Frauenfußball heute: Voss-Tecklenburg wirbt für Trainerinnen im Männerfußball

Die Forderung nach einer Frauenbesetzung auf dem Cheftrainerposten im deutschen Männerfußball wird immer lauter. Ex-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sieht die Zeit gekommen, qualifizierte Frauen ernsthaft in Betracht zu ziehen. Ihrer Meinung nach sollte die Qualität über das Geschlecht stehen. Voss-Tecklenburg selbst ist bereit für eine Rückkehr in den Männerfußball und fordert mehr Anerkennung für weibliche Expertise.

Deutschlands Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg beim ZDF TV Interview enttäuscht über das Unentschieden und ausscheiden nach der Gruppenphase, AUS, Südkorea vs Deutschland,Copyright: xEibner-Pressefoto/Memmlerx EP_MMR imago
Deutschlands Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg beim ZDF TV Interview enttäuscht über das Unentschieden und ausscheiden nach der Gruppenphase, AUS, Südkorea vs Deutschland,Copyright: xEibner-Pressefoto/Memmlerx EP_MMR imago

Voss-Tecklenburg fordert Gleichberechtigung im Fußball

Martina Voss-Tecklenburg, die ehemalige Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, hat in einem Interview mit Sport1 betont, dass die Besetzung eines Cheftrainer-Postens mit einer Frau im Männerfußball überfällig ist. „Man müsste die Frage stellen, ob sich der Männerfußball endlich zutraut, qualifizierte Frauen anzusprechen und sich ernsthaft mit diesen Personalien zu beschäftigen“, erklärte die 58-Jährige. Sie unterstreicht, dass es nicht um Geschlecht, sondern um die Qualität der Trainerarbeit gehen sollte.

Erfahrungen aus der Vergangenheit

Voss-Tecklenburg, die bereits den SV Straelen in der Oberliga trainierte, hat eigene Erfahrungen gesammelt, die ihre Sichtweise prägen. „Nach zwei Wochen war es für die Spieler kein Thema mehr, ob dort eine Frau oder ein Mann steht. Entscheidend war nur: Bist du gut? Hast du Inhalte? Bringst du uns weiter?“ Diese Einstellung zeigt, dass die Leistungsfähigkeit im Zentrum stehen muss und nicht das Geschlecht des Trainers.

Bereitschaft für neue Herausforderungen

Die Fußball-Expertin ist nicht nur für die Frauenmannschaft verfügbar, sondern liebäugelt auch mit einer Rückkehr in den Männerfußball. „Ich bin absolut bereit für etwas Neues. Ich bin gesund, belastbar und stabil – auch nach der WM 2023“, betonte Voss-Tecklenburg. Sie ist offen für Angebote und hat aus ihren bisherigen Erfahrungen gelernt, was für sie in der nächsten Herausforderung wichtig ist.

Ein Aufruf zur Veränderung

Mit ihrer klaren Botschaft appelliert Voss-Tecklenburg an den deutschen Fußball, die Möglichkeiten für Frauen in Führungspositionen zu erweitern. „Ich hätte – wäre ich ein Mann – vermutlich mehr Angebote bekommen“, mutmaßt sie. Dieser Satz bringt die Thematik auf den Punkt: Es ist an der Zeit, die Strukturen im Fußball zu hinterfragen und für Gleichberechtigung zu sorgen.