Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Wunder-Wirtz entscheidet das Spiel
- 2 Brisante Abwehrprobleme und Nagelsmanns WM-Plan
- 3 Personelle Besetzung: Rollen, Ausfälle und Profildetails
- 4 Spielverlauf: Tore, Wendungen und Schlüssel-Szenen
- 5 Wechsel, Debüt und Reaktion auf Jokereinsätze
- 6 Taktische Analyse: Standards, Gegenpressing und Umschaltspiel

Wunder-Wirtz entscheidet das Spiel
Der alles überragende Fußball-Zauberer Florian Wirtz hat bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft große Hoffnungen auf magische WM-Nächte geweckt. Wirtz war der bestimmende Mann in Basel: Er erzielte zwei Wunder-Tore und lieferte zwei Vorlagen, womit er direkt an allen vier Treffern des 4:3 (2:2)-Erfolgs gegen die Schweiz beteiligt war. Sein erstes Traumtor zirkelte er ansatzlos aus halblinker Position in den Winkel (61.), seinen zweiten Geniestreich verwertete er in der 86. Minute und brachte die DFB-Auswahl damit auf die Siegerstraße.
Vor den Augen von Ex-Bundestrainer Joachim Löw war Wirtz damit der Matchwinner, der die Partie in einer packenden Schlussphase entschied. Am Ende machte Wirtz den Unterschied.
Brisante Abwehrprobleme und Nagelsmanns WM-Plan
Die wacklige Abwehr bereitete Bundestrainer Julian Nagelsmann in Basel einige Sorgen. 79 Tage vor dem Aufbruch in die WM-Mission bereitete die Defensivleistung Kopfzerbrechen, denn wiederholte Fehlpässe führten zu Gegentoren der Gastgeber. Nagelsmann legte gleichzeitig seine Karten für das XXL-Turnier offen: „Einspielen“ für das Turnier lautete sein Motto.
Zweieinhalb Monate vor dem WM-Start in Houston gegen Außenseiter Curaçao plädierte der Übungsleiter dafür, dass die Elf von Basel auch seine Stammformation für die USA, Mexiko und Kanada sein – mit zwei, höchstens drei Änderungen. Namentlich nannte er vor allem die in Topform gesetzten Münchner Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic, die aktuell fehlen.

Personelle Besetzung: Rollen, Ausfälle und Profildetails
Weil Musiala und Pavlovic fehlten, übernahm Serge Gnabry die Zehner-Position wie schon in der Qualifikation, während Leroy Sané über die rechte Seite agierte. Für Pavlovic durfte der nachnominierte Stuttgarter Angelo Stiller im Mittelfeld neben Leon Goretzka den Sechser geben – er tat dies solide. Neuner Kai Havertz war als zentrale Spitze gesetzt.
Die DFB-Elf trat in ihren neuen blauen Auswärtstrikots an. Nagelsmann testete damit eine Formation mit Blick auf die Endrunde; die personellen Entscheidungen sollten Stabilität geben, doch die Abwehr zeigte sich anfällig. Diese Personalentscheidungen und die gezeigte Formation sind Teil von Nagelsmanns Plan, die Mannschaft für das Turnier einzuspielen.

Spielverlauf: Tore, Wendungen und Schlüssel-Szenen
Das Spiel im St. Jakob-Park nahm früh Tempo auf: Nach Zuspiel des umtriebigen Wirtz hatte Sané (3.) eine erste Chance, die knapp ausblieb. Zehn Minuten später legte erneut Wirtz auf, diesmal für Neuner Kai Havertz, der an Torwart Gregor Kobel scheiterte.
Die Schweiz schlug mit ihrer ersten echten Gelegenheit zu: Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck spielte Granit Xhaka in den von Joshua Kimmich verlassenen Raum rechts hinten. Dort nutzte Dan Ndoye (17.) die Unordnung, wurde von Angelo Stiller nur begleitet und traf kalt im kurzen Eck gegen Torwart Oliver Baumann. Nach dem Ausgleich durch Jonathan Tah (26.) geriet die DFB-Elf durch Breel Embolo (41.) erneut in Rückstand.
Gnabry glich mit dem Pausenpfiff zum 2:2 aus (45.+2). In der zweiten Halbzeit machte Wirtz mit seinem ersten Tor (61.) den Unterschied; Joel Monteiro (79.) brachte die Schweiz noch einmal heran, ehe Wirtz mit einem weiteren Geniestreich (86.) den 4:3-Endstand erzielte. Die Partie endete 4:3 (2:2) zugunsten der deutschen Mannschaft.
Wichtige Zwischenfälle und Großchancen
Nach einer Ecke blockte der aufgerückte Jonathan Tah unfreiwillig einen gefährlichen Gnabry-Schuss (14.). Weitere Chancen der DFB-Elf verpufften, während die Schweiz effizienter nutzte: Ein abermaliger Fehlpass von Schlotterbeck leitete das 1:2 ein, David Raum ließ Silvan Widmer unbehelligt flanken und Tah Embolo unbedrängt einköpfen. Der Augsburger Fabian Rieder scheiterte bei einem Konter zudem an der Latte (43.).
Auch nach der Pause blieb die deutsche Offensive gefährlich; Gnabry scheiterte kurz nach Wiederanpfiff aus spitzem Winkel (47.). Insgesamt gefiel die Offensive, nur an der Effektivität mangelte es.
Wechsel, Debüt und Reaktion auf Jokereinsätze
Nach der Pause einigten sich beide Teams darauf, bis zu elf Austauschmöglichkeiten zu nutzen: „beide Teams hatten bis zu elf Tausch-Möglichkeiten vereinbart.“ Die Schweiz reagierte mit zahlreichen Wechseln, und auch Nagelsmann brachte frische Kräfte.
Debütant Lennart Karl sollte als Joker den ersten Sieg über den Nachbarn seit 2008 mit über die Zeit bringen, doch Joel Monteiro (79.) schockte die DFB-Auswahl. Letztlich war es ein weiterer Einwurf von Genie Wirtz, der den Erfolg klar machte.
Taktische Analyse: Standards, Gegenpressing und Umschaltspiel
Nagelsmann setzte verstärkt auf Standards – ein Ansatz, der sich beim Ausgleich durch Jonathan Tah auszahlen sollte. Nach einer kurz ausgeführten Ecke zirkelte Wirtz den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Tah überlegt einköpfte. Später sorgte erneut ein schnell ausgeführter Eckball für die erstmalige Führung.
Positiv in kritischen Phasen: Das Gegenpressing funktionierte und das Umschaltspiel lief flüssig. Darüber hinaus überzeugte die Offensive durch spielerische Ansätze, allerdings fehlte es an letzter Effektivität vor dem Tor. Am Ende machte Wirtz den Unterschied.