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Trotz Power aus der Bundesliga – Jürgen Klinsmann unter Druck

Sieben bekannte Gesichter aus der Bundesliga und eine gute Vorbereitung haben nichts genützt. Die USA vergeigen den Auftakt zur WM-Qualifikation mit zwei Niederlagen gegen Mexiko und Costa Rica. Bereits jetzt steht der Nationalcoach Jürgen Klinsmann gehörig unter Druck. Erfreulicher wiegt da schon seine kürzlich erstandene Auszeichnung zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

Ein nachdenklicher Jürgen Klinsmann während eines Spiels der US-Nationalmannschaft
Bild: Schwere Zeiten für US-Nationalcoach Jürgen Klinsmann. Nach zwei Auftaktniederlagen steht sein Team schon jetzt gehörig unter Druck. Bildquelle: mr3002 – 304130273 / Shutterstock.com

Unerwarteter Auftakt

Es sollte der gelungene Auftakt zu einer am Ende erfolgreichen Qualifikation zur Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Russland sein. Doch es kam ganz anders. Einer noch verkraftbaren, knappen 2:1-Niederlage im Prestigeduell gegen Mexiko folgte die völlig überraschende 0:4-Klatsche gegen den alles andere als übermächtigen Gegner Costa Rica.

Während die Spiele gegen Mexiko in der Vergangenheit meistens eng und knapp waren und das Ergebnis regelmäßig in beide Seiten ausfiel, sollten spätestens gegen die absolut schlagbaren Kicker aus Costa Rica die ersten drei Punkte folgen. Stattdessen gab es ein Debakel. Dabei standen die Chancen vor den Spielen nicht schlecht, den Auftakt mit zwei Siegen zu beenden.

Nun steht das Team der US-Boys an einer komplett unerwarteten Ausgangsposition und muss nahezu jedes weitere Spiel gewinnen, um die Qualifikation doch noch erfolgreich abzuschließen. Der Druck auf Jürgen Klinsmann steigt schon jetzt gehörig und auch die Medien in den Vereinigten Staaten sparen nicht mit Kritik. Sogar eine Entlassung scheint nicht mehr abwegig. Denn die Möglichkeiten sollten sich mit der gut besetzten Mannschaft eigentlich in ganz anderen Sphären bewegen.

Sieben auf einen Streich

Für die beiden WM-Qualifikationsspiele am 11. November in Columbus/Ohio gegen Mexiko und am 15. November in San Jose gegen Costa Rica hatte US-Nationalcoach Jürgen Klinsmann auf geballte Bundesligapower gesetzt. Gleich sieben Legionäre wurden vom ehemaligen Bundestrainer berufen, unter anderem auch ein Profi vom FC Bayern.

Aus der deutschen Eliteliga unterstützen:

  • John Brooks von Hertha BSC,
  • Timothy Chandler von Eintracht Frankfurt,
  • Fabian Johnson von Borussia Mönchengladbach,
  • Christian Pulisic von Borussia Dortmund,
  • Bobby Wood vom Hamburger SV,
  • Aron Johannsson von Werder Bremen und
  • Julian Green vom FC Bayern München

das amerikanische Soccer-Team. Klinsmann berief für seinen 26-köpfigen Kader neben den Bundesligaprofis auch drei Spieler aus England:

  • Brad Guzan vom FC Middlesbrough,
  • Cameron Carter-Vickers aus der U21 der Tottenham Hotspurs und
  • DeAndre Yedlin von Newcastle United.

Auch der ehemalige Bundesligaspieler Jermaine Jones (u.a. Schalke 04) gehörte dem Kader an, fußballerisch betrachtet also durchaus keine schlechte und untalentierte Mannschaft. Besonders aus diesem Grund und der momentan fehlenden Entwicklung der jungen Mannschaft könnte das Abenteuer US-Nationalmannschaft bald ausgeträumt sein.

Denn aktuell grüßt das Team der Vereinigten Staaten vom letzten Tabellenplatz und muss schleunigst zusehen, in den kommenden Spielen zuhause gegen Honduras am 24.03.2017 und vier Tage später in Panama im Idealfall sechs Punkte zu holen, um den Traum von der Weltmeisterschaft in Russland nicht frühzeitig begraben zu müssen.

Die Tabelle in der WM 2018 Qualifikation

PlatzMannschaftSpieleTorverhältnisPunkte
1.Costa Rica26:06
2.Mexiko22:14
3.Panama21:04
4.Honduras23:23
5.Trinidad & Tobago21:50
6.USA21:60

Nicht die erste Entlassung

Es wäre die zweite Entlassung bei der dritten Trainerstation von Jürgen Klinsmann. Die Rolle als deutscher Bundestrainer hatte Klinsmann nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 nach nur zweijähriger Amtszeit selber aufgegeben. Es folgte ein eher mäßig erfolgreiches Intermezzo als Chefcoach beim FC Bayern München. Nach nicht mal einer Saison war Schluss. Uli Hoeneß, damaliger Manager des FC Bayern München, bewertete Klinsmanns Amtszeit anschließend als „größtes Missverständnis seiner Karriere als Bayernverantwortlicher“.

Mehrfach wurden nach der Entlassung zwischen Hoeneß und Klinsmann verbale Duelle ausgetragen. Der Ruf des Weltmeisters von 1990 war zumindest in Deutschland dahin. Da sein Heimatort seit langer Zeit in Kalifornien in den USA liegt, war die Ernennung Klinsmanns zum US-Nationalcoach vor fünf Jahren keine besonders große Überraschung. Nun steht er auch dort nach dem kläglichen WM-Qualifikationsstart vor dem Rauswurf.

Sein mäßiger Erfolg als Trainer steht im kompletten Kontrast zu seinen Karriereerfolgen als Spieler. Weltmeister, Europameister, Deutscher Meister und zweifacher UEFA-Cup-Sieger sowie die Auszeichnung zum Welttorjäger sprechen eine deutliche Sprache. Nun folgte die nächste Auszeichnung, und zwar eine ganz besondere.

Video: Highlights von Jürgen Klinsmann als Fußballer

Ehrenspielführer Jürgen Klinsmann

Kritik und Druck spürt Jürgen Klinsmann in den Vereinigten Staaten. Umso erfreulicher war sein Besuch in Deutschland zu seiner eigenen Ehrengala. Der Welt- und Europameister ist zum erst fünften Ehrenspielführer der Nationalmannschaft ernannt worden. Klinsmann reiht sich somit ein in eine Liste aus deutschen Fußballlegenden. Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus waren bisher die einzigen anderen Spieler, denen eine derartige Ehre zuteil wurde.

Verliehen wurde die Auszeichnung beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) in Erfurt. Gratulationen gab es von allen Seiten. Gianni Infantino, Bundestrainer Joachim Löw und Oliver Bierhoff waren nur einige der Gratulanten. Das Highlight war sicherlich die Laudatio auf den amtierenden Nationaltrainer der USA von Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Video: Jürgen Klinsmann nimmt Stellung zu seiner Auszeichnung als Ehrenspielführer.

Infografik zu den Erfolgen von Jürgen Klinsmann.
Bild: Jürgen Klinsmann wurde durch seine Erfolge als Spieler zu einer Legende. Bildquelle: eigene Darstellung