WM 2026 – Doppelte Staatsbürgerschaft als WM-Ticket? Diese DFB-Talente könnten für Ghana, Haiti & Co. auflaufen

Immer mehr Nationalmannschaften nutzen strategisch die Zweitnationalitäten von Spielern, um sich für große Turniere wie die WM 2026 zu verstärken, das berichtet Transfermarkt.de. Besonders afrikanische Verbände setzen gezielt auf in Europa ausgebildete Talente – viele davon mit Vergangenheit oder Gegenwart im deutschen Fußball. Der DFB steht dabei nicht nur vor einem sportlichen, sondern auch vor einem politischen Thema. Dabei kann man die jungen Spieler auch verstehen: Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist der Ritterschlag eines Fußballspielers, egal wie dann die Ausbeute aussieht.

Deutschlands Stürmer Nr. 19, Nelson Weiper (R), feiert mit seinen Teamkollegen (L-R), Nr. 10, Nick Woltemade, Nr. 07, Ansgar Knauff, und Nr. 20, Paul Nebel, nach seinem Treffer zum 1:0 im Halbfinale der UEFA-U21-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Frankreich in Kosice, Slowakei, am 25. Juni 2025. (Foto: Branislav Racko / AFP)
Deutschlands Stürmer Nr. 19, Nelson Weiper (R), feiert mit seinen Teamkollegen (L-R), Nr. 10, Nick Woltemade, Nr. 07, Ansgar Knauff, und Nr. 20, Paul Nebel, nach seinem Treffer zum 1:0 im Halbfinale der UEFA-U21-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Frankreich in Kosice, Slowakei, am 25. Juni 2025. (Foto: Branislav Racko / AFP)

Ghana lockt DFB-Talente – Knauff, Ache und Co. im Fokus

Der ghanaische Verband geht aktuell besonders aktiv auf Talente mit doppelter Staatsbürgerschaft zu. Ein Beispiel ist Derrick Köhn, der zuletzt sein Debüt für Ghana gegeben hat. Auch sein Teamkollege bei Union Berlin, Ilyas Ansah, steht auf der Wunschliste. Mit Ansgar Knauff wäre sogar ein 15-Millionen-Mann von Eintracht Frankfurt eine Verstärkung – und einer der wertvollsten Spieler im Kader von Trainer Otto Addo. Knauff hatte vor einem Jahr zwar einen Wechsel ausgeschlossen, aber die Situation ist dynamisch.

Weitere Optionen für Ghana wären Ragnar Ache (1. FC Köln), Sirlord Conteh (Heidenheim, aktuell verletzt), und mehrere U-Nationalspieler aus Deutschland, darunter Justin Diehl, Hendry Blank oder Joshua Quarshie. Auch international tätige Spieler wie Jayden Addai (Como) oder Ernest Poku (Leverkusen) kommen infrage.

Elfenbeinküste: Frankreich als Ausbildungsstützpunkt

Noch aggressiver geht die Elfenbeinküste vor. Dort könnten Spieler wie Leny Yoro (Man United), Guillaume Restes (Toulouse) oder Eli Kroupi (Bournemouth) in den kommenden Jahren auflaufen – vorausgesetzt, sie schlagen das französische Angebot aus. Die Ivorer haben bereits Nationalspieler wie Yan Diomande (Leipzig) oder Ismaël Doukouré (Straßburg) im Kader, könnten aber durch weitere Umsteiger auf eine Kaderwertung in den Top 10 kommen.

Auch Bundesliga-Talent Karim Coulibaly (Werder Bremen) ist im Visier – genauso wie Jean-Luc Dompé (HSV), der mit 30 Jahren vielleicht doch noch seine Chance bekommt.

Haiti, Algerien und Marokko – Chancen für aussortierte Talente

Während Topnationen wie Frankreich oder England ihre Nachwuchsarbeit veredeln, profitieren Länder wie Haiti, Marokko oder Algerien von den Aussortierten. Beispiel Haiti: Jean-Ricner Bellegarde (Wolves, 18 Mio.) ist dort schon Nationalspieler. Weitere Optionen wären Odsonne Édouard, Wilson Isidor oder Allan Saint-Maximin. Auch Marokko könnte mit Spielern wie Ayyoub Bouaddi (Lille, 30 Mio.) oder Soufiane El-Faouzi (Schalke) aufstocken.

Algerien schaut ebenfalls genau hin: Khalis Merah (Lyon) ist mit 18 Jahren und 6 Millionen Marktwert ein interessantes Projekt für die Zukunft.

Österreich, Schottland & Co.: Rückendeckung aus Deutschland

Nicht nur afrikanische oder karibische Nationen profitieren. Auch Österreich und Schottland setzen auf Zweitnationalitäten. Paul Wanner (PSV) ist ein heißer Kandidat für den ÖFB. Mit ihm und Tomás Händel (Roter Stern) könnte Rangnick den Kaderwert deutlich steigern.

Bei Schottland wären Archie Gray und Hayden Hackney zwei Profis, die trotz englischer Herkunft ins Team rutschen könnten – mit jeweils über 20 Millionen Euro Marktwert keine kleinen Nummern.

Auch Spieler wie Rani Khedira (Union), Jeremy Toljan (Levante) oder Maurice Malone (Sturm Graz) könnten theoretisch noch umschwenken – ebenso wie mehrere U-Talente aus Deutschland mit amerikanischem, marokkanischem oder schweizerischem Pass.

Diese U-Nationalspieler könnten wechseln

SpielerAlterVereinPositionZweitnationalitätAktuelle U-Nationalmannschaft
Ansgar Knauff23Eintracht FrankfurtAußenstürmerGhanaU21 Deutschland (ehemalig)
Ilyas Ansah21Union BerlinMittelfeldGhanaU21 Deutschland
Joshua Quarshie21unbekannt (ehem. Schalke)InnenverteidigerGhanaU-Nationalteams Deutschland
Justin Diehl201. FC KölnFlügelspielerGhanaU-Nationalteams Deutschland
Hendry Blank21Borussia Dortmund IIVerteidigerGhanaU20/U21 Deutschland
Farid Alfa-Ruprecht19unbekanntStürmerGhanaU19 Deutschland
Kofi Amoako20unbekanntMittelfeldGhanaU-Nationalteams Deutschland
Charles Herrmann19Borussia DortmundOffensives MittelfeldGhanaU-Nationalteams Deutschland
Benjamin Boakye20unbekanntAbwehrGhanaU-Nationalteams Deutschland
Karim Coulibaly18Werder BremenInnenverteidigerElfenbeinküsteU19 Deutschland
Paul Wanner19PSV EindhovenOffensives MittelfeldÖsterreichU21 Deutschland
Cajetan Lenz19VfL BochumTorwartSchweizU-Nationalteams Deutschland
Alexander Staff17Eintracht FrankfurtOffensivspielerUSAU-Nationalteams Deutschland
Santiago Castañeda21SC PaderbornMittelfeldUSA / KolumbienU-Nationalteams Deutschland
Soufiane El-Faouzi23Schalke 04AbwehrMarokkoU-Nationalteams Deutschland
Younes Ebnoutalib22SV ElversbergOffensives MittelfeldMarokkoU-Nationalteams Deutschland
Wael Mohya16Borussia MönchengladbachMittelfeldMarokkoU-Nationalteams Deutschland
Fayssal Harchaoui191. FC KölnFlügelspielerMarokkoU-Nationalteams Deutschland