nur wenig Chancen auf einen Stammplatz im Sturmzentrum der DFB-Elf haben. Während Gnabry von Nagelsmann eher hinter den Spitzen eingesetzt wird, ist Beyer eher auf den Außen eingeplant. Ohnehin muss BVB-Angreifer Beyer noch um seinen Platz im WM-Kader kämpfen. Gnabry hingegen dürfte im Sommer ziemlich sicher mit zur WM reisen. Seine bisher starke Saisonleistung bei Bayern München spricht für ihn.

Kein Weltklasse-Neuner, aber mehrere spannende Lösungen

Außerhalb der Stürmerdebatte stehen Florian Wirtz und der gerade wieder genesene Jamal Musiala. Beide fungieren als Fixpunkte hinter der jeweiligen Sturmspitze. Sind sie fit, sind wohl beide Offensiv-Asse gesetzt. Sie schaffen Räume, liefern Vorlagen und sorgen selbst für Tore. Die Wahl des Mittelstürmers im DFB-Dress muss daher immer auch im Zusammenspiel mit diesen beiden Ausnahmespielern gedacht werden.

Mit Blick auf die Möglichkeiten von Julian Nagelsmann wird deutlich: Ein alles überragender Weltklasse-Stürmer fehlt in den Reihen der deutschen Nationalmanschaft. Dafür gibt es jedoch eine ungewöhnlich breite Auswahl an durchaus spannenden Optionen. Aktuell gelten Undav, Woltemade und Havertz wohl als Favoriten. Vielleicht liegt genau in dieser Unberechenbarkeit ja auch ein Schlüssel zum Erfolg bei der kommenden WM.