Spanische Supercopa: „Scheiße, in Saudi-Arabien zu spielen“

Der spanische Supercup findet erneut in Saudi-Arabien statt, was für massive Kritik sorgt. Inaki Williams von Athletic Bilbao äußert sich deutlich negativ über das Turnier im Ausland. Trotz seiner Bedenken wird er im Halbfinale gegen den FC Barcelona antreten. Die Debatte über die Verlegung des Wettbewerbs ins Ausland und die damit verbundenen Herausforderungen für die Fans flammt erneut auf.

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Williams kritisiert die Verlegung des Supercups

Inaki Williams, Kapitän von Athletic Bilbao, ist unzufrieden mit der Entscheidung, den spanischen Supercup in Saudi-Arabien auszutragen. „Für mich ist es scheiße, in Saudi-Arabien zu spielen“, erklärte der 31-Jährige. Diese Aussage kommt nicht von ungefähr: Die lange Anreise von sieben Stunden im Charterflug und die Abwesenheit der heimischen Fans sind für viele Spieler ein großes Ärgernis. Williams hatte bereits in der Vorsaison betont, dass die Austragung des Turniers in der Wüste „keinen Sinn“ mache.

Supercopa: Ein umstrittenes Format

Die Supercopa in Saudi-Arabien wird nicht nur von Williams kritisiert. Fans und Spieler haben wiederholt Bedenken geäußert, dass nationale Wettbewerbe ins Ausland verlegt werden. Der spanische Verband RFEF plant jedoch, das Turnier bis mindestens 2029 in Saudi-Arabien zu halten, mit einer möglichen Verlängerung bis 2034. Diese Entscheidung könnte dem Verband jährlich etwa 40 Millionen Euro einbringen, eine verlockende Summe trotz der negativen Reaktionen.

Reaktionen auf die umstrittene Entscheidung

Die Kritik am Supercup in Saudi-Arabien ist nicht neu. Menschenrechtsorganisationen und Politiker äußern Bedenken über die Menschenrechtssituation im Gastgeberland. Williams fügte hinzu, dass die Verlegung des Turniers die Reise für Fans erschwere und das Gefühl eines Heimspiels untergrabe. „Wenn wir dort spielen, fühlen wir uns wie die Gastmannschaft“, sagte er und verdeutlichte damit die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Spieler und den Realitäten des Turniers.

Die Zukunft der Supercopa

Trotz der Kontroversen wird die Supercopa weiterhin in Saudi-Arabien ausgetragen, und andere Ligen, wie die Serie A, folgen diesem Beispiel. In Deutschland hingegen schließt Ligapräsident Hans-Joachim Watzke solche Auslandseinsätze kategorisch aus. „So lange ich bei der Liga in der Verantwortung stehe, wird es kein Pflichtspiel im Ausland geben. Punkt. Das ist nicht interpretationsfähig“, betonte Watzke vor wenigen Monaten. Inaki Williams und andere Spieler werden am Mittwoch jedoch alles geben, wenn sie im ersten Halbfinale gegen den FC Barcelona antreten.