Aufstellung & Taktik des endgültigen DFB-Kader für die EM 2016

Der DFB-Kader und seine Möglichkeiten

Veröffentlicht: Samstag, 4. Juni 2016 um 13:20 Uhr

Die Variationsbreite in Hinsicht auf System und Taktik hat sich mit den am Dienstag bekannt gegebenen Entscheidungen des Bundestrainers nicht verengt. Bei der Aufstellung für das erste Turnierspiel am 12. Juni gegen die Ukraine wird aber, wie bei der aktuellen Kaderbenennung auch, die medizinische Abteilung ein gewichtiges Wort mitreden. So erschütternd die Ausbootung für Marko Reus auch gewesen sein mag, sinnvoll war sie allemal, zudem der Grund dafür in der Hartnäckigkeit einer vorliegenden Schambeinentzündung lag.

Abgesehen von der höheren Bedeutung und Wichtigkeit von Führungsspielern wie Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira oder Mats Hummels, allesamt Stammspieler der Weltmeistermannschaft von 2014, für Ausgewogenheit und Durchschlagskraft eines potentiellen Turniersiegers, sind eben auch deren Verletzungen und Heilungsprozesse optimistischer zu beurteilen als bei Marko Reus.

Die deutsche Nationalmannschaft belegt in der aktuellen FIFA-Weltrangliste den vierten Platz  / AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE

Die deutsche Nationalmannschaft belegt in der aktuellen FIFA-Weltrangliste den vierten Platz / AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE

Das Mittelfeld der Nationalmannschaft

Mit Andre Schürrle, dem Vorbereiter des Siegtores vom Finale in Rio, Mario Götze, dem Siegtorschützen des Endspieles, mit Julian Draxler, Thomas Müller, Mesut Özil, Lukas Podolski und auch Leroy Sane gibt es ein quantitativ und qualitativ sehr üppiges und vielfältiges Angebot für die Position des offensiven Außenbahn Spielers, auf der auch Marko Reus seine Möglichkeiten am besten hätte einbringen können.

Das persönliche Desaster des Einen könnte nun zur internationalen Erweckung des Anderen führen. Sowohl Joshua Kimmich, als auch, aus meiner Sicht vor allem auch Julian Weigl können schon bei dieser EM ins internationale Rampenlicht vorstoßen. Beide verfügen über außergewöhnliche Anlagen, Kimmich ist vermutlich der vielseitiger einsetzbare Spieler, Weigl schon jetzt in so jungen Jahren sehr spielintelligent, schnell, zweikampfstark und passsicher – ideale Voraussetzungen für die zentrale Position im Mannschaftsverbund.

Die zentrale Stürmerposition im klassischen Sinn wird durch den wiedererstarkten Mario Gomez eingenommen, für die „ falsche “ Neun kommt neben Thomas Müller, Mario Götze oder Mesut Özil  auch Leroy Sane in Frage.

Welche Taktik wird Jogi Löw wählen?

Ob nun 3 – 4 – 3 flach, 3 – 4 – 3 mit Raute oder gar 3 – 5 – 2, 4 – 1 –  4 – 1, 4 – 2 – 3 – 1 oder 4 – 4 – 2 klassisch, alles ist möglich und alles ist so besetzbar, dass die Truppe durchschlagskräftig und effektiv gegen jeden Gegner bestehen und gewinnen kann.

Die Aufstellung gegen die Slowakei in der 4-2-3-1 Formation:

aufstellung-heute

Mit Jonas Hector ist übrigens nur ein wirklich gelernter Außenverteidiger im Kader, der zu allem Überfluss bei seinem Stammverein über eine kurze Strecke noch ins Zentrum rücken musste. Immer wieder erstaunlich für ein Land wie Deutschland mit 80 Mio. Einwohnern und differenzierten Ausbildungskonzepten in hoch modernen Nachwuchsleistungszentren.

Dass der Bundestrainer, trotz dieser unterbesetzten Position auf Sebastian Rudy verzichtet, deutet darauf hin, dass dieser Arbeitsplatz, ähnlich wie in Brasilien mit robusten, zweikampfstarken, eher defensiv ausgerichteten Spielern besetzt wird, etwa mit Benedikt Höwedes, Skodran Mustafi, Emre Can, Joshua Kimmich oder gar Jerome Boateng. Dass diese Idee funktionieren kann ist hinlänglich bekannt.

Im Tor – unbestritten die Nummer 1 ist Manuel Neuer

Manuel Neuer, der beste Torhüter der Welt, wird unserem Team, egal für welche Formation  Joachim Löw sich jeweils entscheidet, ein sicherer Rückhalt sein und die gegnerischen Offensivreihen  zum Nachdenken bringen.

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