Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Nagelsmann öffnet die Karten vor dem Länderspiel
- 1.1 Torhüter und Kapitän: Baumann im Tor, Kimmich rechtsverteidigend
- 1.2 Innenverteidigung und Defensive: Optionen zwischen „Krieger“ und „Leisetreter“
- 1.3 Fehlende Stammspieler und der Bayern-Block
- 1.4 Sechs-Position, Stiller und das Mittelfeld-Dreizack
- 1.5 Die Neuner-Position: Undav, Woltemade und Joker-Rollen
- 2 Taktik: Variabilität und ein über Monate geplanter Plan

Nagelsmann öffnet die Karten vor dem Länderspiel
Julian Nagelsmann wird es anders machen als der große „Täuscher“ Sepp Herberger: Während Herberger 1954 in Basel Geheimniskrämerei betrieb und gegen die übermächtigen Ungarn in der Vorrunde seine B-Elf ranließ – zwei Wochen später wurde Deutschland gegen den geblendeten Topfavoriten erstmals Weltmeister –, will Nagelsmann seine WM-Karten schon im St. Jakob-Park offenlegen. In Basel will er bis zu neun Positionen der möglichen WM-Startelf zeigen. „Experimentieren“, sagte der Bundestrainer, „werden wir nichts mehr!“

Torhüter und Kapitän: Baumann im Tor, Kimmich rechtsverteidigend
Im Tor steht Oliver Baumann – diese Entscheidung ist gesetzt für das Spiel gegen die Schweiz. Joshua Kimmich bleibt trotz aktueller Sechser-Probleme Rechtsverteidiger; der Kapitän betonte die kollektive Verantwortung: „Ich erwarte“, sagte er, „dass sich jeder dem großen Ganzen mit 100 Prozent hingibt und sich reinwirft.“ Kimmich hob hervor, dass das neue deutsche Wir-Gefühl wettmachen solle, dass der viermalige Weltmeister laut Nagelsmann eben „nicht den besten Kader der Welt“ hat.
So könnte Deutschland gegen die Schweiz spielen:
Baumann – Raum, Schlotterbeck, Tah/Rüdiger, Kimmich (Kapitän) – Stiller, Goretzka – Wirtz, Havertz, Gnabry – Undav
Innenverteidigung und Defensive: Optionen zwischen „Krieger“ und „Leisetreter“
Vorhanden sind drei erstklassige Innenverteidiger – Nagelsmann muss zwischen dem als „Krieger“ beschriebenen Antonio Rüdiger und dem als „Leisetreter“ bezeichneten Jonathan Tah einen Nebenmann für den wegen seiner Stärke im Aufbauspiel gesetzten Nico Schlotterbeck wählen. Links in der Abwehr spielt David Raum. Zur Defensive sagte Nagelsmann: „brauchen wir ein gutes Gefühl und Stabilität“.
Fehlende Stammspieler und der Bayern-Block
Für Basel fehlen Nagelsmann derzeit zwei Stammspieler und Mitglieder des mächtigen Bayern-Blocks: Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala. Die Münchner, zu denen neuerdings auch Jung-Dribbler Lennart Karl zählt, sollen laut Nagelsmann „Gier“ und das „Selbstverständnis für Siege“ in die Mannschaft tragen. Pavlovics „Klon“ auf der Sechs neben dem offensiven Leon Goretzka könnte Angelo Stiller sein.
Sechs-Position, Stiller und das Mittelfeld-Dreizack
Der nachnominierte Stuttgarter Angelo Stiller zählt zu den Spielern, die sich noch für eine WM-Nominierung empfehlen müssen. Musialas Part im „Dreizack“ mit Florian Wirtz und Rückkehrer Kai Havertz fällt Serge Gnabry zu; im Verlauf des Spiels darf Lennart Karl auf sein Debüt hoffen. Der 18-Jährige gehört wie Josha Vagnoman, Anton Stach oder Kevin Schade zu den „drei, vier“, die sich laut Nagelsmann „zeigen können“.
Die Neuner-Position: Undav, Woltemade und Joker-Rollen
Bliebe die Neuner-Position: Im Angriff, betonte Nagelsmann, gehe es „viel um das Momentum“ – Auftritt: Deniz Undav. „Er hat eine super Quote“, lobte Nagelsmann, „so einen Stürmer kann man nicht zu Hause lassen.“ Quali-Held Nick Woltemade bliebe das Joker-Dasein, das ihm Nagelsmann in seinen „Rollengesprächen“ schmackhaft gemacht haben könnte.
Taktik: Variabilität und ein über Monate geplanter Plan
Insgesamt will Nagelsmann eine neue „Variabilität“ sehen, einen Mix der Systeme, der „super einfach gehalten“ sei. Seinen Plan, taktisch wie personell, hat er sich über Monate zurechtgelegt. „Das Schlimmste, was passieren kann“, sagte er, „sei deshalb eine Pleite und die Erkenntnis: Alles war ‚für die Katz‘.“ Stattdessen soll wie im März des Aufbruchs vor der Heim-EM 2024 ein „Glaube“ entstehen, der im Idealfall bis zum Titel trägt.
Der Gegner Schweiz: Kimmichs Assoziationen und Xhakas Team

Was Kimmich mit der Schweiz verbinde? „Skifahren, Schnee, Berge“, sagte er, und, klar: „Fußball“. Die Elf um Vorkämpfer Granit Xhaka, prophezeite Nagelsmann, werde „uns alles abverlangen“. Nagelsmann warnt vor einem starken Gegner, der wie Ungarn 1954 eine unangenehme Aufgabe darstellen könne.