Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Wirtz überragend: Zwei Tore, zwei Vorlagen und der Unterschied
- 2 Nagelsmann: „Einspielen“ als WM-Plan
- 3 Aufstellung und Personal: Pavlovic, Musiala fehlen – Stiller als Sechser
- 4 Spielverlauf: Frühe Chancen, überraschende Schweizer Führung
- 5 Zweite Halbzeit: Wechsel, Joker und das Auf und Ab
- 6 Defensive Schwächen trotz starkem Gegenpressing und flüssigem Umschaltspiel

Wirtz überragend: Zwei Tore, zwei Vorlagen und der Unterschied
Florian Wirtz war der überragende Spieler im St. Jakob-Park und weckte mit seinen Aktionen große Hoffnungen auf magische WM-Nächte. Er bereitete zwei Tore vor und erzielte selbst zwei Wunder-Tore: das erste aus halblinker Position ansatzlos in den Winkel (61.), das zweite einen weiteren Geniestreich zum 4:3 (86.). Bereits zuvor leitete er mit seinem Zauberfuß den Ausgleich kurz vor der Pause ein, als Serge Gnabry in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2) traf.
Wirtz’ Leistungen entschieden letztlich das Spiel zugunsten der DFB-Auswahl und sorgten dafür, dass die offensive Qualität der Mannschaft deutlich sichtbar wurde.
Nagelsmann: „Einspielen“ als WM-Plan
Bundestrainer Julian Nagelsmann legte vor dem Spiel seine Karten offen und erklärte sein Motto: „Einspielen“ für das XXL-Turnier. Er betonte, dass die Elf von Basel auch seine Stammformation für die USA, Mexiko und Kanada sein solle – „mit zwei, höchstens drei Änderungen“.
Nagelsmann war zugleich gespannt, „wie wir nach so einer langen Pause reinkommen“. Die Antwort der Mannschaft war offensiv stark, defensive Instabilitäten bereiteten dem Chefcoach jedoch noch Kopfzerbrechen.
Aufstellung und Personal: Pavlovic, Musiala fehlen – Stiller als Sechser
Namentlich fehlten die in Topform gesetzten Münchner Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic, weshalb der nachnominierte Stuttgarter Angelo Stiller im Mittelfeld neben Leon Goretzka den Sechser geben durfte — er tat dies solide. Musialas Zehner-Part übernahm wie in der Qualifikation Serge Gnabry, während Leroy Sané über rechts kam.
Die DFB-Elf lief in ihren neuen blauen Auswärtstrikots auf. Vor den Augen von Ex-Bundestrainer Joachim Löw stellte Nagelsmann eine Formation auf, die er als möglichst nah an seiner Stammelf für die WM bezeichnete.

Spielverlauf: Frühe Chancen, überraschende Schweizer Führung
Nach Zuspiel des umtriebigen Wirtz hatte Sané (3.) früh eine erste Chance, und zehn Minuten später legte erneut Wirtz auf, diesmal für Neuner Kai Havertz, der an Torwart Gregor Kobel scheiterte. Nach einer Ecke blockte der aufgerückte Jonathan Tah unfreiwillig einen gefährlichen Gnabry-Schuss (14.).
All diese Gelegenheiten verpufften, die Schweiz schlug mit ihrer ersten Chance zu: Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck spielte Granit Xhaka in den von Joshua Kimmich verlassenen Raum rechts hinten. Dort nutzte Dan Ndoye (17.) die Lücke — sein Schuss fand den kurzen Eckweg und erwischte Torwart Oliver Baumann kalt.
Ausgleich durch Tah und erneuter Rückstand vor der Pause
Beim Ausgleich zahlte sich Nagelsmanns Fokus auf Standards aus: Nach einer kurz ausgeführten Ecke zirkelte Wirtz den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Jonathan Tah überlegt einköpfte (26.). Weiter angetrieben von Nagelsmann prüfte Kai Havertz (32.) erneut BVB-Keeper Gregor Kobel. Dennoch blieb die Abwehr anfällig.
Ein abermaliger Fehlpass von Schlotterbeck leitete das 1:2 ein: David Raum ließ den Mainzer Silvan Widmer unbehelligt flanken, und Tah brachte Breel Embolo unbedrängt per Kopf zum 1:2 (41.). Der Augsburger Fabian Rieder scheiterte bei einem Konter außerdem an der Latte (43.). Dann sorgte ein Geniestreich des Zauberfußes Wirtz dafür, dass Serge Gnabry mit dem Pausenpfiff (45.+2) den erneuten Ausgleich besorgte.

Zweite Halbzeit: Wechsel, Joker und das Auf und Ab
Nach der Pause begann beim Gegner das große Wechselspiel: Beide Teams hatten bis zu elf Tausch-Möglichkeiten vereinbart. Der auffällige Gnabry scheiterte früh in der zweiten Hälfte aus spitzem Winkel (47.), doch die DFB-Elf blieb am Drücker und erspielte sich weitere gute Gelegenheiten.
Debütant Lennart Karl sollte als Joker den ersten Sieg über den Nachbarn seit 2008 über die Zeit bringen, doch Joel Monteiro (79.) schockte die DFB-Auswahl mit dem erneuten Ausgleich für die Schweiz. Erst ein weiterer Geniestreich von Wirtz (86.) brachte schließlich den Sieg.
Defensive Schwächen trotz starkem Gegenpressing und flüssigem Umschaltspiel
Gleichzeitig zeigte die Partie, dass die Defensive der DFB-Elf noch Schwachstellen hat: Die wacklige Abwehr bereitete Bundestrainer Julian Nagelsmann in Basel einiges Kopfzerbrechen. Fehler wie die von Nico Schlotterbeck führten direkt zu Gegentoren, und in der Entstehung des 1:2 ließ David Raum Silvan Widmer unangreifbar flanken.
Positiv fiel das Gegenpressing auf, das funktionierte, und das Umschaltspiel lief flüssig. Überhaupt gefiel die Offensive, nur an der Effektivität mangelte es zeitweise; die Standardsituationen hingegen zahlten sich aus und trugen entscheidend zum Spielverlauf bei. Am Ende machte Wirtz den Unterschied.