Podolskis Abschiedsspiel gegen England am 22.03.2017

Prinz Poldi dankt ab

Veröffentlicht: Dienstag, 21. März 2017 um 14:26 Uhr

Mit seinem 130. Spiel für die deutsche Fußballnationalmannschaft nimmt Lukas Podolski (31) am Mittwoch den 22.03.2017 Abschied vom Nationalspieler-Dasein. Dabei trifft er beim Duell mit der englischen Nationalmannschaft im Dortmund auf alte Bekannte aus seiner Zeit in der Premier League.

2004: Start einer neuen Ära

Lukas Podolski jubelt beim Confederations cup gegen Brasilien am 25. Juni 2005. AFP PHOTO TORSTEN SILZ

Lukas Podolski jubelt beim Confederations cup gegen Brasilien am 25. Juni 2005. AFP PHOTO TORSTEN SILZ

Als die Nationalmannschaft 2004 mit dem Vorrundenaus bei der EM in Portugal eine ihrer schwärzesten Stunden erlebte, ging der Stern eines Spielers auf, der einmal ein ganz Großer werden sollte. 129 Länderspiele und 48 Tore später ist Lukas Podolski aus der ewigen Torjägerliste und Rekordnationalspieler-Tabelle kaum mehr wegzudenken.

PlatzSpielerSpieleTore
1Miroslav Klose13771
2Gerd Müller6268
3Joachim Streich (DDR)10559
4Lukas Podolski12948
5
5
Jürgen Klinsmann
Rudi Völler
108
90
47
47

Auch sein Trophäenschrank mit der Nationalelf kann sich durchaus sehen lassen. Zweimal war er Halbfinalist einer EM (2012 und 2016), zweimal WM-Dritter (2006 und 2010), einmal Vize-Europameister (2008), bester junger Spieler der WM 2006 und natürlich Weltmeister mit dem DFB 2014. Auch wenn Podolskis Nominierungen in der jüngeren Vergangenheit von Kritikern häufig in Frage gestellt wurden, so hört man aus Kreisen der Nationalmannschaft durchweg nur Positives über den Deutsch-Polen und seine Qualitäten.

Der größte Triumph: Weltmeister 2014. AFP Photo

Der größte Triumph: Weltmeister 2014. AFP Photo

Konstant in der Nationalelf, durchwachsen im Verein

Sieben große Turniere durfte er zwischen 2004 und 2016 Spielen und ab Sommer 2017 wird er mit seinem neuen Verein Vissel-Kobe seine sechste Station als Profi anlaufen. Während Podolski im Dress des DFB immer eine Konstante war, so hatte er doch mit vielen Höhen und Tiefen auf Vereinsebene zu kämpfen. Beim 1.FC Köln entwickelte sich Podolski vom Nachwuchstalent zum Nationalspieler und Star, war Liebling der Fans und immer glücklich. Doch dann lockte 2006 der große FC Bayern, ein Abschnitt in seiner Karriere, den Podolski sicher gerne vergessen machen würde. Erst blieb der Torerfolg meist aus, dann wurde er mehr und mehr zum Edelreservisten. So kam er in drei Jahren auf 71 Spiele aber nur 15 Tore für den FCB. 2009 folgte seine Rückkehr zum FC Köln welche 2012 wenig ruhmvoll mit dem Abstieg in die 2. Bundesliga endete. Danach zog es Podolski ins Ausland. Nach drei recht erfolgreichen Jahren auf der Insel beim FC Arsenal wurde er im Januar 2015 an Inter Mailand verliehen, da er im Team von Arsene Wenger keinen Platz mehr fand. Auch bei Inter konnte er sich jedoch nicht als Stammspieler etablieren und wechselte anfang der Saison 2015/16 zu seinem jetzigen Arbeitgeber Galatasaray Istanbul. Wie so oft avancierte er auch hier zum Publikumsliebling und trug mit seinem Tor zum 1:0 im türkischen Pokalfinale entscheidend zum Sieg von Galatasaray bei.

Lukas Podolski (L) und Bastian Schweinsteiger bei der DFB-Pressekonferenz in Berlin am 07. Juni 2006 vor der WM-eröffnung gegen Costa Rica. AFP PHOTO / OLIVER LANG

Lukas Podolski (L) und Bastian Schweinsteiger bei der DFB-Pressekonferenz in Berlin am 07. Juni 2006 vor der WM-eröffnung gegen Costa Rica. AFP PHOTO / OLIVER LANG

Vorbild, Spaßvogel und Kumpeltyp

Eins ist klar: Podolski wird nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz große, schwer zu füllende Fußstapfen hinterlassen. Kaum ein Spieler bekam so viel Lob für seine Teamfähigkeit von Jogi Löw wie Podolski. Trotz in den letzten Jahren deutlich weniger werdenen Einsatzminuten stand er offenbar für Löw nie als Personalie zur Debatte. Er gilt als Integrationsfigur und Vorbild für die Jungen, als Sympathieträger bei den Fans und als Frohnatur bei den Medienvertretern. Unvergessen sind seine Selfies mit der Kanzlerin, seine besondere Freundschaft zu Bastian Schweinsteiger und seine Interviews und Pressekonferenzen, in denen es gerne auch mal ums Eier kraulen ging.

Was sind Lukas Podolskis beste Sprüche?
– „Ich glaube 80 Prozent von euch, und auch ich, kraulen sich auch mal an den Eiern“ ( Über Jogi Löw und seinen Hand-in-der-Hose Skandal)

– „Doppelpass alleine? Vergiss es!“

– „Hat 15 Minuten gedauert, sieht man ja auch!“ (Über Bastian Schweinsteigers blondierte Haare bei der EM 2008)

– „Ich gebe euch kurze Antworten, dann müsst ihr nicht so viel schreiben“ (Auf einer Pressekonferenz bei der WM in Brasilien)

Einen Typen wie Lukas Podolskki wird es wohl so schnell im deutschen Fußball nicht mehr geben und darum verneigt sich am Mittwoch ganz Fußballdeutschland, dass nach seinem Kaiser nun auch seinen Prinzen in den wohlverdienten Ruhestand schickt.

In diesem Sinne: Tschö Poldi!

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