Deutsche Nationalmannschaft: Die Gewinner & Verlierer der letzten Länderspiele!

Die beiden März-Tests der deutschen Nationalmannschaft haben im DFB-Team klare Verschiebungen ausgelöst: Beim 4:3 in Basel und dem 2:1 gegen Ghana spielten sich mehrere Profis in den Vordergrund, andere verloren spürbar an Boden. Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte aus beiden Partien wichtige Schlüsse für seine Kaderplanung ziehen.

Collage mit drei deutschen Nationalspielern: Florian Wirtz, Kai Havertz und Serge Gnabry im Einsatz für die DFB-Elf.
Collage mit drei deutschen Nationalspielern: Florian Wirtz, Kai Havertz und Serge Gnabry im Einsatz für die DFB-Elf.

Auch wenn nach zwei Siegen auf dem Papier zunächst alle Akteure als Gewinner gelten konnten, waren die Eindrücke im Detail sehr unterschiedlich. Einige Nationalspieler machten ihre WM-Aussichten deutlich besser, für andere hat sich die Lage mit Blick auf die DFB Kader-Nominierung am 12. Mai eher verschärft.

Die letzten Deutschland Länderspiele

Länderspiele
27.3.2026
- 20:45
Schweiz
3 4
Deutschland
Länderspiele
30.3.2026
- 20:45
Deutschland
2 1
Ghana

Die Gewinner: Wer sich fürs WM-Aufgebot empfohlen hat

Florian Wirtz: Vor allem in Basel untermauerte der Offensivmann vom FC Liverpool seine Sonderstellung. Beim wilden 4:3 gegen die Schweiz war er mit zwei Traumtoren und zwei Vorlagen der prägende Spieler der Partie. Trotz eines holprigen Saisonstarts auf Klubebene ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen, war dauerhaft anspielbar und entzog sich jeder Kontrolle des Gegners. „Wirtz verkörpert die Weltklasse wie derzeit kein Zweiter im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann.“

Kai Havertz: Nach mehr als einem Jahr verletzungsbedingter Pause im DFB-Trikot kehrte Havertz zurück und zeigte in der Schweiz eine mutige Leistung. Gegen Ghana verwandelte er zudem einen Strafstoß. Seine Spielintelligenz bleibt eine seiner herausragenden Stärken; an Selbstvertrauen und Matchfitness fehlt es ihm aktuell allerdings noch. Beides kann sich der Angreifer in den verbleibenden Saisonwochen beim FC Arsenal zurückholen.

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Serge Gnabry: Der Münchner hat sich nach einer starken Spielzeit beim FC Bayern und überzeugenden Auftritten im Nationaltrikot aus der zuvor negativen Wahrnehmung gelöst, in die ihn die ständigen Vergleiche mit dem bei Fans und Medien extrem umstrittenen Leroy Sané gedrängt hatten. Sein Platz im WM-Kader gilt als gesetzt; sollte Jamal Musiala auch diesmal nicht rechtzeitig bei 100 Prozent sein, könnte Gnabry sogar in die Startelf rücken — und das völlig zu Recht.

Lennart Karl: Der Shootingstar aus München nutzte zwei engagierte Joker-Einsätze, um sich für einen Platz im WM-Aufgebot zu empfehlen. Solange er verletzungsfrei bleibt, dürfte sein Kaderplatz weitgehend sicher sein. Seine Eins-gegen-eins-Qualitäten sind für die deutsche Auswahl wertvoll, auch wenn ihm gegen Ghana bei seiner Chance noch die letzte Kaltschnäuzigkeit fehlte.

Nathaniel Brown: Der Frankfurter machte bei seinem Startelf-Debüt gegen Ghana als erste Alternative für Linksverteidiger David Raum auf sich aufmerksam. Besonders defensiv überzeugte Brown, nach vorne darf er im DFB-Team allerdings noch mutiger werden.

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Die Verlierer: Wer an Boden eingebüßt hat

Leroy Sané: Noch im November gehörte Sané zu den Gewinnern, doch sein Auftritt in der Schweiz kostete ihn wieder deutlich an Vertrauen. Gegen Ghana brachte ihn Nagelsmann erst spät als Joker, nachdem er Kai Havertz und Lennart Karl den Vorzug gegeben hatte. Der Kurzeinsatz gelang zwar, dennoch muss Sané bis zur Nominierung am 12. Mai im Trikot von Galatasaray dringend weitere Argumente für ein WM-Ticket sammeln.

Angelo Stiller: In der Abwesenheit von Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha wollte sich der Stuttgarter für die WM bewerben, doch in der Schweiz und gegen Ghana gelang ihm das nur teilweise. Sollten im Mai nicht nur Pavlovic, sondern auch Nmecha zurückkehren, dürfte es für Stiller eng werden.

Josha Vagnoman: Auf der vakanten Position als erster Vertreter von Joshua Kimmich rechts hinten konnte sich der 25-Jährige nicht nachhaltig empfehlen. Mit einem derart naiven Zweikampfverhalten wie vor dem Treffer Ghanas präsentiert er sich nicht als verlässliche Aushilfe.