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Immer mehr Nationalmannschaften nutzen strategisch die Zweitnationalitäten von Spielern, um sich für große Turniere wie die WM 2026 zu verstärken, das berichtet Transfermarkt.de. Besonders afrikanische Verbände setzen gezielt auf in Europa ausgebildete Talente – viele davon mit Vergangenheit oder Gegenwart im deutschen Fußball. Der DFB steht dabei nicht nur vor einem sportlichen, sondern auch vor einem politischen Thema. Dabei kann man die jungen Spieler auch verstehen: Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist der Ritterschlag eines Fußballspielers, egal wie dann die Ausbeute aussieht.

Ghana lockt DFB-Talente – Knauff, Ache und Co. im Fokus
Der ghanaische Verband geht aktuell besonders aktiv auf Talente mit doppelter Staatsbürgerschaft zu. Ein Beispiel ist Derrick Köhn, der zuletzt sein Debüt für Ghana gegeben hat. Auch sein Teamkollege bei Union Berlin, Ilyas Ansah, steht auf der Wunschliste. Mit Ansgar Knauff wäre sogar ein 15-Millionen-Mann von Eintracht Frankfurt eine Verstärkung – und einer der wertvollsten Spieler im Kader von Trainer Otto Addo. Knauff hatte vor einem Jahr zwar einen Wechsel ausgeschlossen, aber die Situation ist dynamisch.
Weitere Optionen für Ghana wären Ragnar Ache (1. FC Köln), Sirlord Conteh (Heidenheim, aktuell verletzt), und mehrere U-Nationalspieler aus Deutschland, darunter Justin Diehl, Hendry Blank oder Joshua Quarshie. Auch international tätige Spieler wie Jayden Addai (Como) oder Ernest Poku (Leverkusen) kommen infrage.
Elfenbeinküste: Frankreich als Ausbildungsstützpunkt
Noch aggressiver geht die Elfenbeinküste vor. Dort könnten Spieler wie Leny Yoro (Man United), Guillaume Restes (Toulouse) oder Eli Kroupi (Bournemouth) in den kommenden Jahren auflaufen – vorausgesetzt, sie schlagen das französische Angebot aus. Die Ivorer haben bereits Nationalspieler wie Yan Diomande (Leipzig) oder Ismaël Doukouré (Straßburg) im Kader, könnten aber durch weitere Umsteiger auf eine Kaderwertung in den Top 10 kommen.
Auch Bundesliga-Talent Karim Coulibaly (Werder Bremen) ist im Visier – genauso wie Jean-Luc Dompé (HSV), der mit 30 Jahren vielleicht doch noch seine Chance bekommt.
Haiti, Algerien und Marokko – Chancen für aussortierte Talente
Während Topnationen wie Frankreich oder England ihre Nachwuchsarbeit veredeln, profitieren Länder wie Haiti, Marokko oder Algerien von den Aussortierten. Beispiel Haiti: Jean-Ricner Bellegarde (Wolves, 18 Mio.) ist dort schon Nationalspieler. Weitere Optionen wären Odsonne Édouard, Wilson Isidor oder Allan Saint-Maximin. Auch Marokko könnte mit Spielern wie Ayyoub Bouaddi (Lille, 30 Mio.) oder Soufiane El-Faouzi (Schalke) aufstocken.
Algerien schaut ebenfalls genau hin: Khalis Merah (Lyon) ist mit 18 Jahren und 6 Millionen Marktwert ein interessantes Projekt für die Zukunft.
Österreich, Schottland & Co.: Rückendeckung aus Deutschland
Nicht nur afrikanische oder karibische Nationen profitieren. Auch Österreich und Schottland setzen auf Zweitnationalitäten. Paul Wanner (PSV) ist ein heißer Kandidat für den ÖFB. Mit ihm und Tomás Händel (Roter Stern) könnte Rangnick den Kaderwert deutlich steigern.
Bei Schottland wären Archie Gray und Hayden Hackney zwei Profis, die trotz englischer Herkunft ins Team rutschen könnten – mit jeweils über 20 Millionen Euro Marktwert keine kleinen Nummern.
Auch Spieler wie Rani Khedira (Union), Jeremy Toljan (Levante) oder Maurice Malone (Sturm Graz) könnten theoretisch noch umschwenken – ebenso wie mehrere U-Talente aus Deutschland mit amerikanischem, marokkanischem oder schweizerischem Pass.
Diese U-Nationalspieler könnten wechseln
| Spieler | Alter | Verein | Position | Zweitnationalität | Aktuelle U-Nationalmannschaft |
|---|---|---|---|---|---|
| Ansgar Knauff | 23 | Eintracht Frankfurt | Außenstürmer | Ghana | U21 Deutschland (ehemalig) |
| Ilyas Ansah | 21 | Union Berlin | Mittelfeld | Ghana | U21 Deutschland |
| Joshua Quarshie | 21 | unbekannt (ehem. Schalke) | Innenverteidiger | Ghana | U-Nationalteams Deutschland |
| Justin Diehl | 20 | 1. FC Köln | Flügelspieler | Ghana | U-Nationalteams Deutschland |
| Hendry Blank | 21 | Borussia Dortmund II | Verteidiger | Ghana | U20/U21 Deutschland |
| Farid Alfa-Ruprecht | 19 | unbekannt | Stürmer | Ghana | U19 Deutschland |
| Kofi Amoako | 20 | unbekannt | Mittelfeld | Ghana | U-Nationalteams Deutschland |
| Charles Herrmann | 19 | Borussia Dortmund | Offensives Mittelfeld | Ghana | U-Nationalteams Deutschland |
| Benjamin Boakye | 20 | unbekannt | Abwehr | Ghana | U-Nationalteams Deutschland |
| Karim Coulibaly | 18 | Werder Bremen | Innenverteidiger | Elfenbeinküste | U19 Deutschland |
| Paul Wanner | 19 | PSV Eindhoven | Offensives Mittelfeld | Österreich | U21 Deutschland |
| Cajetan Lenz | 19 | VfL Bochum | Torwart | Schweiz | U-Nationalteams Deutschland |
| Alexander Staff | 17 | Eintracht Frankfurt | Offensivspieler | USA | U-Nationalteams Deutschland |
| Santiago Castañeda | 21 | SC Paderborn | Mittelfeld | USA / Kolumbien | U-Nationalteams Deutschland |
| Soufiane El-Faouzi | 23 | Schalke 04 | Abwehr | Marokko | U-Nationalteams Deutschland |
| Younes Ebnoutalib | 22 | SV Elversberg | Offensives Mittelfeld | Marokko | U-Nationalteams Deutschland |
| Wael Mohya | 16 | Borussia Mönchengladbach | Mittelfeld | Marokko | U-Nationalteams Deutschland |
| Fayssal Harchaoui | 19 | 1. FC Köln | Flügelspieler | Marokko | U-Nationalteams Deutschland |