Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Mehr als 16 Monate Pause und die anstehenden Länderspiele
- 2 Seine derzeitige Fitness
- 3 Seine Bedeutung für die Mannschaft
- 4 Seine liebste Position auf dem Platz
- 5 Die Balance zwischen Schonzeit und Titelhunger
- 6 Der Teamgeist
- 7 Ein Zusammenspiel mit Nick Woltemade
- 8 Die Rolle als stellvertretender Kapitän
- 9 Seine bisherigen Turniere

Mehr als 16 Monate Pause und die anstehenden Länderspiele
Mehr als 16 Monate nach seinem bislang letzten Länderspiel ist Kai Havertz zurück im Kreise der Männer-Nationalmannschaft. Vor den letzten Länderspielen vor der Nominierung des WM-Kaders gegen die Schweiz am Freitag (ab 20.45 Uhr, live bei RTL) in Basel und gegen Ghana am Montag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) in Stuttgart, nimmt der 26 Jahre alte Offensivspieler des FC Arsenal in der Presserunde Stellung. In der heutigen Pressestunde gab er Einordnung zu seiner persönlichen Situation und zur Mannschaftsplanung.
Seine derzeitige Fitness
Auf die zentrale Nachfrage nach seinem körperlichen Zustand reagierte Havertz offen und präzise. Er legte dar, wie die lange Pause seine Form beeinflusst hat und wie er die Rückkehr gestalten will.
„Ich fühle mich sehr, sehr gut. Die vergangenen Monate waren ein einziges Auf und Ab für mich. Man merkt das schon, dass man ein Jahr raus gewesen ist, wenn man gar nicht gespielt hat. Ich fühle mich aber fit. Ich werde noch das eine oder andere Spiel von Anfang an brauchen, um auf die kompletten 100 Prozent zu kommen. Ich fühle mich dazu bereit, wieder Spiele zu starten und künftig wieder über 90 Minuten durchzuhalten.“
Seine Bedeutung für die Mannschaft
Havertz betonte den Austausch mit dem Bundestrainer und seine Ambitionen, wieder eine treibende Rolle zu übernehmen. Er sieht die Rückkehr als Chance, sich erneut zu beweisen.
„Natürlich war ich mit Julian (Nagelsmann, der Bundestrainer; Anm. d. Red.) viel in Kontakt, der Austausch war immer gegeben. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich war über ein Jahr lang nicht da. Für mich gilt es nun herauszufordern. Ich bringe das eine oder andere Spiel an Erfahrung bei der Nationalmannschaft mit. Ich hoffe, zum Turnier vorneweg marschieren zu können und den Jungs zu helfen, um auf dem Platz bestens abzuliefern.“
Seine liebste Position auf dem Platz
Zur taktischen Einordnung und seiner Flexibilität erklärte Havertz, dass er offensiv in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden kann. Er spricht auch über seine Art, Führung zu zeigen.
„Ich fühle mich offensiv in allen Rollen sehr wohl. Ich bin ein Spieler, der sehr flexibel ist. Bei der Nationalmannschaft und bei Arsenal habe ich schon auf unterschiedlichen Positionen gespielt. Neben dem Platz weiß jeder, dass ich kein lauter Spieler bin, der in die Kabine große Ansprachen hält. Aber es gibt auch Spieler, die mit ihrer Leistung vorneweg gehen. Dazu zähle ich mich, auch weil ich die Erfahrung auf nationalem und internationalem Level habe. Ich fordere mich heraus, bei dieser WM sehr erfolgreich zu sein.“
Die Balance zwischen Schonzeit und Titelhunger
Havertz beschreibt die Herausforderung, persönliche Schonzeiten mit dem Anspruch auf Vereinserfolge und der Vorbereitung auf die WM zu verbinden. Er will die verbleibende Saison nutzen, um Selbstvertrauen durch Titel zu tanken.
„Wir haben viele Spiele dabei, die im Verein noch in mehreren Wettbewerben vertreten sind. Ich war die ersten sechs Monate raus. Ich werde die letzten Monate der Saison alles für den Verein geben, um mit Titeln und großem Selbstvertrauen zur WM zu reisen. Jeder geht in Spiele rein, um alles zu geben und Titel zu gewinnen. Einige Jungs können das noch schaffen.“
Der Teamgeist
Im Presse-Statement hob Havertz die Bedeutung des Zusammenhalts als Schlüssel zum Turniererfolg hervor. Er sieht die Mannschaft auf einem guten Weg, die Woche zur Feinabstimmung zu nutzen.
„Das ist natürlich der wichtigste Baustein. Kein Team funktioniert ohne Zusammenhalt. Wir sind da auf einem sehr guten Weg. Wir haben zwar wieder neue Spieler dabei, aber diese brauchen gefühlt keine Eingewöhnungszeit. Wir werden diese Woche noch einmal nutzen, um uns alle perfekt auf die heiße Phase einzustimmen. Wir werden alles dafür tun, um eine Einheit zu sein. Bei einer WM ist das extrem wichtig.“
Ein Zusammenspiel mit Nick Woltemade
Zur Personalsituation und möglichen Kombinationen auf dem Platz äußerte sich Havertz auch zu Neuzugang Nick Woltemade. Er erwartet wenig Eingewöhnungszeit wegen ähnlicher Spielidee.
„Wir haben beide etwa dieselbe Statur und ähnliche Ideen vom Fußball, wie man unsere Position spielen sollte. Wir bringen beide eine gewisse Torgefahr mit. Nick hat eine enorme Präsenz im Strafraum. Ich habe heute das erste Mal mit ihm zusammen trainiert. Wir werden nicht lange brauchen, um uns auf dem Platz gut zu verstehen. Wir können uns gut ergänzen.“
Die Rolle als stellvertretender Kapitän
Als einer der stellvertretenden Kapitäne sprach Havertz über den engen Kontakt zu Antonio Rüdiger und Kapitän Joshua Kimmich. Er betonte, wie wichtig Rückhalt in schweren Phasen ist.
„Ich hatte zu Antonio Rüdiger (ebenfalls stellvertretender Kapitän; Anm. d. Red.) und Kapitän Joshua Kimmich durchweg guten Kontakt, wofür ich sehr dankbar bin. Der Kontakt ist sogar noch stärker geworden. Beide kenne ich schon sehr lange, und beide wissen, dass ich eine schwere Zeit hatte. In Phasen, bei denen es nicht läuft, merkt man, wer hinter einem steht.“
Seine bisherigen Turniere
Zum Abschluss zog Havertz Bilanz über die bisherigen großen Turniere und die Stimmung vor der WM. Er forderte, den positiven Umschwung aus der EM-Vorbereitung mitzunehmen, betonte aber zugleich, dass die Mannschaft nicht überzogenem Druck unterliegen wolle.
„Es waren keine allzu erfolgreichen Turniere. Auch wenn wir bei der EM 2024 überragenden Fußball gespielt haben, hat es nicht gereicht. Wir wollen diese Positivität aus dem Umschwung vor der EM mitnehmen. Natürlich ist Druck immer da, aber wir wollen uns nicht zu sehr unter Druck setzen. Diese Generation bringt so viel Talent mit. Wir wollen dem Land beweisen, dass wir für den nächsten Schritt bereit sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die WM für uns erfolgreich sein wird.“