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Die DFB-Kapitänin Giulia Gwinn betrachtet ihre schweren Verletzungen als Wendepunkt in ihrer Karriere. Nach zwei Kreuzbandrissen hat sie sich zu einer selbstbewussten Ansprechperson für ihre Teamkolleginnen entwickelt. Gwinn sieht die steigende Belastung und den intensiven Wettbewerb im Frauenfußball als Mitursache für die Verletzungsanfälligkeit. Sie bleibt jedoch optimistisch und setzt auf psychologische Unterstützung, um Rückschläge zu überwinden.

Gwinns persönliche Transformation nach Verletzungen
Giulia Gwinn, Abwehrspielerin des FC Bayern München, hat sich nach ihren schweren Verletzungen grundlegend verändert. „Vor meiner ersten Verletzung war ich eine extrem schüchterne Person“, erklärt die 26-Jährige im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Heute ist sie nicht nur auf dem Platz selbstbewusster, sondern hat sich auch zur wichtigen Anlaufstelle für ihre Kolleginnen entwickelt. Die schweren Rückschläge haben sie gelehrt, stärker aufzutreten und Verantwortung zu übernehmen.
Ursachen für Verletzungen im Frauenfußball
Die Häufung von Kreuzbandverletzungen ist ein besorgniserregendes Thema im Frauenfußball. Gwinn führt die steigende Anzahl an Verletzungen auf mehrere Faktoren zurück: „Die körperlichen Voraussetzungen, engere Spielpläne und der schnell wachsende Wettbewerb spielen eine entscheidende Rolle.“ Trotz dieser Herausforderungen betont sie, dass das Risiko von Verletzungen „nie ganz auf null gesetzt werden kann“, was die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit der körperlichen Belastung unterstreicht.
Psychologische Unterstützung als Schlüssel zur Genesung
Die DFB-Kapitänin hebt hervor, wie wichtig psychologische Unterstützung für ihre Genesung war. Diese Hilfe ermöglichte es ihr, Rückschläge zu verarbeiten und neue Stärke zu entwickeln. „Die riesige öffentliche Aufmerksamkeit ist mir bis heute fast ein wenig unheimlich“, gibt Gwinn zu. In den sozialen Medien versucht sie, authentisch zu bleiben und sich nicht unnötig Angriffsfläche zu bieten.
Frauenfußball und Gleichberechtigung
Im Hinblick auf die Gleichberechtigung im Sport sieht Gwinn positive Entwicklungen. Sie lobt die Unterstützung durch männliche Profis, die sich ebenfalls für die Belange des Frauenfußballs einsetzen. „Es freut uns sehr, dass nicht mehr nur Frauen für Frauen sprechen. Auch Männer setzen sich für das Thema ein“, betont sie und verweist auf Joshua Kimmich, der als Kapitän der Nationalmannschaft immer wieder seine Stimme erhebt. Gwinn ist überzeugt, dass die Spielerinnen mittlerweile ein Standing erreicht haben, das ihrer Stimme Gewicht verleiht und Veränderungen bewirken kann.