WM 2022 – 5 Gründe, warum ein Boykott der Katar-WM wenig Sinn macht

Diskussionen über einen WM-Boykott, soweit das Auge reicht. Doch fernab von nachvollziehbaren Aktionen gegen die Menschenrechtsverletzungen in Katar gibt es auch einige Gründe, warum der Boykott wenig Sinn macht.

Die deutschen Fußballnationalspieler senden ein Signal nach Katar! Human Rights! (AFP foto Tobias SCHWARZ)
Die deutschen Fußballnationalspieler senden ein Signal nach Katar! Human Rights! (AFP foto Tobias SCHWARZ)

1) Weihnachtsfeier oder Winter-WM

Die Winter-WM stößt vielen Kritikern bitter auf. Denn die alljährigen Pläne werden durcheinandergewirbelt. Restaurants und Kneipen müssen sich nun zwischen Public-Viewing oder Weihnachtsfeiern entscheiden – Letztgenannte sorgen in der Regel für mehr Umsätze, sodass ihnen die Entscheidung nicht schwerfallen wird. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sollte uns das Wohl der Gastwirtschaft besonders wichtig sein.

2) Katar ist kein Gegner

Ein Boykott kann nicht die richtige Lösung auf die WM in Katar sein. Das Gastgeberland hat sich als Investor in Deutschland etabliert und möchte sich durch die Erlöse zu einer dynamischen Wissensgesellschaft etablieren – bei allen zweifelsfrei vorhandenen Fehlern. Wer boykottiert, betrachtet Katar ausnahmslos als Gegner. Wäre nicht ein leichter Wandel des Gastgeberlands durch ein gepflegtes Miteinander besser, als sich voneinander abzuschotten.

Ein Ballontreffen in Doha! (Foto eigene Quelle)
Ein Ballontreffen in Doha! (Foto eigene Quelle)

3) Katar engagiert sich wirtschaftlich in Deutschland

Wer die WM boykottiert, sollte sich Gedanken über andere Kooperationen mit Katar machen: Dazu gehören die Unternehmen VW, Porsche, Deutsche-Bank oder Siemens, an denen der katarische Staat signifikant beteiligt ist. Konsequente Boykotteure müssten somit auch auf ihren VW Golf, den Siemens-Kühlschrank oder ihre Deutsche-Bank-Kreditkarte verzichten.

4) Die FIFA ist der Verantwortliche 

Katar kann man wohl kaum verübeln, dass sie die WM im eigenen Land ausrichten möchten. Die FIFA muss Verantwortung für die Entscheidung übernehmen und bekommt allein durch die WM einen Reingewinn von rund 3,5 Milliarden US-Dollar.

UEFA Generalsekretär Gianni Infantino vor der Fußball WM 2022 in Katar / AFP / FABRICE COFFRINI
UEFA Generalsekretär Gianni Infantino vor der Fußball WM 2022 in Katar / AFP / FABRICE COFFRINI

5) Deutschland ist nur ein Land von vielen

Für die 14 WM-Sponsoren ist Deutschland nur ein Land von Vielen. Die Hälfte der Sponsor-Unternehmen stammt aus Asien, zwei aus Katar und fünf weitere aus dem Westen. Aus Deutschland stammt lediglich der Sponsor Adidas.

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