Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Italiens letzte Hürde in Zenica
- 2 Federico Dimarco: „Wir sind Italien, und wir haben die Verantwortung“
- 3 Die „Generation S“ und die WM-Historie
- 4 Die italienische Achse: Stammkräfte und Karriere-Stakes
- 5 Das Überwachen der Konkurrenz: Nordirland, Wales und der Vorwurf der Arroganz
- 6 Edin Dzeko, persönliche Verbindungen und die Bosnier in Zenica
- 7 Wetter, Rasen und logistische Details in Zenica
Italien steht in Zenica vor der letzten Hürde auf dem Weg zur Rückkehr zur Weltmeisterschaft — im Fußball WM Playoff Italien gegen Bosnien geht es am Dienstagabend um alles. Die gesamte Fußballnation lastet tonnenschwer auf den Schultern von Nationaltrainer Gennaro Gattuso und seiner Mannschaft, die nach verpassten Endrunden 2018 und 2022 das WM-Ticket zurückerobern will. Am Dienstagabend (20.45 Uhr/DAZN) trifft Italien auf Kapitän Edin Dzeko und sein Team, für viele Spieler droht ein vernichtendes Generalurteil ihrer Nationalmannschaftskarriere. Die Partie in Zenica wird zudem von schwierigen Platz- und Wetterbedingungen begleitet — und von persönlichen Verbindungen auf beiden Seiten.

Italiens letzte Hürde in Zenica
Die stolze Fußballnation Italien steht in Zenica vor der letzten Hürde auf dem Weg zum ersten WM-Ticket seit 2014. Die Begegnung im Playoff gegen Bosnien und Herzegowina ist das alles entscheidende Duell, in dem die Azzurri die lange Durststrecke der verpassten Endrunden endlich beenden wollen. Zenica/Köln wird in den Tagen vor dem Spiel als Bezugspunkt genannt, die Spannung in Italien ist spürbar.
Am Dienstagabend (20.45 Uhr/DAZN) geht es um alles, und Italiens Nationaltrainer Gennaro Gattuso will die nächste große Schmach unbedingt verhindern. Die Partie hat bereits jetzt den Charakter eines Endspiels, in dem Spielverlauf, Ballbesitz und mentale Stärke entscheidend sein dürften.
Federico Dimarco: „Wir sind Italien, und wir haben die Verantwortung“
Linksaußen Federico Dimarco brachte die Erwartungshaltung klar auf den Punkt: „Wir sind Italien, und wir haben die Verantwortung, uns für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren“. Mit dieser Aussage unterstrich er die Pflicht, die seine Mannschaft angesichts der Historie hat.
Dimarco fügte hinzu: „Dieser Kader verdient die Weltmeisterschaft“. Die Aussagen stehen zugleich für Selbstvertrauen und den Druck, der auf dem Kader lastet — eine Mischung aus Anspruch und Furcht vor einem möglichen Scheitern.
Die „Generation S“ und die WM-Historie
Trotz des großen Triumphes bei der Europameisterschaft 2021 lastet auf der aktuellen Mannschaft vor allem die Erinnerung an mehrere WM-Enttäuschungen. Zuletzt war der viermalige Weltmeister 2014 bei einer Endrunde dabei, 2018 und 2022 scheiterte Italien in der Qualifikation.
Die italienische Tageszeitung La Repubblica schrieb bereits von einer „Generation S“. Das „S“ steht dabei für „Senza Mondiale“, übersetzt also „ohne WM“ — ein bitteres Etikett, das die erhöhte Fallhöhe der Mannschaft verdeutlicht.
Die italienische Achse: Stammkräfte und Karriere-Stakes
Die italienische Achse besteht aus Stammkräften wie Dimarco (28), Kapitän Gianluigi Donnarumma (27) oder Mittelfeldmotor Sandro Tonali (25). Für diese Akteure droht bei einem Scheitern nicht weniger als ein vernichtendes Generalurteil ihrer Nationalmannschaftskarriere.
Gleichzeitig stehen Namen und Rollen fest: Donnarumma als Kapitän, Tonali als Taktgeber im Mittelfeld und Dimarco als Flügelspieler. Das Spiel in Zenica wird für viele in diesem Kader darüber entscheiden, wie ihre nationale Bilanz langfristig bewertet wird.
Das Überwachen der Konkurrenz: Nordirland, Wales und der Vorwurf der Arroganz
Nach dem Triumph gegen Nordirland versammelten sich die Nationalspieler Italiens vor dem Bildschirm, um die Partie der Bosnier gegen Wales zu verfolgen. Später jubelten sie über den Erfolg von Dzeko und Co., was den Verdacht aufkommen ließ: Freut sich Italien über den vermeintlich schwächeren Finalgegner?
Dimarco reagierte auf die Vorwürfe: „Man hat mich als arrogant bezeichnet, aber wie könnte ich das sein, wo wir doch zwei Weltmeisterschaften verpasst haben?“ Seine „intuitive“ Freude über die Konstellation wurde damit verteidigt, und zugleich betonte er die richtige Einordnung des Moments.
Edin Dzeko, persönliche Verbindungen und die Bosnier in Zenica
Gegenüber steht Bosnien-Herzegowina rund um Kapitän Edin Dzeko, der als Führungsspieler die Bosnier anführt — in der Quelle wurde er als „vom Schalker Dzeko angeführten Bosnier“ bezeichnet. Auch die Bosnier träumen von der ersten WM-Teilnahme seit zwölf Jahren.
Dimarco erklärte die persönliche Seite des Duells: „Edin ist ein fantastischer Spieler und ein toller Mensch. Ich habe ihn diesen Sommer auch im Urlaub getroffen, und wir verstehen uns nach wie vor sehr gut“. Während seiner knapp zehn Jahre in der Serie A spielte der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig etwa bei Inter Mailand an der Seite von Dimarco oder Italiens Abwehrchef Alessandro Bastoni (26).
Nur folgerichtig sei daher auch Dimarcos Reaktion gewesen, Dzeko zu beglückwünschen. „Am Dienstag muss die Freundschaft für mindestens 90 Minuten ruhen.“ Die Begegnung ist damit nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein persönlicher Prüfstein.
Wetter, Rasen und logistische Details in Zenica
In Zenica wird es kalt; weniger als fünf Grad sind prognostiziert, und der Platz ist matschig. Die widrigen Bedingungen könnten Einfluss auf den Spielverlauf und die Taktik beider Mannschaften haben, insbesondere auf Ballkontrolle und Zweikampfverhalten.
Wie Corriere della Sera berichtete, werden sich die Italiener nach ihrer Ankunft bereits mit dem teils gefrorenen Rasen vertraut machen, ehe sie sich in einem „bescheidenen Hotel niederlassen in der kleinen Industrie-Stadt“. Die Unterkunfts- und Platzverhältnisse zeichnen ein Bild von einfachen Rahmenbedingungen, die den Gastgebern vielleicht einen kleinen Vorteil verschaffen könnten.
Dzeko selbst sagte, die widrigen Bedingungen seien vielleicht ein kleiner Vorteil für die Bosnier, aber als Favoriten „können wir uns nicht bezeichnen“. Die Rollen vor diesem ungleichen Duell sind damit klar verteilt.