Spielbericht: Niederlande – Deutschland (3:0) UEFA Nations League

Veröffentlicht: Montag, 15. Oktober 2018 um 12:07 Uhr

Es war ein gebrauchter Abend für Bundestrainer Jogi Löw. Nicht nur hatte sich Jérôme Boateng wieder eine Blessur zugezogen und den somit eh schon ersatzgeschwächten Kader noch weiter ausgedünnt – nein auch die Taktik des Bundestrainers gegen die Elftal aus den Niederlanden ging ganz und gar nicht auf. Wir blicken zurück auf die Niederlage der Nationalmannschaft gegen die Niederlande in Amsterdam am vergangenen Samstag Abend.

Joachim Löw auf dem Rasen von Kasan nach dem Ausscheiden gegen Südkorea. / AFP PHOTO / Luis Acosta

Joachim Löw auf dem Rasen von Kasan nach dem Ausscheiden gegen Südkorea. / AFP PHOTO / Luis Acosta

Wie haben die beiden Mannschaften gespielt?

Deutschland musste, auch aufgrund einiger Verletzungen bei der Startaufstellung etwas improvisieren. Zur Überraschung vieler Fans und Experten entschied sich der Bundestrainer jedoch zusätzklich noch dafür sowohl Leroy Sané als auch Julian Draxler auf der Bank zu lassen. Joshua Kimmich stand außerdem nicht wie gewohnt als Rechtsverteidiger auf dem Platz sondern sollte gemeinsam mit Toni Kroos das zentrale Mittelfeld bilden. Timo Werner wurde als Linksaußen eingesetzt, während Mark Uth sein Debüt im Dress der A-Nationalmannschaft gab. Eine nicht unumstrittene Aufstellung.

So haben sie gespielt: Neuer – Ginter, Boateng, Hummels, Hector – Kimmich, Kroos, Can – Werner (57. Draxler), Müller (57. Sané), Uth (68. Brandt)

Die Niederlande setzten eher auf eine – wenn man dies bei einer derart jungen Mannschaft so nennen kann – bewährte Aufstellung. Vor allem Kapitän Van Dijk und Jungstar Frenkie de Jong konnten überzeugen, jedoch machten auch die Offensive mit Depay, Babel und Bergwijn eine durchaus gute Figur. Die Niederlande wirkten frisch und spielten befreit auf. Auch sie waren nicht frei von Fehlern, jedoch ist man sicherlich eher gewillt einer unerfahreneren Mannschaft diese zuzugestehen.

So haben sie gespielt: Cillessen – Dumfries, de Ligt, van Dijk, Blind – de Roon, F. de Jong (77. Aké), Wijnaldum – Bergwijn (68. Promes), Depay, Babel (68. Danjuma)

Wie verlief die erste Halbzeit?

In den ersten 15 Minuten waren beide Mannschaften noch deutlich darauf erpicht sich auf dem Platz selbst zu finden. Danach konnte die DFB Elf gleich zwei gute Chancen  (15. und 18. Minute) durch Timo Werner und Thomas Müller verbuchen. Beide vergaben diese tollen Gelegenheiten jedoch recht deutlich. Die Niederlande wirkte derweil im Konterspiel zwar immer gefährlich, konnte jedoch auch den entscheidenden letzten Pass nicht finden. Erst eine Standartsituation, ein Eckball für die Niederlande in der 30. Minute, sorgte dann für das erste Tor des Abends. Eine mit ordentlich Unterschnitt scharf vor das Tor von Manuel Neuer getretene Ecke von Memphis Depay machte den Unterschied. Neuer kam aus dem Tor, segelte am Ball vorbei, Babel köpfte an die Latte, sein Kollege van Dijk war danach am gedankenschnellsten und verwandelte zum 1:0. Im Anschluss waren die Niederlande die bessere Mannschaft und kamen in der 34. und 37. Minute noch zu sehenswerten Torchancen. In der 38. Minute scheiterte der an diesem Abend erneut glücklose Thomas Müller am Außennetz von Cillessens Tor.

Wie verlief die zweite Halbzeit?

In Halbzeit zwei versuchte der DFB den Rückstand auf die Niederlande Wett zu machen. Vor allem die Einwechslungen von Sané, Draxler und Brandt brachten dabei neue Fahrt ins Spiel. Sané verschoss dabei in der 65. Minute frei vor dem Tor, bevor Draxler in der 7o. Minute eine Volley Abnahme über den Kasten von Cillessen setzte. Die zunehmende Offensive der deutschen Mannschaft und die unglückliche Verletzung von Boateng, direkt nach dem 3. Wechsel des Bundestrainers sorgten dann für mehr defensive Instabilität. Der Elftal boten sich nach und nach mehr Kontergelegenheiten von welchen eine dann schließlich Depay in der 87. mit dem 2:0 und Wijnaldun dann in der 93. Minute mit dem 3:0 abschloss.

Fazit

Die DFB Elf hat am Samstag verdient gegen die Niederlande verloren. Weder das schnelle Umschaltspiel das man sich vorgenommen hatte konnte man Umsetzen, noch glänzte man in ehemaligen Paradedisziplinen wie hohem Ballbesitz und sicherem Aufbauspiel. Diese Mannschaft wirkte zusammengeworfen und so nicht Konkurrenzfähig in der Liga A der Nations League. Joachim Löw scheint aktuell nicht genau zu wissen, ob er einen echten Umbruch durchziehen will oder doch nur positionell einige kleine Veränderungen vornehmen soll. Solange die Nationalmannschaft keine klare Linie vom Trainer aufgezeigt bekommt wird sie sich weiterhin sehr schwer tun mit der Weltspitze mitzuhalten. Aktuell scheint es so, als fehle dem Bundestrainer der Draht zu seinen Spielern und der Mannschaft an sich die nötige Geschlossenheit.

Das anstehende Spiel des DFB gegen Frankreich (Dienstag, 16.10., 20:45 ARD) wird richtungsweisend sein. Geht Löw hier erneut so sang und klanglos unter wie gegen die Niederlande dürften die kritischen Stimmen unter Fans und Medienmachern erneut äußerst laut werden. Ob der DFB dann noch lange an ihm festhalten würde ist eher zweifelhaft.

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