WM 2026 Public Viewing trotz Nachtspielen? Bundesregierung prüft

Wie schon 2024 wird die Bundesregierung die Fußball WM 2026 als „sportliches Ereignis von herausragender Bedeutung“ einstufen. Fans in Deutschland dürfen sich trotz später Anstoßzeiten bei der WM 2026 berechtigte Hoffnungen auf Public Viewing machen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an einer Sonderverordnung, die Übertragungen unter freiem Himmel auch nachts ermöglichen soll. Noch fehlt die formale Zustimmung aus Politik und Bundesrat, doch vieles deutet darauf hin, dass Fanmeilen und Großleinwände auch bei dieser Weltmeisterschaft wieder möglich sein werden – ähnlich wie zuletzt bei der EM 2024.

WM 2026 Public Viewing in Deutschland wird auch zu späten Anstoßzeiten erlaubt sein.(Foto Depositphotos.com)
WM 2026 Public Viewing in Deutschland wird auch zu späten Anstoßzeiten erlaubt sein.(Foto Depositphotos.com)

Sonderregeln sollen Lärmschutz entschärfen

Im Fokus der geplanten Verordnung steht der Lärmschutz. Durch die Zeitverschiebung werden viele Spiele der WM 2026 in Deutschland erst am späten Abend oder in der Nacht angepfiffen. Genau hier setzt das Ministerium an und knüpft an frühere Ausnahmegenehmigungen an, die bereits bei internationalen Turnieren angewendet wurden.

Für Städte, Gemeinden und Veranstalter bedeutet das vor allem eines: Planungssicherheit. Wer Fanmeilen organisieren will, braucht klare Vorgaben zu Lautstärke, Endzeiten und Sicherheitsauflagen. Die Sonderregeln sollen genau diesen rechtlichen Rahmen liefern und verhindern, dass Public Viewing an formalen Hürden scheitert.

Politisches Okay gilt als Formsache

Noch ist die Verordnung nicht offiziell beschlossen. Innerhalb der Bundesregierung läuft die finale Abstimmung, anschließend muss der Bundesrat zustimmen. Beteiligte bewerten diese Schritte jedoch als Routine – größere Widerstände sind aktuell nicht zu erwarten.

Gerade Kommunen drängen auf schnelle Klarheit. Anwohner müssen informiert, Veranstaltungsflächen reserviert und Sicherheitskonzepte ausgearbeitet werden. Ohne klare Regeln bleibt vieles in der Schwebe. Die geplante Verordnung soll deshalb den Balanceakt schaffen zwischen ausgelassener Fußballstimmung und dem berechtigten Ruhebedürfnis der Nachbarschaft.

Nordamerika-WM bringt späte Kick-offs

Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Für deutsche Fans heißt das: viele Anstoßzeiten jenseits der klassischen Public-Viewing-Zone. Ohne Ausnahmen beim Lärmschutz wären nächtliche Übertragungen kaum realisierbar.

Der Turnierstart der DFB-Auswahl ist noch vergleichsweise angenehm. Das erste Spiel gegen Curaçao wird um 19.00 Uhr MESZ angepfiffen. Deutlich später folgen die Partien gegen Elfenbeinküste und Ecuador, die jeweils um 22.00 Uhr MESZ beginnen. Genau hier wird sich zeigen, wie flexibel die neuen Sonderregeln tatsächlich sind.

Fans dürfen wieder gemeinsam hoffen

Unterm Strich stehen die Zeichen auf Grün für gemeinsames Fußballschauen unter freiem Himmel. Wenn die Verordnung wie erwartet kommt, könnten Fans die Spiele der Nationalmannschaft auch 2026 wieder auf Fanmeilen verfolgen – trotz Nachtspielen. Für viele gehört genau das zum WM-Gefühl dazu: gemeinsam jubeln, zittern und diskutieren, auch wenn der Anpfiff erst spät erfolgt.