Regeländerungen zur WM 2026? Abseits-Revolution & mehr VAR-Kompetenzen

Die anstehende Sitzung des International Football Association Board (IFAB) verspricht eine Abseits-Revolution im Fußball. Geplant sind umfassende Neuerungen, die insbesondere die VAR-Kompetenzen erweitern und die Spielweise offensiver gestalten sollen. FIFA-Präsident Gianni Infantino drängt auf Änderungen, die bereits zur kommenden WM 2026 (11. Juni bis 19. Juli) implementiert werden sollen. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung der „Tageslicht“-Regel, die die Abseitsentscheidungen revolutionieren könnte.

Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic zeigt dem deutschen Mittelfeldspieler Leroy Sane (Nr. 19) während des Fußball-Länderspiels zwischen Österreich und Deutschland in Wien, Österreich, am 21. November 2023 die Rote Karte. (Foto: Joe Klamar / AFP)
Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic zeigt dem deutschen Mittelfeldspieler Leroy Sane (Nr. 19) während des Fußball-Länderspiels zwischen Österreich und Deutschland in Wien, Österreich, am 21. November 2023 die Rote Karte. (Foto: Joe Klamar / AFP)

Neuerungen zur Abseitsregel im Fokus

Der zentrale Diskussionspunkt bei der IFAB-Sitzung wird die umstrittene „Tageslicht“-Regel sein, die von FIFA-Direktor Arsène Wenger favorisiert wird. Diese Regel besagt, dass ein Angreifer erst dann im Abseits steht, wenn eine sichtbare Lücke zwischen ihm und dem Verteidiger besteht. Dies würde die bisherige Praxis, bei der bereits kleinste Abstände zu einer Abseitsentscheidung führten, grundlegend ändern und soll die Diskussionen um Millimeter-Entscheidungen durch die halbautomatische Abseitstechnologie beenden. Kritiker warnen jedoch, dass sich an den knappen Entscheidungen nichts ändern würde, sondern lediglich in die andere Richtung gehen könnte.

Erweiterung der VAR-Kompetenzen

Ein fast sicherer Beschluss der IFAB betrifft die Ausweitung der Kompetenzen des Video-Assistenten (VAR). So sollen bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko auch Entscheidungen zu Eckbällen und die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte überprüft werden können. Bisher durfte der VAR nur bei Toren, Strafstößen, Roten Karten und Missverständnissen bei Platzverweisen eingreifen. Der FIFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina argumentiert, dass bereits bei Ecken Verzögerungen auftreten, die für eine genaue Überprüfung genutzt werden können.

Kritik an den geplanten Neuerungen

Trotz der positiven Ansätze gibt es Bedenken hinsichtlich der Einführung der neuen Regelungen ohne ausreichende Testphasen. Experten warnen vor den möglichen negativen Auswirkungen auf die Spielweise, da eine defensivere Herangehensweise befürchtet wird. Zudem besteht die Sorge, dass die Schiedsrichter und Spieler nicht ausreichend auf die Veränderungen vorbereitet sind, was zu Verwirrung während des Turniers führen könnte.

Countdown für Torhüter und weitere Regeländerungen

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der IFAB ist die mögliche Einführung eines Countdowns für die Torhüter, analog zur bereits bestehenden Acht-Sekunden-Regel. Diese könnte auch bei Einwürfen und Abstößen zur Anwendung kommen. Zudem sollen Überlegungen angestellt werden, ob Nachschüsse bei vergebenen Elfmeter untersagt werden sollten, sowie Sanktionen für vorgetäuschte Verletzungen, die taktische Vorteile für die Trainer bringen könnten. Die diskutierten Themen sind von großer Bedeutung und werden die Zukunft des Fußballs maßgeblich beeinflussen.