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Uli Hoeneß hat eine deutliche Ansage an Spielerberater gemacht: „Werden verstärkt ‚Nein‘ sagen“. Der Ehrenpräsident des FC Bayern kündigte im Bild-Interview an, das Beraterwesen grundsätzlich zur Diskussion zu stellen und sich nicht länger gefallen zu lassen, dass Agenten allein bestimmen, wie Verhandlungen laufen. Anlass für die scharfe Kritik war das zähe Ringen um die Vertragsverlängerung von Abwehrchef Dayot Upamecano. Hoeneß fordert klare Spielregeln bei Honoraren, Verhandlungen und der Kommunikation mit den Profis.

Hoeneß fordert Debatte über Rolle von Beratern
Hoeneß erklärte, man werde „dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen“ und nicht akzeptieren, „dass Berater allein bestimmen, wie es läuft“. Er kritisierte, dass der Beitrag der Berater „zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird“ stehe. Damit stellt sich der Ehrenpräsident gegen die bisherige Praxis in Teilen des Transfer- und Vertragsgeschäfts und verlangt eine Neubewertung der Verhandlungsprozesse.
Klare Ansage an Spieler und Agenten
Gleichzeitig machte Hoeneß deutlich, dass Bayern auch gegenüber den Spielern eine klare Haltung kommunizieren müsse. „Man kann auch dem Spieler einmal sagen: ‚Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.‘ So weit muss das gehen“, sagte der 74-Jährige. Die Aussage signalisiert, dass der Klub notfalls Druck auf Spieler ausüben will, um unkooperative Verhandlungsstrategien der Vertreter zu unterbinden.
Upamecano-Verlängerung als Auslöser
Als konkretes Beispiel nannte Hoeneß das zuletzt „überaus zähe Poker“ um die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano. Nach mehreren Gesprächen über mehrere Monate hatte der Abwehrchef am vergangenen Freitag seinen auslaufenden Vertrag bis zum Sommer 2030 verlängert. Hoeneß zeigte sich über das Verhalten des Beraters des Franzosen bereits im kicker „entsetzt“ und machte deutlich, dass dieser Fall die Debatte beschleunigt hat.
Mögliche Konsequenz: Liste für „unfaire“ Berater
Der nächste Schritt sei für Hoeneß klar: Sollte sich ein Berater „unfair verhalten“, wolle man ihn eventuell auf eine Liste setzen und „ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden“. Mit dieser Ankündigung zielt der Ehrenpräsident auf eine direkte Sanktionsmöglichkeit gegen Agenten ab, die nach Ansicht des Klubs die Grenzen des Erlaubten überschreiten. Die Maßnahmen sollen offenbar sowohl Honorierungsfragen als auch künftige Verpflichtungen betreffen.