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WM 2026 Regel-Neuerungen: Mehr VAR-Macht, weniger Spielverzögerungen — das IFAB hat auf seiner Generalversammlung in Wales ein Paket verabschiedet, das Zeitspiel konsequent bekämpfen soll. Die Maßnahmen treten am 1. Juni in Kraft und gelten damit bereits für die WM-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Kernpunkte sind erweiterte Kompetenzen für die Video-Assistenten sowie neue Zeitregeln bei Einwürfen, Abstößen und Auswechslungen. Ziel ist eine höhere Netto-Spielzeit und weniger taktische Verzögerungen auf dem Platz.

Wesentliche Neuerungen: Mehr VAR-Befugnisse bei Eckbällen und Verwechslungen
Die Video-Assistenten dürfen künftig neben Toren, Strafstößen und Roten Karten auch Eckball-Entscheidungen sowie die zweite Verwarnung bei Gelb-Rot prüfen. Außerdem können sie eingreifen, wenn Schiedsrichter die falsche Mannschaft für ein Vergehen mit einer Gelben oder Roten Karte bestrafen. Bisher beschränkten sich die Überprüfungen auf Treffer, Elfmeter, direkte Platzverweise und mögliche Verwechslungen bei Platzverweisen. Die Ausweitung der Prüfkompetenz richtet sich explizit gegen Fehlentscheidungen, die nachträglich zu nicht gerechtfertigten Toren führen können.
Neue Zeitregeln gegen Zeitspiel: Einwürfe, Abstöße, Ein- und Auswechslungen
Um die Spielzeit zu erhöhen, führt das IFAB mehrere fixe Zeitvorgaben ein: Bei Einwürfen und Abstößen gilt künftig eine Fünf-Sekunden-Regel; die Unparteiischen signalisieren einen Countdown, wenn sie Verzögerung vermuten. Bereits seit Saisonbeginn existiert eine Acht-Sekunden-Regel für Torhüter. Wird die jeweilige Zeit überschritten, gibt es für den Gegner einen Eckball oder einen Einwurf. Bei Auswechslungen müssen Spieler innerhalb von zehn Sekunden das Feld verlassen; erfolgt das nicht, darf der Einwechselspieler erst bei der nächsten Spielunterbrechung aufs Feld, sodass seine Mannschaft vorübergehend in Unterzahl spielt.
Verletzte Spieler, Freundschaftsspiele und Umsetzung in Deutschland
Ein verletzter Spieler, der auf dem Platz behandelt wird, muss nach der Behandlung für eine Minute an der Seitenlinie warten, bevor er zurückkehren darf. Zudem können offizielle Freundschaftsspiele der A-Nationalmannschaften künftig acht Auswechslungen vornehmen. Der Weltverband FIFA forciert die Erhöhung der Netto-Spielzeit, und es besteht nach Angaben des IFAB kaum Zweifel daran, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) die neuen Regeln übernehmen und sie ab der kommenden Saison in Liga und DFB-Pokal anwenden werden.
Das bleibt offen: Abseits-Tests, SAOT, FVS und weitere Prüfungen
Änderungen an der Abseitsregel kamen vorerst nicht; das IFAB setzt die laufenden Versuche fort und will die Weiterentwicklung der halbautomatischen Abseitstechnologie (SAOT) sowie den von der FIFA geleiteten Football Video Support (FVS) weiter beobachten. Außerdem prüft das Gremium weitere Maßnahmen gegen taktische Verzögerungen bei verletzten Torhütern, etwa durch temporäre Maßnahmen an der Seitenlinie. Die Entscheidungen fielen in Wales in einem Gremium, in dem die FIFA die größte Stimme hat (vier von acht), sodass Neuerungen bei Dreiviertelmehrheit beschlossen werden.