Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Arne Slot erklärt Wirtz-Aufschwung beim FC Liverpool
- 2 Von der Kritikfigur zum Leistungsträger an der Anfield Road
- 3 Slot lobt Fitness, Intensität und Anpassung an die Premier League
- 4 Gerrard schwärmt – Wirtz vor erster Auszeichnung in England
- 5 Langfristiger Vertrag, große Ziele: Wirtz soll in Liverpool eine Ära prägen
Florian Wirtz hat sich nach holprigem Start beim FC Liverpool eindrucksvoll gefangen – nun winkt ihm mit der Nominierung zum Spieler des Monats Januar seine erste individuelle Auszeichnung an der Anfield Road. Chefcoach Arne Slot erklärt den Aufschwung des deutschen Nationalspielers vor allem mit dessen Verbesserungen in der Arbeit gegen den Ball. Der 125-Millionen-Euro-Neuzugang, der zunächst viel Kritik einstecken musste, überzeugt mittlerweile mit sechs Treffern und acht Vorlagen in 32 Pflichtspielen. Slot hebt vor allem Wirtz’ gesteigerte Intensität, seine Fitness und das verbesserte Verständnis mit den Mitspielern hervor. Auch Klublegende Steven Gerrard schwärmt vom Ex-Leverkusener – und traut ihm zu, in Liverpool eine Ära zu prägen.

(Photo by Alfie Cosgrove/News Images)
Arne Slot erklärt Wirtz-Aufschwung beim FC Liverpool
Liverpools Übungsleiter Arne Slot gab auf einer Pressekonferenz tiefe Einblicke in die Entwicklung von Florian Wirtz. Der Niederländer stellte klar, dass der Hauptgrund für den Leistungssprung des Offensivspielers in dessen Arbeit gegen die Kugel liegt. „Zuallererst: Ganz großes Lob an den Spieler, denn er ist es, der die Arbeit leisten muss. Nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Gym“, erklärte Slot. Ihm sei immer klar gewesen, dass Wirtz trotz Anlaufschwierigkeiten dauerhaft Einsatzzeit brauche, um sich an die Intensität der Premier League zu gewöhnen. „Selbst wenn er sich anfangs etwas schwer tut, musst du ihn immer weiter spielen lassen, denn nur so kann er besser werden. Er ist das beste Beispiel dafür“, so der Chefcoach.
Gleichzeitig betonte Slot, dass Wirtz am Ball von Beginn an über außergewöhnliche Qualitäten verfügt habe. Die größten Fortschritte sieht er inzwischen im kollektiven Verhalten. „Am Ball hat er sich nicht so sehr verbessert, da war er von Anfang an besonders. Aber jetzt hat er vielleicht ein besseres Verständnis mit seinen Mitspielern, weil sie mehr und mehr miteinander gespielt haben“, analysierte der Trainer. Entscheidend sei vor allem Wirtz’ Entwicklung im Pressing und in der Defensivarbeit: „Ohne Ball sehe ich bei ihm die größten Verbesserungen. Und in der Kombination wird man dann bereit für die Premier League.“
Aktuelle Statistiken von Florian Wirtz in der Saison 2025/2026
Von der Kritikfigur zum Leistungsträger an der Anfield Road
Der Wechsel von Bayer Leverkusen zum englischen Meister hatte Wirtz im Sommer unter enormen Erwartungsdruck gesetzt. Er sagte dem FC Bayern München ab, unterschrieb langfristig in Liverpool und wechselte als 125-Millionen-Euro-Transfer mit dem Etikett künftiger Schlüsselspieler an die Anfield Road. Doch die ersten Monate auf der Insel verliefen zäh. Anpassungen an eine neue Liga, ein neues Land, ein anderes Umfeld sowie ein intensiveres Spieltempo bremsten den Offensivmann aus. Medien, Fans und Experten kritisierten die ausbleibenden Torbeteiligungen des DFB-Stars deutlich.
Bis kurz vor Weihnachten stand für Wirtz in der Premier League lediglich eine direkte Torbeteiligung zu Buche – ein Assist Anfang Dezember gegen Sunderland (1:1). Erst kurz nach den Feiertagen gelang ihm beim 2:1 gegen Wolverhampton der erste eigene Treffer im Liverpool-Trikot. Seitdem zeigt die Formkurve klar nach oben. Wettbewerbsübergreifend kommt Wirtz inzwischen auf sechs Tore und acht Assists in 32 Einsätzen. Seit Dezember, als die Reds ein längeres Tief überwanden, harmoniert der Spielmacher immer besser mit seinen Mitspielern. Besonders mit dem früheren Frankfurter Hugo Ekitike bildet er ein gefährliches Offensivduo. Beim 4:1 gegen Newcastle Ende Januar glänzte Wirtz mit einem Gala-Auftritt an der Anfield Road und unterstrich seinen Status als neuer Schlüsselspieler im Angriffsspiel der Reds.

(Foto: Alfie Cosgrove/News Images)
Slot lobt Fitness, Intensität und Anpassung an die Premier League
Schon im Dezember hatte Slot die Bedeutung von Geduld im Umgang mit dem deutschen Nationalspieler hervorgehoben. Konkrete Spielszenen hätten ihm gezeigt, dass Wirtz sich Schritt für Schritt an das körperlich robustere Niveau in England anpasst. „In diesen Momenten sieht man, dass es ihm leichter fällt. Er muss sehr, sehr, sehr viel Aufwand betreiben, um in dieser Intensität spielen zu können, aber er gewöhnt sich mehr und mehr daran. Das ist mein Eindruck“, sagte der Niederländer. Die Arbeit im Kraftraum und die gestiegene Belastungsverträglichkeit machen den Unterschied: Wirtz wirkt nun stabiler in den Zweikämpfen, hält die hohe Schlagzahl der Premier League besser durch und kann seine Kreativität über 90 Minuten auf den Rasen bringen.
Für Slot ist die Entwicklung ohne Ball der Schlüssel, damit Wirtz zum kompletten Offensivspieler reift. Das gilt sowohl für das Gegenpressing als auch für das Herausrücken im Kollektiv und das Schließen von Räumen im Mittelfeld. Die Kombination aus fußballerischem Feinsinn, verbesserter Physis und taktischer Disziplin macht den Nationalspieler zunehmend unverzichtbar. In Slots System übernimmt er immer häufiger die Rolle des Taktgebers zwischen den Linien, der nicht nur für die zündenden Ideen im letzten Drittel zuständig ist, sondern auch das Pressing der Reds mit anführt.
Gerrard schwärmt – Wirtz vor erster Auszeichnung in England
Die jüngsten Leistungen des 22-Jährigen haben inzwischen auch Klublegende Steven Gerrard beeindruckt. Der ehemalige Mittelfeldchef der Reds trat als Fürsprecher des deutschen Offensivkünstlers auf. „Alle wussten, irgendwann wird er aufblühen. Auch als es noch nicht so lief, hatte er schon brillante Momente“, betonte Gerrard. Besonders die körperliche Entwicklung des Ex-Leverkuseners fällt dem Idol der Anfield Road auf: „Es sieht so aus, als ob er viel im Gym war. Er ist körperlich viel stärker, ist stabiler in den Zweikämpfen. Machen wir uns nichts vor: Er hat unfassbares Talent.“
Der Leistungsaufschwung bleibt auch ligaweit nicht unbemerkt. Als Lohn für seine starken Vorstellungen nominierte die Premier League Wirtz als Spieler des Monats Januar. In der kommenden Woche entscheidet sich, ob der deutsche Nationalspieler seine erste persönliche Auszeichnung im Trikot des FC Liverpool feiern darf. Um den seit 1995 vergebenen Award zu gewinnen, muss er sich gegen sieben weitere Kandidaten durchsetzen, darunter Enzo Fernández vom FC Chelsea und Patrick Dorgu von Manchester United. Sollte Wirtz triumphieren, wäre er erst der vierte Deutsche, dem diese Ehre zuteilwird – nach Jürgen Klinsmann (1995, Tottenham Hotspur), Leroy Sané (2017, Manchester City) und Ilkay Gündogan (zweimal 2021, Manchester City).
Langfristiger Vertrag, große Ziele: Wirtz soll in Liverpool eine Ära prägen
Florian Wirtz hat in Liverpool bis 2030 unterschrieben – ein klares Signal, dass der Klub die Zukunft der Offensive um den deutschen Nationalspieler plant. Die Titelverteidigung in der Premier League ist angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Arsenal zwar kaum noch realistisch. Dennoch bleibt die Saison für Wirtz und die Reds hochambitioniert. In der Champions League steht Liverpool nach Platz drei in der Ligaphase bereits sicher im Achtelfinale und trifft dort Mitte März auf einen Gegner aus dem Quartett Atletico Madrid, Club Brügge, Galatasaray oder Juventus Turin. Auf der Insel liegt der Fokus nun darauf, die erneute Qualifikation für die Königsklasse abzusichern – idealerweise mit einem Dreier im Topspiel gegen Manchester City am Sonntag. Für Wirtz wäre ein Triumph über den Ligakonkurrenten ein weiterer Meilenstein auf dem Weg vom teuren Neuzugang zum prägenden Gesicht einer neuen Ära an der Anfield Road.