Frauen Fußball heute Bundesliga: Umsatzrekord – aber weniger Zuschauer

Die Frauen-Bundesliga erreicht einen neuen Umsatzrekord und bewegt sich damit einen Schritt weiter in Richtung Professionalisierung. Der Gesamtumsatz stieg in der vergangenen Saison auf über 43 Millionen Euro, ein Plus von zwölf Millionen im Vergleich zur Vorsaison. Gleichzeitig wachsen Personalkosten und Investitionen in Nachwuchs und Rahmenbedingungen deutlich. Dennoch sorgen rückläufige Zuschauerzahlen und offene Fragen zur Ligastruktur weiter für Gesprächsbedarf.

FC Bayern & Nationalspielerin Giulia Gwinn (Foto Depositphotos.com)
FC Bayern & Nationalspielerin Giulia Gwinn (Foto Depositphotos.com)

Umsatz und Einnahmen steigen deutlich

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) meldet für die abgelaufene Saison einen Gesamtumsatz der Frauen-Bundesliga von mehr als 43 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund zwölf Millionen gegenüber der Spielzeit davor; die durchschnittlichen Einnahmen pro Klub lagen demnach bei 3,6 Millionen Euro (vorher 2,65 Millionen). Diese Zahlen dokumentieren wirtschaftliches Wachstum und eine stärkere Monetarisierung der Liga, auch wenn die Bundesliga weiterhin in vielen Bereichen hinter den großen internationalen Märkten zurückbleibt.

Besucherzahlen und mediale Reichweite

Bei den Zuschauern verzeichnete die Liga jedoch ein Minus: Insgesamt kamen 355.407 Fans an den 22 Spieltagen in die Stadien, durchschnittlich 2.692 pro Partie (vorher 379.653). Zum Vergleich: Die englische Liga liegt mit 6.658 Zuschauern pro Begegnung deutlich vorn, Spanien (1.658) und Frankreich (1.478) folgen hinter der Bundesliga. Parallel stieg laut DFB die durchschnittliche Reichweite auf den live übertragenden Streamingplattformen DAZN und MagentaSport um sieben Prozent.

Free-TV spielte ebenfalls eine Rolle: Von 132 Partien wurden 32 Begegnungen von Sport1, der ARD sowie dem ZDF ausgestrahlt; diese Spiele verfolgten im Schnitt rund 370.000 Zuschauer.

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Kostenstruktur: Personalaufwand und Gehälter

Grundsätzlich bleibt der Frauenbereich für die Vereine noch ein Minusgeschäft: Die Ausgaben der zwölf Bundesligisten beliefen sich auf knapp 70 Millionen Euro, das entspricht durchschnittlich 5,8 Millionen pro Klub und einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber der Vorsaison. Fast die Hälfte der Gesamtkosten entfällt mit rund 2,8 Millionen Euro pro Klub auf Personalaufwendungen für Spielerinnen sowie Trainer und Trainerinnen. Das durchschnittliche monatliche Grundgehalt der Spielerinnen lag bei etwa 4.500 Euro.

Investitionen, Professionalisierung und offene Fragen

DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann bewertet die Kennzahlen als deutliches Signal dafür, dass sich die Frauen-Bundesliga „in die richtige Richtung“ entwickle. Die Vereine investierten neben den Kadern verstärkt in den Nachwuchs und in die Professionalisierung der Rahmenbedingungen. Wie es mit diesen Investitionen weitergeht, bleibt jedoch unklar: Die geplante gemeinsame Tochtergesellschaft von DFB und Ligaverband (FBL) zur weiteren Entwicklung wurde nach einem Streit um Entscheidungsbefugnisse nicht realisiert. Aufgrund dieses Scheiterns der Zusammenarbeit zwischen DFB und FBL bleiben viele Fragen zur künftigen Organisationsstruktur offen.