FC Bayern Ikone Uli Hoeneß zur Fußball WM 2026, Infantino & Tuchel

In einem seiner selten gewordenen großen Interviews in der Bildzeitung hat sich Uli Hoeneß (74) mit deutlichen Worten zur kommenden Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko geäußert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München teilte dabei in gewohnter „Abteilung Attacke“-Manier in mehrere Richtungen aus: gegen die FIFA-Pläne, politische Einmischung und die Führung des Weltverbandes.

Uli Hoeneß, Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident des FC Bayern München, spricht während der Präsentation einer Ausstellung des deutschen Fußballvereins FC Bayern München über dessen Stadion mit dem Titel „20 Jahre Allianz Arena – Luftschloss, Wohnzimmer, Opernbühne” am 30. Juli 2025 auf dem Stadiongelände in München. (Foto: Alexandra BEIER / AFP)
Uli Hoeneß, Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident des FC Bayern München, spricht während der Präsentation einer Ausstellung des deutschen Fußballvereins FC Bayern München über dessen Stadion mit dem Titel „20 Jahre Allianz Arena – Luftschloss, Wohnzimmer, Opernbühne” am 30. Juli 2025 auf dem Stadiongelände in München. (Foto: Alexandra BEIER / AFP)

Klare Kante gegen Boykott-Rufe

Trotz seiner persönlichen Vorbehalte gegenüber Donald Trump – Hoeneß warnte politisch davor, dass die US-Demokratie bei einer dritten Amtszeit Trumps zur Diktatur werden könnte – hält der langjährige Bayern-Macher nichts von Forderungen, das Turnier aus politischen Gründen zu boykottieren. Solche Diskussionen bezeichnete Hoeneß als „symbolpolitischen Blödsinn“.

Scharfe Kritik übte er in diesem Zusammenhang an Außenministerin Annalena Baerbock. Es sei bezeichnend, dass sie zu den Ersten gehöre, die den Sport wieder in Themen hineinziehen wolle, die dieser nicht lösen könne. Die Auseinandersetzung mit US-Präsident Trump sei Aufgabe von Regierungen, nicht des Fußballs.

Breitseite gegen Infantino und die „Aufblähung“ der WM

Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino bekam sein Fett weg. Dass der FIFA-Chef die Nähe zu Trump sucht und diesem sogar einen Preis verliehen hat, nannte Hoeneß „deplatziert“. Seine klare Forderung an den Weltverband: „Ich erwarte von ihm [Infantino], dass er den Fußball immer in den Vordergrund stellt und alles andere zweitrangig behandelt“.

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Sportlich lässt Hoeneß kein gutes Haar am neuen Modus des Turniers, das erstmals mit 48 Mannschaften und 104 Spielen ausgetragen wird. „Ich finde maximal 32 Teilnehmer richtig“, stellte Hoeneß klar. Er warnte eindringlich vor den Folgen der Expansion: Die Qualität der Spiele werde immer weiter verwässert und die Verletzungsgefahr für die Spieler steige immer weiter an – eine Belastung, die die Klubs bereits jetzt spüren würden.

Dämpfer für Tuchel, Hoffnung für den DFB

Trotz der Kritik am Rahmenprogramm blickt Hoeneß optimistisch auf die sportlichen Chancen der deutschen Nationalmannschaft. Wenn Leistungsträger wie Jamal Musiala, Florian Wirtz und Nick Woltemade ihre Topform abrufen, könne das DFB-Team „sehr, sehr weit kommen“.

Weniger optimistisch ist er bezüglich der englischen Nationalmannschaft unter dem ehemaligen Bayern-Trainer Thomas Tuchel. Auf die Frage, ob Tuchel eher Weltmeister werde als Julian Nagelsmann, antwortete Hoeneß trocken: „Dass England Weltmeister wird, kann ich mir gerade nicht vorstellen“.