Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Uli Hoeneß äußert sich klar zum Thema „WM-Boykott von Deutschland?“ und macht deutlich: Einen Boykott lehnt er ab, kritisiert aber die politischen Inszenierungen rund um die Weltmeisterschaft und die sportliche Entwicklung des Turniers. Der Ehrenpräsident des FC Bayern spricht in der BILD und warnt vor einer Qualitätsverwässerung durch die Aufstockung auf 48 Teams und sieht zugleich steigende Verletzungsgefahr und Mehrbelastung für die Profi-Klubs. Auch die Entscheidung der FIFA, US-Präsident Donald Trump mit einem neu geschaffenen Friedenspreis zu ehren, bezeichnet Hoeneß als deplatziert. Seine Kritik richtet sich sowohl an FIFA-Präsident Gianni Infantino als auch an politische Forderungen aus Deutschland.

WM-Boykott von Deutschland? Hoeneß lehnt Boykott klar ab
Auf die Frage nach einem möglichen WM-Boykott Deutschlands reagiert Hoeneß deutlich: Er spricht sich strikt gegen einen solchen Schritt aus. Trotz scharfer Kritik an der FIFA-Spitze und an politischer Instrumentalisierung des Turniers sieht der 74‑jährige Bayern‑Ehrenpräsident einen Boykott als falsches Mittel an. Er bezeichnet parteipolitische Forderungen wie jene von Ex‑Außenministerin Annalena Baerbock als „symbolpolitischen Blödsinn“ und betont, dass Sport nicht die Aufgabe habe, internationale politische Konflikte zu lösen.
Turnieraufstockung, Spielplan und Belastung der Spieler
Hoeneß kritisiert die geplante Aufstockung der Weltmeisterschaft 2026 von 32 auf 48 Teams und warnt vor Folgen für Spielplan, Qualität und Spielerbelastung. „Ich finde maximal 32 Teilnehmer richtig. Ich bin der Meinung, dass die Qualität der Spiele immer weiter verwässert wird und die Verletzungsgefahr immer weiter steigt. Das merken heute bereits alle Klubs“, sagte er in einem ausführlichen Interview. Als ehemaliger Weltmeister von 1974 verweist Hoeneß auf die frühere Struktur mit 16 Teams und sieht die aktuelle Expansion als Rückschritt, der sich in höheren Belastungen für Vereine wie dem FC Bayern – von der Säbener Straße bis zur Profiabteilung – niederschlägt.
Kritik an Gianni Infantino und der FIFA-Inszenierung
Neben sportlichen Einwänden übt Hoeneß deutliche Kritik an der Führung des Weltverbands. Besonders die Verleihung des neu geschaffenen FIFA‑Friedenspreises an US‑Präsident Donald Trump durch Gianni Infantino stößt ihm auf: „Mit dieser Preisverleihung kann ich nichts anfangen, sie wirkte deplatziert“, so Hoeneß. Er fordert, dass sich der FIFA‑Präsident vorrangig um Fußballbelange kümmern müsse und politische Inszenierungen dem Sport nicht vorgereiht werden sollten.
Politische Seitenhiebe und Erwartungen an Verantwortungsträger
Hoeneß geht in seinen Aussagen auch hart mit deutschen Politikern ins Gericht und verknüpft sportliche Debatten mit politischen Einschätzungen. Er bemängelt Baerbocks Vorstoß, den Sport in außenpolitische Auseinandersetzungen zu ziehen, und relativiert die Rolle des Sports bei der Lösung internationaler Konflikte: „Da gibt es Regierungen und andere Organisationen, die berufen sind, sich mit – in diesem Fall – Trump auseinanderzusetzen.“ Zudem kritisierte er frühere Begegnungen mit Russlands Außenminister Sergey Lavrov und zog einen Vergleich zur aktuellen politischen Besetzung bei Treffen mit US‑Vertretern: „Und es ist auch gut, dass heute nicht mehr Olaf Scholz, sondern Friedrich Merz beim Besuch des amerikanischen Präsidenten neben Donald Trump und JD Vance im Weißen Haus sitzt.“