Deutschland bei der WM 2026: Wirtz, Musiala, Havertz: Das ewige Warten auf den Dreizack

Das ewige Warten auf den Dreizack bleibt hängen an Verletzungen, Reha und fehlendem Rhythmus. Julian Nagelsmann erinnert an den kurzen Traum in Budapest, als die drei Mega-Talente Wirtz, Musiala, Havertz  gemeinsam aufs Feld kamen und binnen Minuten für Gefahr sorgten. Seither fehlte das Trio in zusammengespielten Minuten fast vollständig – Ausfallzeiten, Operationen und Reha-Phasen verhinderten die Entwicklung. Vor den letzten Testspielen und der WM-Vorbereitung wächst die Unsicherheit, ob der geforderte Dreizack rechtzeitig zusammenfindet.

Deutschland bei der WM 2026: Wirtz, Musiala, Havertz (Fotos AFP)
Deutschland bei der WM 2026: Wirtz, Musiala, Havertz (Fotos AFP)

Bundestrainer erinnert an das kurze Aufblitzen des Dreizacks in Budapest

Am 19. November 2024 im Ferenc-Puskás-Stadion in Budapest setzte Julian Nagelsmann den Dreizack, indem er Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz in der 61. Minute gleichzeitig einwechselte. Innerhalb weniger Minuten leitete Musiala einen Angriff ein, Havertz traf das Aluminium und Wirtz bereitete später den Führungstreffer vor. Dieses Sequenzbild gilt seither als Beleg für das mögliche Offensiv-Potenzial, doch faktisch spielte das Trio danach kein einziges Mal mehr gemeinsam. Die Erinnerung an jene Szene bleibt ein Maßstab für die WM-Planungen und erhöht die Erwartungshaltung an die Vorbereitung.

Verletzungshistorie, Diagnose und Ausfallzeiten

Die anhaltenden Probleme drehen sich um konkrete Diagnosen und lange Ausfallzeiten. Musiala erlitt einen Wadenbeinbruch und eine Luxation des Sprunggelenks und fehlte dadurch mehr als sechs Monate; das traumatische Bild vom „abgeknickten Fuß“ bei der Klub-WM prägte seine Reha. Havertz kämpfte nacheinander mit langwierigen Oberschenkel- und später Knieproblemen. Wirtz wurde immer wieder von kleineren Blessuren gebremst. Insgesamt sammelten die drei seitdem erhebliche Fehlzeiten: Havertz verpasste 2025 alle zehn Länderspiele, Musiala acht und Wirtz zwei – zusammen 20 von 30 möglichen Einsätzen.

Florian Wirtz vom FC Liverpool behauptet den Ball gegen Ismail Jakobs von Galatasaray SK im Achtelfinale-Rückspiel der UEFA Champions League 2025/26 in Anfield am 18. März 2026 in Liverpool. Michael Regan / Getty Images
Florian Wirtz vom FC Liverpool behauptet den Ball gegen Ismail Jakobs von Galatasaray SK im Achtelfinale-Rückspiel der UEFA Champions League 2025/26 in Anfield am 18. März 2026 in Liverpool. Michael Regan / Getty Images

Musiala: Reha, Rückkehrplanung und kurzfristige Kaderentscheidungen

Musiala arbeitet derzeit individuell in München und befindet sich in Abstimmung zwischen Bundestrainer Nagelsmann und Bayern-Trainer Vincent Kompany. Nagelsmann schilderte, dass er sich gegen eine Nominierung entschied, „unter den Umständen, dass er Probleme hat, habe ich mich dagegen entschieden, ihn mitzunehmen und unter Schmerzen zwei Minuten lang aufdribbeln zu lassen.“ Musiala fehlt somit voraussichtlich bei den Länderspielen gegen die Schweiz (27. März/Basel) und Ghana (30. März/Stuttgart); sein letztes Länderspiel datiert auf den 23. März 2025. Kompany betonte, Musiala werde „im richtigen Moment“ wieder ins Mannschaftstraining integriert.

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Jamal Musiala vom FC Bayern München gestikuliert während des Bundesliga-Spiels gegen Borussia Mönchengladbach in der Allianz Arena am 6. März 2026 in München. Alexander Hassenstein / Getty Images
Jamal Musiala vom FC Bayern München gestikuliert während des Bundesliga-Spiels gegen Borussia Mönchengladbach in der Allianz Arena am 6. März 2026 in München. Alexander Hassenstein / Getty Images

Havertz, Wirtz und die Frage nach Rhythmus im Nationalteam

Nagelsmann macht deutlich, wie groß das Problem des fehlenden Rhythmus ist: „Jamal habe ich bei der Nationalmannschaft über zehn Monate nicht mehr gesehen, Kai noch länger nicht.“ Gerade für ein Offensivtrio, das bei der Heim-EM zu „drei enorm wichtigen Säulen unserer Elf“ avancierte und zusammen sieben Tore sowie eine Vorlage beisteuerte, hemmen lange Ausfallzeiten die Entwicklung. Havertz und Wirtz sind inzwischen wieder im Kreis der Mannschaft, doch das letzte gemeinsame Spiel des Trios wird am 31. Mai bereits mehr als eineinhalb Jahre zurückliegen.

Kai Havertz, Mittelfeldspieler des FC Arsenal, bei der Pressekonferenz vor dem UEFA-Champions-League-Achtelfinale zwischen Bayer Leverkusen und Arsenal London am 10. März 2026 in der BayArena in Leverkusen. (Copyright Depositphotos.com)
Kai Havertz, Mittelfeldspieler des FC Arsenal, bei der Pressekonferenz vor dem UEFA-Champions-League-Achtelfinale zwischen Bayer Leverkusen und Arsenal London am 10. März 2026 in der BayArena in Leverkusen. (Copyright Depositphotos.com)

WM-Vorbereitung, Kaderplanung und die verbleibende Zeit bis Houston

Die Zeit bis zum WM-Start schrumpft: Am 31. Mai könnte sich theoretisch noch einmal eine Chance für den Dreizack ergeben, doch dann liegen nur noch 14 Tage bis zum Auftakt gegen Curacao in Houston. Angesichts der Verletzungshistorie und der zielgerichteten Trainingssteuerung erscheint eine vollumfängliche Eingliederung aller drei Spieler kurz vor Turnierbeginn unsicher. Nagelsmann warnt vor Show-Einsätzen: Musiala dürfe nicht zum „Zirkuspferdchen“ degradiert werden, weil das sportlich nichts brächte.