Unglückliche Albaner unterliegen Frankreich

Bis zur 90. Minute kämpfte Albanien am Mittwochabend gegen Gastgeber Frankreich. Am Ende ließen die Kräfte nach und die Albaner mussten nach Toren in der Nachspielzeit vom eingewechselten Antoine Griezmann und Dimitri Payet den Platz auch im zweiten Gruppenspiel als Verlierer verlassen.

Frankreichs Mittelfeldspieler Blaise Matuidi im Luftkampf mit Armando Sadiku (L) beim Vorrundenspiel im Velodrome stadium in Marseille am 15.Juni 2016. / AFP PHOTO / Valery HACHE
Frankreichs Mittelfeldspieler Blaise Matuidi im Luftkampf mit Armando Sadiku (L) beim Vorrundenspiel im Velodrome stadium in Marseille am 15.Juni 2016. / AFP PHOTO / Valery HACHE

Schon gegen die Schweiz zeigte die Mannschaft vom italienischen Trainer Gianni de Biasi, dass die EM-Teilnahme kein Zufall ist. Auch gegen den Gastgeber kamen sie zu ihren Chancen, jedoch fehlten gegen Ende des Spiels die Konsequenz in den Zweikämpfen. Vor allem mangelte es an der nötigen Ruhe beim Torabschluss.
Franzosen-Coach Didier Deschamps verzichtete in der Startformation auf Atletico Madrids Angreifer Griezmann und auf Juve-Star Paul Pogba. In der ersten Hälfte war es den Les Bleus deutlich anzusehen, dass sie im Spiel nach vorne ohne die beiden Akteure Probleme haben. Sie konnten kaum Akzente und kaum Gefahr vor dem Tor des albanischen Torhüters Erit Berisha ausüben.

Im zweiten Durchgang nahm Deschamps den völlig blass bleibenden Anthony Martial aus dem Spiel und brachte für ihn Pogba. Der Youngster machte sofort seine Präsenz bemerkbar und suchte immer wieder den Torabschluss. Entweder war Berisha zur Stelle oder der Franzose scheiterte nur knapp am Tor.

„Habe heute wieder den Unterschied gemacht“

In der Schlussphase wurden die Albaner etwas schwächer und Griezmann nutzte die kleine Unkonzentriertheit nach einer Flanke von Adil Rami aus und köpfte mutterseelenallein im Strafraum zum umjubelten Führungstreffer. Den Schlussstrich setzte Dimitri Payet, der bereits den Unterschied im Auftaktspiel gegen Rumänien machte. Auch an diesem Abend war er nicht zu bremsen. Fast alle Angriffsbemühungen liefen über ihn. Seine starke Leistung krönnte sich dem 29-jährigen Offensiv-Allrounder mit einer Einzelaktion zum 2:0. Nach der Begegnungen prahlte der Mittelfeldspieler vor Selbstbewusstsein: „Ich habe heute wieder den Unterschied gemacht“, meinte Payet.

France's forward Olivier Giroud gestures during the Euro 2016 group A football match between France and Albania at the Velodrome stadium in Marseille on June 15, 2016. / AFP PHOTO / FRANCK FIFE
Frankreichs Stürmer Olivier Giroud während des EM-Spiels am 15. Juni 2016 in Marseille gegen Albanien. Im Hintergrund Kingsley Coman. / AFP PHOTO / FRANCK FIFE

Zwar war Frankreichs Cheftrainer Deschamps mit der Leistung seines Teams nicht sehr zufrieden, dennoch war er nach dem 2:0-Erfolg erleichtert und ebenfalls glücklich: „Wir haben nicht unbedigt einen guten Start gehabt. Die Albaner waren am Anfang ganz gut und stark. Da haben wir kein Glück gehabt, aber am Ende hat es doch noch geklappt und wir sind jetzt im Achtelfinale“, sagte der 50-Jährige und fügte an: „Albanien hat mit Herz gespielt und sie haben ein gutes Team. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht alles gezeigt, aber die zweite Halbzeit war besser und die Spieler haben sich am Ende reingehängt und das hat dann den Unterschied gemacht. Wir müssen noch eine Menge leisten.“

„Sind dazu in der Lage jeden Gegner zu ärgern“

Für den Kölner Mevrim Mavraj war die Niederlage eine große Enttäuschung: „Das ist wieder typisch für uns. Das erste Spiel war schon unglücklich mit einem Riesenaufwand und heute vielleicht sogar etwas schlimmer als gegen die Schweiz.“ Der Verteidiger ist fest davon überzeugt, dass seine Mannschaft im letzten Spiel gegen Rumänien nochmal das Maximum rausholen wird: „Ich bin mir sicher, dass die Jungs wieder aufstehen werden. Das hat die Vergangenheit gezeigt, dass wir es können. Wir sind dazu in der Lage jeden Gegner zu ärgern. Wir werden versuchen gegen Rumänien eine Schlacht abzuliefern so wie wir es auch heute getan haben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Am kommenden Sonntag kommt es zwischen Albanien und Rumänien zu einem kleinen Endspiel. Die Partie beginnt um 21 Uhr und wird live vom ZDF übertragen.