U21 EM 2015 – Ergebnisse, Spielplan, Tabellen

U21 UEFA Europameisterschaft (Copyright UEFA)
U21 UEFA Europameisterschaft (Copyright UEFA)

Die U21 Fußball-Europameisterschaft 2015 – ein Überblick

Die U-21-EM 2015 findet in Tschechien in der Zeit vom 17. bis 30. Juni 2015 statt. Es dürfen Spieler teilnehmen, die am oder nach dem 1. Januar 1992 geboren sind. Deutschland hat sich auch qualifiziert und spielt in Gruppe A gegen Gastgeber Tschechien, Dänemark und Serbien.

Update 28.06.2015:  Die U21 von Horst Hrubesch ist raus! Ein 0:5 im Halbfinale gegen Portugal ist eine echte Schlappe. Dennoch ist Deutschland ebenso wie die Frauen bei Olympia 2016 in Ri0 / Brasilien dabei.

U21 Europameister von 2009 – Weltmeister von heute

Manuel Neuer, Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil- alle diese Spieler sind uns bestens als Helden und Fußballweltmeister aus dem vergangenen Jahr 2014 bekannt. Im Maracanã Stadion von Rio de Janeiro wurden sie zu Volkshelden und machten sich zumindest in der Welt des Fußballs unsterblich. Aber neben diesem Titelgewinn haben alle diese deutschen Kicker noch eines gemeinsam.

Schon im Jahre 2009 haben wie zusammen im Dress mit dem Adler auf der Brust einen großen Titel errungen. Tatsächlich dürfen sich alle diese Spieler außer Weltmeister 2014 auch U21 Europameister 2009 nennen. Den Titel erspielten die heute gefeierten Weltstars, damals zum großen Teil noch eher unbekannt, mit einem ungefährdeten 4:0 gegen die englische Auswahl der unter 21-Jährigen im schwedischen Malmö.

Deutschlands Nationalspieler feiern den Gewinn der EM 2009 der U21 gegen England. Deutschland gewinnt 4:0 - Im Bild zu sehen u.a. Sami Khedira und Benedikt Höwedes (AFP PHOTO/SCANPIX/Pontus Lundahl)
Deutschlands Nationalspieler feiern den Gewinn der EM 2009 der U21 gegen England. Deutschland gewinnt 4:0 – Im Bild zu sehen u.a. Sami Khedira und Benedikt Höwedes (AFP PHOTO/SCANPIX/Pontus Lundahl)

Mesut Özil steuerte damals sogar den Treffer zum 2 zu 0 bei. Und in diesem Jahr schicken sich neue deutsche Nachwuchstalente an, das Kunststück von damals in Tschechien zu wiederholen. Sie wollen den zweiten europäischen Titel im Bereich der U21 für den Deutschen Fußballbund (DFB) erspielen. Denn nach einer verpassten Qualifikation für die Endrunde im Jahre 2011 und einem traurigen Ausscheiden in der Vorrunde zwei Jahre später, hofft ganz Deutschland auf ein erfolgreiches Abschneiden beim diesjährigen Turnier.

U21 Europameisterschaft 2009: Bundestrainer Horst Hrubesch (L) Mesut Ozil (C) und Manuel Neuer (AFP PHOTO/SCANPIX SWEDEN/Bjorn Lindgren)
U21 Europameisterschaft 2009: Bundestrainer Horst Hrubesch (L) Mesut Ozil (C) und Manuel Neuer (AFP PHOTO/SCANPIX SWEDEN/Bjorn Lindgren)

Der DFB-Kader für die EM 2015

An dem Turnier, welches in diesem Jahr vom 17. Juni bis zum 30. Juni erstmals in tschechischen Spielstätten ausgetragen wird, dürfen alle Spieler teilnehmen, die am oder nach dem 01. Januar 1992 geboren wurden. Die Beschränkung „unter 21“, die schon im Turniernamen der europaweiten Meisterschaft deutlich wird, bezieht sich nämlich nicht auf den Turnierbeginn bzw. den Beginn der Endrunde, sondern auf den Start der Qualifikation.

Update am 26.05.2015: Hrubesch beruft 28 Spieler ins vorläufige EM-Aufgebot

Was bedeutetet U21 eigentlich?

Aus diesem Grund sind in den Spielen der Endrunde alle Spieler spielberechtigt, die zu Beginn der Qualifikation nicht älter als 21 Jahre alt waren. Für das deutsche Team stehen damit namenhafte, und schon aus der Bundeliga, sowie international bekannte Spieler wie Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Robin Knoche (VfL Wolfsburg), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Emre Can (FC Liverpool), Moritz Leitner (VfL Stuttgart) oder der Schalker Jungstar Max Meyer zur Auswahl. Bekannt sein sollten interessierten Verfolgern der deutschen Bundesliga außerdem auch Leonard Bittencourt (Hannover 96), Christian Günter (SC Freiburg) oder Loris Karius vom FSV Mainz 05.

DFB-U21-Trainer: Horst Hrubesch

Doch welche dieser Namen und welche weiteren Spieler genau mit auf die Reise nach Tschechien im Juni gehen werden, wird DFB-U21-Trainer Horst Hrubesch erst Ende Mai bekanntgeben. Dann zieht er sich mit seinem Kader zu einem letzten Trainingslager in Österreich zurück, um für den letzten und finalen Feinschliff vor dem Start des Turnieres zu sorgen. Potentielle Überraschungen stehen für den deutschen Kader im Übrigen auch noch bereit. Denn zumindest aufgrund Ihres Alters wären auch die Weltmeister Mario Götze und Julian Draxler, sowie sein Schalker Teamkollege Leon Goretzka für die DFB-Auswahl spielberechtigt.

Eine Nominierung der A-Nationalspieler gilt aber gemeinhin als sehr unwahrscheinlich. Der 64-jährige Trainer der deutschen Bubis, Horst Hrubesch, kann auch selbst und persönlich auf eine bereits lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mit dem Hamburger Sportverein, bei dem er viele Jahre aktiv war, wurde er als Aktiver sowohl Deutscher Meister, als auch Europapokalsieger der Landesmeister. Weitere Vereinsstationen seiner Spielerkarriere waren Standard Lüttich und Borussia Dortmund.

U21 Nationaltrainer Horst Hrubesch vor der EM 2011 in Dänemark  (AFP PHOTO/SCANPIX/Bo Amstrup)
U21 Nationaltrainer Horst Hrubesch vor der EM 2011 in Dänemark (AFP PHOTO/SCANPIX/Bo Amstrup)

Aber auch im Dress mit dem Adler auf der Brust konnte er Erfolge, wie einen Titelgewinn bei der Europameisterschaft 1980 und die Vizeweltmeisterschaft 1982, verzeichnen, ehe er 1986 in Essen seine erste Station als Trainer antrat. Und auch auf der Trainerbank scheint er zu wissen, wie es gehen kann. So wurde er 2008 mit dem deutschen Team bei der U19-Europameisterschaft Europameister. Im Jahre 2009 übernahm er dann die U21 als Interimstrainer und führte seine zweite Nachwuchsmannschaft zum europäischen Titel. Horst Hrubesch kann also Titel gewinnen, und diese Erfolge machen natürlich auch Hoffnung für das diesjährige Turnier.

vorläufiger Kader der U 21-Nationalmannschaft für die EM 2015

Alles zum U21 DFB Kader 2015.

Update 26.5.2015: Hrubesch beruft 28 Spieler ins vorläufige EM-Aufgebot

Vorläufiger Kader für die U 21-Europameisterschaft

PositionNameGeburtstagVereinSpieleTore
Trainer
Horst Hrubesch17.04.195121
Torwart
Timo Horn12.05.19931. FC Köln40
Loris Karius22.06.19931. FSV Mainz 0510
Bernd Leno04.03.1992Bayer 04 Leverkusen140
Marc-André ter Stegen30.04.1992FC Barcelona90
Abwehr
Matthias Ginter19.01.1994Borussia Dortmund100
Christian Günter28.02.1993SC Freiburg60
Dominique Heintz15.08.19931. FC Kaiserslautern51
Robin Knoche22.05.1992VfL Wolfsburg91
Julian Korb21.03.1992Borussia Mönchengladbach60
Willi Orban03.11.19921. FC Kaiserslautern20
Nico Schulz01.04.1993Hertha BSC101
Jeremy Toljan08.08.19941899 Hoffenheim00
Mittelfeld
Maximilian Arnold27.05.1994VfL Wolfsburg40
Leonardo Bittencourt19.12.1993Hannover 96163
Emre Can12.01.1994FC Liverpool90
Kerem Demirbay03.07.19931. FC Kaiserslautern00
Johannes Geis17.08.19931. FSV Mainz 05100
Leon Goretzka06.02.1995FC Schalke 0430
Joshua Kimmich08.02.1995RB Leipzig40
Felix Klaus13.09.1992SC Freiburg20
Moritz Leitner08.12.1992VfB Stuttgart237
Yunus Malli24.02.19921. FSV Mainz 05101
Max Meyer18.09.1995FC Schalke 0451
Amin Younes06.08.19931. FC Kaiserslautern143
Jean Zimmer06.12.19931. FC Kaiserslautern20
Sturm
Serge Gnabry14.07.1995FC Arsenal20
Philipp Hofmann30.03.19931. FC Kaiserslautern159
Kevin Volland30.07.19921899 Hoffenheim189
Emre Can (R) im Bayern-Trikot gegen Freiburg's Matthias Ginter am 27. April 2013 in der Bundesliga. AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE
Emre Can (R) im Bayern-Trikot gegen Freiburg’s Matthias Ginter am 27. April 2013 in der Bundesliga. AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE

Die EM 2015 Qualifikation – der Weg nach Tschechien

An der Qualifikation zur Endrunde der Europameisterschaft in Tschechien beteiligten sich 53 Mitgliedsverbände der United European Football Association (UEFA). Einen sicheren Platz im Teilnehmerfeld der letzten acht Teams, die die Endrunde bestreiten und schlussendlich den Europameister ausspielen, hatte dabei lediglich Gastgeber Tschechien. Alle anderen Teilnehmer mussten sich in Qualifikationsspielen ihren Startplatz erkämpfen.

Die 52 verbleibenden Mannschaften wurden also zu Beginn der Qualifikation in 10 verschiedene Gruppen gelost. Wobei acht dieser Gruppen aus fünf Mannschaften bestanden und zwei Gruppen aus sechs Teams. Ab dem 22. März 2013 wurden dann die Qualifikationsspiele in einem Modus aus Hin- und Rückspielen ausgetragen. Einen Platz in den darauffolgenden Play-Off Entscheidungsspielen um die Endrundenteilnahme konnten sich die jeweiligen Gruppensieger, sowie die vier bestplatzierten Gruppenzweiten nach Abschluss der Gruppenspiele sichern. Diese ermittelten dann abermals in einem Modus aus Hin- und Rückspielen die, neben Tschechien, sieben fehlenden Teilnehmer des Endrundenturniers, welches in diesem Juni ausgetragen wird.

Die Auslosung der Gruppen für die Qualifikation wurde wie folgt durchgeführt: Die Teams aller 52 teilnehmenden Mitgliedsverbände wurden in die 5 Töpfe A, B, C, D und E eingeteilt. Für diese Einteilung war der FIFA-Koeffizient der einzelnen Teams zu Beginn der Qualifikation entscheidend. Hierbei wurden die Mannschaften mit dem höchsten Koeffizienten in den Topf A und die Mannschaften mit dem niedrigsten Koeffizienten in den Topf E eingeteilt – alle anderen Teams dementsprechend in die Töpfe B bis D. Daraus wurden dann bei der Auslosung am 31. Januar 2013 in Nyon die zehn Gruppen gebildet. Nach der Durchführung der Qualifikationsspiele schlossen jeweils England, Dänemark, die Slowakei, Spanien, Kroatien, Deutschland, Schweden, Italien und Frankreich als Sieger ab. Die vier besten Gruppenzweiten waren danach die Niederlande, die Ukraine, Serbien und Island.

Das deutsche Team musste sich in seiner Gruppe mit Rumänien, Montenegro, Irland und den Färöer Inseln messen und schloss die Gruppenphase der Qualifikation mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und zehn Punkten ungefährdet als Erster der Gruppe sechs ab. Der höchste Sieg gelang mit einem 8:0 am letzten Spieltag der Qualifikation gegen das Team aus Rumänien in Magdeburg. In den Play-Off Spielen zur endgültigen Teilnahme an der Endrunde er Europameisterschaft traf das DFB-Team dann auf die Mannschaft aus der Ukraine und konnte am 10. und 14. Oktober 2014 mit zwei ungefährdeten Siegen das Ticket zur Turnierteilnahme lösen.

Auf einen 3:0 Sieg in Tscherkassy in der Ukraine folgt ein 2:0 Erfolg vor heimischer Kulisse in Essen. In beiden Spielen steuerte der Hoffenheimer Kevin Volland einen Treffer bei. Die weiteren Torschützen waren Philipp Hofmann, Jonas Hofmann und Leonardo Bittencourt. Die anderen Play-Off-Begegnungen waren die Slowakei gegen das Team aus Italien, Frankreich und Schweden, Dänemark gegen Island, England musste sich mit Kroatien messen, die Niederlande mit Portugal und Serbien traf auf Spanien. Letztendlich setzen sich die Teams aus Italien, Schweden, Dänemark, England, Portugal und Serbien durch und nehmen so, neben Tschechien und Deutschland, an der Endrunde der U21 Europameisterschaft in Tschechien teil.

Die EM 2015 – der Modus und Spielplan

Die Vorrunde

Die acht qualifizierten U21 Teams starten nun am 17. Juni 2015 in das Turnier um den europäischen Titel in Tschechien. Das Eröffnungsspiel findet am Mittwoch, den 17. Juni um 18 Uhr Ortszeit in der Eden Arena in Prag statt und wird zwischen Gastgeber Tschechien und dem Team aus Dänemark ausgetragen. Komplettiert wird die Gruppe A von der deutschen Mannschaft und dem Team aus Serbien. Diese Teams treffen am gleichen Tag in der Prager Generali Arena aufeinander.

Update am 20.06.2015: Fußball heute U21-EM *** Deutschland – Dänemark live im TV & Aufstellung heute

Die Tabelle der Gruppe A

Nr.Mannschaft SpGUVPunkteTore
1Dänemark320164:4
2Deutschland312055:2
3Tschechien311146:3
4Serbien301211:7

Der Spielplan der Gruppe A

SpielDatum Mannschaft1- Mannschaft2Ergebnis
117. Jun 15TschechienDänemark1:2
217. Jun 15DeutschlandSerbien1:1
920. Jun 15SerbienTschechien0:4
1020. Jun 15DeutschlandDänemark3:0
1723. Jun 15TschechienDeutschland1:1
1823. Jun 15DänemarkSerbien2:0

Die Tabelle der Gruppe B

Nr.Mannschaft SpGUVPunkteTore
1Portugal312052:1
2Schweden311143:3
3Italien311134:3
4England310132:4

Der Spielplan der Gruppe B

Datum Mannschaft1- Mannschaft2Ergebnis
18. Jun 15ItalienSchweden1:2
18. Jun 15EnglandPortugal0:1
21. Jun 15SchwedenEngland0:1
21. Jun 15ItalienPortugal0:0
24. Jun 15EnglandItalien1:3
24. Jun 15PortugalSchweden1:1

Weiterer Spieltermin der Gruppe A ist der 20. Juni 2015, ehe das Finale der der Gruppenphase am 23. Juni 2015 ausgetragen wird. Alle Begegnungen der Gruppe A finden in den beiden Prager Arenen Eden und Generali statt. Die Generali Arena fasst 19.784 Zuschauer und die Eden Arena sogar 20.800. Sie ist damit das größte Stadion des Turniers.

Die Gruppe B trägt ihre Spiele dahingegen in Olmütz im Andrův Stadion und in Uherské Hradiště im Stadion Miroslava Valenty aus. Diese Spielstätten sind wesentlich kleiner als ihre Prager Pendants und fassen jeweils 12.566 und 8.121 fußballbegeisterte Zuschauer. Die Spiele der Gruppe B werden mit der Partie zwischen Italien und Schweden am 18. Juni um 18 Uhr in Olmütz eröffnet. Im weiteren Verlauf des Abends trifft dann England in seinem ersten Match in Uherské Hradiště auf die portugiesische Auswahl. Die Spiele der Gruppe B finden immer einen Tag nach den Begegnungen der Gruppe A statt, sodass der zweite Spieltag am 21. Juni 2015 stattfindet und der letzte Termin in dieser Gruppe der 24. Juni ist.

Die K.o.Runde

Nach Abschluss der Gruppenphase ziehen dann die beiden Erstplatzierten Teams beider Gruppen in die Halbfinalspiele ein. Diese werden am 27. Juni in Olmütz und Prag ausgetragen. Am 20. Juni wird in der Prager Eden Arena endgültig der neue U21-Europaleister gekürt.

DatumRunde Mannschaft1- Mannschaft2Ergebnis
27. Jun 15Halbfinale Portugal Deutschland5:0
27. Jun 15Halbfinale Dänemark Schweden1:4
30. Jun 15Finale Portugal Schweden4:3 i.E.

Das Team, welches an diesem Abend den Platz als Sieger verlässt, darf sich, neben dem verdienten Pokal, auch über die Möglichkeit zur Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Sommer 2016 freuen. Denn die U21 Europameisterschaft dient nebenbei auch als Qualifikationsturnier für die olympischen Sommerspiele, an denen seit Jahren nicht mehr die A-Nationalteams der europäischen Vertreter, sondern ihre U21-Nachwuchsteams teilnehmen. Doch nicht nur der Sieger der Europameisterschaft darf sich über ein Ticket nach Brasilien freuen, sondern alle vier Teilnehmer der Halbfinalspiele.

Und in diesem Zusammenhang gibt es noch einen Sonderfall bei den europäischen Titelkämpfen: Sollte sich das Team aus England für das Halbfinale qualifizieren, wird zwischen den beiden Gruppendritten der Vorrunde ein zusätzliches Entscheidungsspiel um den vierten europäischen Startplatz im olympischen Fußballturnier von Rio de Janeiro 2016 ausgetragen. Diese Sonderregel kommt dadurch zustande, dass die Fußballverbände Englands, Schottlands, Nordirlands und Wales zwar bei der FIFA und UEFA als eigenständige Mitglieder geführt werden und aus diesem Grund auch an Welt- und Europameisterschaften teilnehmen dürfen, bei den olympischen Spielen aber eine Auswahl aus dem gesamten Großbritannien antreten müsste. Diese hat allerdings durch die notwendige Qualifikation über die U21-Titelkämpfe keine Möglichkeit sich für die olympischen Sommerspiele zu qualifizieren. Eben aus diesem Grund konnte im Jahr 2012 auch das erste Mal seit der Einführung dieser Regelung überhaupt eine britische Mannschaft, durch die Qualifikation als Gastgeber, an den olympischen Spielen in London teilnehmen. Würde sich nun eines der Teams aus den Mitgliedern Großbritannien für ein olympisches Turnier aufgrund der Platzierung bei einer vorangegangenen U21-Europameisterschaft qualifizieren, wird dieser Platz an den 5. Platzierten weitergegeben.

Ein Rückblick auf die letzten U21 EM-Turniere

Bei der letzten U21 Europameisterschaft im Jahre 2013 konnte allerdings kein Ticket für eine Teilnahme an den olympischen Sommerspielen, die bekanntlicher Weise nur alle vier Jahre stattfinden und zuletzt im Sommer 2012 in London ausgetragen wurden, erspielt werden.

Die Teilnehmer der olympischen Spiele werden also nur auch nur im Vierjahresrhythmus ermittelt, obwohl die Europameisterschaft der U21-Junioren alle zwei Jahre stattfindet. Dieses europaweite Turnier der unter 21-jährigen Nachwuchskräfte des Fußballs wird seit 1978 ausgetragen und ist der Nachfolger der U23-Titelkämpfe. Diese wurden in den Jahren 1972 bis 1976 durchgeführt. Offiziell erstreckt sich das gesamte Turnier über die gesamten zwei Jahre inklusive der Qualifikationsspiele und gipfelt in der Endrunde, die wir allgemein als U-21-Europameisterschaft betiteln.

Aus diesem Grund sind auch alle Spieler spielberechtigt, die zu Beginn der Qualifikation das 21. Lebensjahr noch nicht beendet haben. Die letzte Endrunde der Europameisterschaft wurde im Jahre 2013 in Israel ausgetragen. Bei diesem Turnier setzte sich Spanien in einem spannenden Finale 4:2 gegen den italienischen Nachwuchs durch. Für Spanien war es der zweite Titelgewinn in Folge, da die Südeuropäer bereits 2011 mit einem 2:0 gegen die Schweizer Nachwuchsmannschaft den Titel der besten Mannschaft Europas unter 21 Jahren gewinnen konnte. Insgesamt kommt das spanische Team auf vier Titelgewinne, denn bereits in den Jahren 1998 in Rumänien und 1986 konnte sich das Team mit der ebenfalls sehr erfolgreichen A-Nationalmannschaft den begehrten Titel sichern.

Mehr Turniersiege konnte bisher nur der italienische Nachwuchs für sich verbuchen. Die U21 der Italiener steht mit fünf Titelgewinnen alleine an der Spitze der Rangliste der Turniersieger und durfte sich in den Jahren 1992, 1994, 1996, 2000 und 2004 als beste Nachwuchsmannschaft Europas feiern lassen. Die deutsche Mannschaft kann bis zu diesem Zeitpunkt lediglich auf einen Turniersieg aus dem Jahre 2009 zurückblicken. Der Europameister wurde übrigens seit der Einführung 1972 erst einmal jeweils mit einem Hin- und Rückspiel ermittelt. Das Endrundenturnier wie wir es in der heutigen Form kennen, wird so erst seit dem Jahr 1994 ausgetragen. Damals fand allerdings eine Endrunde mit lediglich vier Teams statt: dem späteren Europameister Italien sowie den Teams aus Spanien, Portugal und Frankreich. Erst seit dem Jahr 2000 können sich sieben Mannschaften plus der Gastgeber für die Endrunde qualifizieren und den Europameister unter sich ausspielen. Die meisten Endrundenteilnahmen seitdem hat ebenfalls der Rekord-U21- Europameister Italien mit neun zu verzeichnen. Danach folgen Spanien und England mit sieben bzw. sechs Teilnahmen.

Das deutsche Team hat bis jetzt fünf Mal die Möglichkeit gehabt, in den Spielen der Endrunde um den Titel zu kämpfen. Doch nach dem fulminanten Triumph aus dem Jahre 2009 konnte die deutsche Auswahl in den folgenden Turnieren nicht an den Erfolg anknüpfen. Während man sich für die 2011 in Dänemark ausgetragene Endrunde erst gar nicht qualifizierte, scheiterte die deutsche Mannschaft zwei Jahre später in Israel bereits in der Vorrunden an den Teams aus den Niederlanden, Spanien und Russland. Bei beiden Turnieren wurde die deutsche U21 von Rainer Adrion betreut, der im Jahre 2009 auf Interimstrainer Horst Hrubesch folgte. Dieser übernahm das Team auch im Jahr 2013 wieder und hatte nun zwei Jahre Zeit, sich mit der Mannschaft für das Endrundenturnier in Tschechien zu qualifizieren und das Team auf die Platzierungsspiele während der Endrunde vorzubereiten. Aber nicht nur auf den Trainerbänken nehmen bei den Nachwuchsteams immer wieder große Namen des Fußballs Platz. Auch auf dem Rasen sieht man oft schon die großen Stars von Morgen spielen und kämpfen. Schaut man sich nämlich die bisherigen Preisträger des „Goldenen Spielers“ des Turniers an, liest sich das doch wie eine Auswahl der besten europäischen Spieler. So konnten sich beispielsweise Thiago Alcantra (2013), Klaas-Jan Huntelaar (2006), Petr Čech (2002), Andrea Pirlo (200), Luis Figo (1994) oder schon Rudi Völler im Jahre 1982 in die Liste als bester Spieler des Turniers eintragen.

EM 2015: Aussicht & Chancen des deutschen Teams

Wer sich in diesem Jahr die Krone des besten Turnierspielers oder, wie der Titel offiziell heißt, des „goldenen Spielers“ aufsetzen darf, steht noch in den Sternen. Doch auch einige Jungs aus dem deutschen Team dürften sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen und sind keinesfalls chancenlos. Spieler wie Kevin Volland oder Max Meyer, die in der Bundesliga längst zum Stammpersonal zählen oder Spieler, die schon in ihren jungen Jahren erfolgreich erste Auslandserfahrungen sammeln können und konnten, wie Marc-André ter Stegen oder Emre Can, sollten nämlich zumindest auf die Auszeichnung schielen dürfen. Die Chancen, dass ein deutscher Spieler diese Ehrungen erhält, hängen natürlich auch unmittelbar mit dem Abschneiden der gesamten deutschen Mannschaft zusammen.

Das Team von Horst Hrubesch geht zumindest als Mitfavorit in das Endrundenturnier. Und das liegt nicht nur daran, dass die deutsche A-Nationalmannschaft im letzten Jahr den Titel des Weltmeisters in Brasilien erringen konnte. Denn obwohl das deutsche Team im letzten Härtetest vor dem Endrundenbeginn am 16. Juni 2015 eine 2:3-Niederlage in England gegen den direkten Konkurrenten hinnehmen musste, können das Trainergespann und die Mannschaft doch leicht optimistisch auf die bevorstehenden Aufgaben blicken. Immerhin war diese Niederlage erst die Erste im achten Spiel der aktuellen EM-Saison. Viel mehr noch – auch vor dem Titelgewinn im Jahre 2009 hatte die damalige deutsche Mannschaft das letzte Match vor dem Turnierbeginn sang- und klanglos mit 0:4 gegen die Niederlande verloren geben müssen.

Auch wenn man eine Niederlage nicht als gutes Omen heranziehen sollte, besteht also absolut kein Grund, nicht nach vorne zu blicken und optimistisch in die Endrundenspiele zu starten. Doch selbstverständlich macht sich nicht nur die deutsche Mannschaft allein Hoffnungen auf den Titel des U21-Europameisters. Bei einer Endrunde, die lediglich mit acht Mannschaften ausgetragen wird, wollen natürlich alle Teams die sich bietende Chance nutzen und möglichst mit einem Titel in die Heimat zurückkehren und sich dort feiern lassen. Besonders die Engländer haben ein starkes U21-Team, wie die deutsche Mannschaft am eigenen Leib erfahren musste. Aber auch das portugiesische Team, welches sich ausschließlich mit Siegen und somit ohne Punktverlust, für die Endrunde in Tschechien qualifizierte, gilt als besonders heißer Titelkandidat. Eine entscheidende Rolle wird dabei aber wohl bei allen Nationen spielen, inwieweit die U21-Nachwuchsmannschaften mit Kräften verstärkt werden, die auch schon den ein oder anderen Einsatz in den A-Nationalmannschaften sammeln konnte und eigentlich dort dem Kader angehören.

Der deutsche Trainer des A-Teams Joachim Löw hat bereits angekündigt, Spieler wie Kevin Volland, Max Meyer oder Leon Goretzka nicht für die Spiele der A-Nationalmannschaft in diesem Sommer zu nominieren, um ihnen so die Teilnahmen an den Titelkämpfen der U21-Mannschaften zu ermöglichen. Würden sie doch bei dem Spielen des A-Teams eher nur zu Kurzeinsätzen kommen. Ein Einsatz von theoretisch ebenfalls spielberechtigten Spielern wie Mario Götze, Julian Draxler oder Shkodran Mustafi gilt allerdings als unwahrscheinlich und würde für eine Überraschung bei der Bekanntgabe der Kader sorgen. Vor allem deshalb, da Horst Hrubesch sowieso schon die Qual der Wahl aus 40 potentiellen Nachwuchsspielern hat.

Probleme zwischen Löw und Hrubesch sind also für diesen Sommer nicht zu erwarten, könnten allerdings auftreten, wenn der deutsche Nachwuchs sich erstmals seit 1988 für das olympische Fußballturnier im Jahre 2016 in Rio de Janeiro qualifiziert. Denn vor dem olympischen Turnier kämpft die A-Nationalmannschaft unter Joachim Löw in Frankreich als Weltmeister darum, auch das wichtigste Turnier im europäischen Fußball zu gewinnen und Europameister 2016 zu werden. Zeitlich könnten die Nachwuchskräfte zwar beide Turniere spielen, ihren Heimatvereinen dürfte das allerdings weniger gefallen, da dies einen Einsatz zu Beginn der Saison 2016/17 sehr unwahrscheinlich macht. Doch alles das ist Zukunftsmusik. Denn erst einmal tritt die deutsche U21-Nationalmannschaft der Männer in diesem Juni 2015 bei der Europameisterschaft in Tschechien an, um sich mit den besten Nachwuchsmannschaften Europas zu messen, nach dem Triumph von 2009 den zweiten Europameistertitel für den deutschen Nachwuchs zu erringen oder sich zumindest, als mindestens Turniervierter, für das olympische Turnier im nächsten Jahr zu qualifizieren. Im deutschen Fernsehen sind die Titelkämpfe übrigens sehr wahrscheinlich bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF zu sehen. 2013 hatten sich noch de SAT1- Gruppe die Fernsehrechte für das Turnier gesichert.