WM 2026 Boykottdebatte & Reisewarnung: Fußball ringt um WM-Haltung

Die Debatte um einen möglichen WM-Boykott in den USA und die Sicherheit der Fans sorgt für Unruhe im deutschen Fußball. Vor dem WM-Start am 11. Juni 2026 ringt der DFB um eine klare Haltung zu den politischen Rahmenbedingungen. DFL-Präsident Bernd Neuendorf äußerte, dass die aktuelle Boykottdiskussion aus Sicht des DFB „völlig verfehlt“ sei, dennoch wird das Thema im Präsidium behandelt. Die Bundesregierung hat Reisenden zu erhöhter Vorsicht geraten.

Der FIFA Wm Pokal (Photo byMy Profit Tutor, Unsplash)
Der FIFA Wm Pokal (Photo byMy Profit Tutor, Unsplash)

Boykottdebatte und politische Unsicherheiten

Die Diskussion um einen Boykott der WM in den USA kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Bei dem Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main betonte Präsident Bernd Neuendorf, dass es zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht sei, über einen Boykott nachzudenken. Die Politik von US-Präsident Donald Trump sei „sehr schwer zu bewerten“, erklärte Neuendorf, und er überlässt die Entscheidung über Reisen zur WM den Fans und der Bundesregierung.

DFL und Bayern München gegen Boykott

Trotz der Bedenken äußerten sich die DFL-Spitze und Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen gegen einen WM-Boykott. Dreesen stellte klar, dass die Zeit für solche Debatten „momentan nicht reif“ sei und dass es keinen Grund gebe, nicht an der WM teilzunehmen. Er verwies darauf, dass es bisher keine WM gegeben habe, die boykottiert wurde. Diese klare Haltung soll den Spielern und Fans Sicherheit geben.

Politische Stimmen und Sicherheitsbedenken

Die aggressive Politik Trumps, insbesondere in Bezug auf Einwanderung und Handelsfragen, hat Bedenken zur Sicherheit in den USA aufgeworfen. Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Vizepräsident beim DFB, forderte klare Antworten von den Verantwortlichen. Er äußerte, dass er persönlich von einer Reise zur WM abraten würde, angesichts der aktuellen politischen Situation in den USA. Göttlich betonte, dass die Diskussion um einen Boykott nicht von seinem Verein, sondern von den politischen Akteuren wie Gianni Infantino und Donald Trump ausgeht.

Frühere FIFA-Präsidenten raten von Reisen ab

Zusätzlich warnt auch der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter Fußballfans, von einer WM-Reise in die USA abzusehen. „Bleibt den USA fern“, schrieb der Schweizer auf der Plattform X. Diese Aussagen verdeutlichen die wachsenden Sorgen in der Fußballgemeinschaft über die Sicherheit während des Turniers, das in weniger als fünf Monaten beginnen soll.